Ein Anfang

Als am 1. Oktober 1991 die Naturwacht Brandenburg offiziell als große Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, ABM, gegründet wurde, war mit unserer Erfolgsgeschichte nicht unbedingt zu rechnen.

Die "Wiege" für mehr als 200 Ranger stand im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Jede und jeder der Jung-Ranger, die aus unterschiedlichsten Berufen kamen, absolvierte eine qualifizierte Fortbildung: Sie wurde später als "Staatlich geprüfter Natur- und Landschaftspfleger" anerkannt.

In rund 1000 Unterrichtsstunden erwarben Brandenburgs erste Ranger dabei Wissen über Arten- und Biotopschutz sowie Naturschutzthemen generell. Paragraphen aus dem Naturschutzgesetz standen ebenso auf der Tagesordnung wie die Zutaten für mitreißende Führungen oder der deeskalierende Umgang mit Menschen, die ihre Freiheiten nicht zum Wohle von Schwarzstorch, Seeadler oder Schwarzkehlchen beschneiden lassen wollten.  

Ein Aufbruch

In diesem Zusammenhang geht unser herzliches Dankeschön an die Ranger im Nationalpark Bayrischer Wald. Sie haben unser erstes Ausbildungskonzept mit ihrer fast 30jährigen Erfahrung maßgeblich begleitet.

In den Jahren nach der friedlichen Revolution 1989 herrschte eine vibrierende Aufbruchstimmung, die unglaubliche Chancen barg. Neben den Verwaltungen der heute 15 Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs wurde eine sehr schlanke landesweite Verwaltung der Naturwacht Brandenburg eingesetzt, die sich den Themen Leitung, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung sowie Monitoring widmet.

Als die ABM 1993 auslief, konnte die Naturwacht und deren Ranger als Maßnahme nach § 249 h des Arbeitsfördergesetztes (AfG) bis 1997 weiter finanziert werden. 1997 übernahm unsere noch junge Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg die Trägerschaft. Damit erhielten rund 130 Mitarbeiter erstmals unbefristete Arbeitsverträge!

Ein Beruf im Wandel

2016 feierten die Ranger - übrigens immer noch immer unter dem Dach der Stiftung - ihr 25jähriges Jubiläum. Am Rande: 40 Prozent der heute 92 Ranger sind Naturwächter der ersten Stunde! Und: 40 Prozent von Brandenburgs Rangern sind weiblich.

In diesen 25 Jahren hat sich das Berufsbild des Rangers fortlaufend gewandelt: Standen zunächst Gebietskontrollen und Biotoppflege im Fokus, stehen Ranger heute für professionelles Monitoring, Biotopkartierungen sowie ihre stark nachgefragten Programme für Freiwillige und Junior Ranger.

Dieser dynamischen Entwicklung des Berufsbildes trägt seit 2016 ein neuer Ausbildungsgang Rechnung. Die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, HNEE, bietet die Möglichkeit, den Beruf Ranger zu studieren. Im Rahmen des Bachelorstudiums "Landschaftsnutzung und Naturschutz" können Interessenten den Schwerpunkt "Schutzgebietsbetreuer" wählen.