Schleichen, rascheln, summen und singen

Alt, knorrig und manchmal krumm stehen sie da: Die imposanten Hute-Eichen mit ihren mächtigen Kronen sind Zeugnis einer längst vergangenen Nutzung des Gebietes als Waldweide für Schweine, Rinder und Schafe. Einige Kiefern, fast 300 Jahre alt, wachsen zwischen den Laubbäumen. Alte Bäume stürzen um, machen Platz für junge, bleiben liegen, mit Moos und Pilzen bewachsen. Es kriecht und krabbelt, es schleicht und raschelt, summt und singt in diesem naturnahen Laubwald.

Nur eine knappe Autostunde von Berlin entfernt ist der Hubertusstock Teil eines ausgedehnten Waldgebietes in der Schorfheide. Nahe des Werbellinsees finden hier viele geschützte Vogel- und Pflanzenarten einen Lebensraum und ebenso unzählige Insekten. Dieses wertvolle Gebiet wurde uns vom Bund übertragen.

Geschichtliches

Das Waldgebiet Hubertusstock diente seit dem 19. Jahrhundert bis in DDR-Zeiten als Jagdgebiet für die Staatsjagd. Heute ist es vorwiegend ein Ziel für Erholungssuchende. Inmitten des Gebietes steht das zwischen 1847 und 1849 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erbaute Jagdschloss Hubertusstock.

 Bis ins 18. und 19. Jahrhundert wurde der Wald als Hutewald genutzt, Nutztiere weideten im Schatten der großen Bäume. Zahlreiche knorrige Alteichen, die Hute-Eichen, zeugen von der damaligen Nutzungsform. Als eine echte Rarität wachsen einige uralte Kiefern zwischen den Laubbäumen. 2012 wurde uns das Gebiet als Nationales Naturerbe vom Bund unentgeltlich übertragen. Auf Wanderwegen können Anwohner und Besucher diese einmalige Waldlandschaft erkunden.

Nationales Naturerbe

Die Bundesregierung hatte bereits im Jahr 2005 beschlossen, dass bis zu 125.000 Hektar naturschutzfachlich bedeutsame Bundesflächen als Nationales Naturerbe von einer Privatisierung ausgenommen und dem Naturschutz unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

Es handelt sich hierbei um ehemalige Militärgebiete, ehemals volkseigene Flächen in den neuen Bundesländern, Bergbaufolgelandschaften und Flächen des Grünen Bandes entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.