Biotopbäume für die Vielfalt

 

 

Mit Moos und Pilzen bewachsene, alte, knorrige, krumm- wüchsige, oder höhlenreiche Bäume - manchmal erzählen sie erstaunliche Geschichten. Aber immer sind sie ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Arten: Im Werden, Wachsen und Vergehen eines Baumes entstehen vielfältige Lebensräume.

Die Entwicklung zum wertvollen Biotopbaum beginnt oft mit Verletzungen oder Wuchsbesonderheiten wie Ast- oder Kronenabbrüche, Krummwuchs, Gabelungen oder Verwachsungen. Werden junge Bäume, die solche Besonderheiten aufweisen, erhalten, garantieren sie langfristig den Fortbestand von Biotopbäumen.

Auf unseren Flächen im Naturschutzgebiet (NSG) und FFH-Gebiet "Rohatschgebiet zwischen Guteborn und Hohenbocka" wollen wir diesen Biotopbäumen die Chance geben zu altern. Sie befinden sich im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Unser Flächenbestand beläuft sich hier momentan auf eine Gesamtfläche von etwa 112 Hektar.

Ökologischer Wert durch das Altern

Im fortgeschrittenen Alter steigt der ökologische Wert eines Baumes. Es entstehen raue Ast- und Stammoberflächen, auf denen sich vermehrt Insekten aufhalten und zur reichhaltigen Nahrung werden. Fäulnis oder Spechte schaffen Rindenspalten und Höhlen, die nicht nur von Spechten, sondern auch anderen höhlenbewohnenden Vogelarten wie Baumläufern, Kleiber, Hohltaube, Eulenarten oder Säugetieren wie der Mopsfledermaus genutzt werden.

Stirbt der Baum in Teilen oder als Ganzes ab, wird das Totholz zum gefragten Lebensraum. Über 2500 Pilzarten sind in Mitteleuropa auf Totholz angewiesen. Für etwa ein Fünftel der Waldtiere ist Totholz unverzichtbar, sei es als Nahrungsquelle, Brutraum, Schlafplatz, Versteck, Unterschlupf, Überwinterungsort oder Singwarte und Trommelplatz.

Zehn Bäume pro Hektar

Kennt man die Bedeutung des Alt- und Totholzes, wird es umso deutlicher, dass gerade diese Strukturen in den meisten der heute genutzten Wälder fehlen. Dabei ist die Dichte und Vernetzung der Biotopbäume entscheidend, da viele Moose, Pilze, Farn- und Blütenpflanzen sowie einige Insekten sich nur in einem geringen Radius ausbreiten.

Da wo auf ihren Waldflächen noch forstwirtschaftliche Maßnahmen durchgeführt werden, haben wir uns zum Ziel gesetzt, geeignete Biotopbäume zu markieren und dauerhaft von der Nutzung auszuschließen. Mindestens zehn Biotopbäumen pro Hektar sind für eine Vernetzung der Lebensräume erforderlich.

Sie möchten einen oder mehrere Biotopbäume wachsen lassen? Sie können uns unterstützen. Sprechen Sie uns an!

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Silke Freiwald

Fachbereich Stiftungsflächen
Tel.: (0331) 971 64 830
silke.freiwald[a]naturschutzfonds.de