Natur-Wald entsteht

Ein naturnaher Laubwald mit heimischen Arten ist nicht im gesamten Naturerbegebiet Hubertusstock zu finden. An vielen Stellen wachsen Fichten und Douglasien oder Lärchen und Roteichen.

Diese Arten sind nicht heimisch und vor allem nicht standortgerecht. In ihren Beständen ist die Struktur eintönig, der Boden ist kahl. Nur wenige Arten leben hier, es ist dämmrig und still. Stiftungsgeschäftsführer Dr. Bernhard Schmidt-Ruhe beschreibt unser Ziel so: "Diese naturfernen Bereiche im Hubertusstock wollen wir gemeinsam mit der Bio Company in den kommenden Jahren zu einem naturnahen vielgestaltigen Wald entwickeln."

Um Platz zu schaffen für standortgerechte Baumarten wie Eichen, Buchen oder Hainbuchen, müssen Fichten & Co. fallen. Die markanten Hute-Eichen werden dabei vorsichtig freigestellt, denn mit dem Alter steigt der ökologische Wert eines Baumes: Über die Jahre entstehen raue Ast- und Stammoberflächen, auf denen sich viele Insekten aufhalten und zur reichhaltigen Nahrung für zahlreiche Vogelarten werden.

Spechte schaffen Rindenspalten und Höhlen, die nicht nur sie, sondern viele andere höhlenbewohnende Vogelarten nutzen: Baumläufer, Kleiber, Hohltaube oder verschiedenen Eulenarten zum Beispiel. Sogar Säugetieren wie der Mopsfledermaus bieten sie Lebensraum.

Vielfalt und Klimaschutz

"Naturnahe Mischwälder mit überwiegend heimischen Baumarten besitzen eine außerordentliche biologische Vielfalt und sind reich an unterschiedlichen Strukturen", erklärt Elke Wayß aus dem Fachbereich Stiftungsflächen. "Für die Zukunft und mögliche Umweltveränderungen sind sie bestens gewappnet. Insofern ist unser ökologischer Waldumbau in Hubertusstock ein wesentlicher Beitrag, um die natürlichen Potenziale der Biologischen Vielfalt nachhaltig zu nutzen."

Dies bedeutet auch, den Boden, den Landschaftswasserhaushalt und das Klima zu schützen, denn winterkahle Laubbäume helfen, den Wasserverlust im Wald zu mindern.

Stirbt der Baum schließlich in Teilen oder als Ganzes, ist auch das Totholz ein gefragter Lebensraum. Über 2500 Pilzarten sind in Mitteleuropa auf Totholz angewiesen. Für etwa ein Fünftel der Waldtiere ist es unverzichtbar: als Nahrungsquelle, Brut- und Schlafplatz, Versteck, Unterschlupf, Überwinterungsort oder Singwarte und Trommelplatz.