Was gibt es Neues?


02.04.14 - Baden unter Beobachtung

Von: Katinka Münch

Die Sandbadestelle im Vordergrund. Rechts die Wildkamera an einem Pfosten, im Hintergrund der Beobachtungsturm.

Jetzt müssen nur noch die Trappen kommen. Foto: Förderverein Großtrappenschutz e.V.

Der Förderverein Großtrappen e.V. errichtet eine Sandbadestelle und installiert eine Wildkamera.

Buckow - Sandbadestellen sind bei fast allen Vögeln sehr begehrt – und bei Großtrappen ganz besonders. Das machen sich die Mitarbeiter des Fördervereins Großtrappenschutz e.V. zunutze: Sie haben eine Wildkamera installiert, die die Stiftung NaturSchutzFonds aus Geldauflagen finanzieren konnte. Der Bestand der seltenen Vögel ist so einfacher und genauer zu dokumentieren.

Großtrappen sind ursprünglich Steppenvögel, sie sind vom Aussterben bedroht. Die Dokumentation des Erfolgs von Schutzmaßnahmen ist also besonders wichtig. Die extrem scheuen Vögel sind mit Spektiv allerdings nur sehr schwer zu beobachten, vor allem wenn die Vegetation hoch steht und die Vögel sich während der Brutzeit weit im Gebiet verteilen.

Die Lösung: Wildkameras, automatische Kameras mit Breitbildfunktion und hoher Auflösung, die an Sandbadestellen aufgestellt werden. Denn Großtrappen pflegen mit einem Sandbad ihr Gefieder und nehmen gleichzeitig Magensteine auf. Diese Gastrolithe brauchen sie, um ihre pflanzliche Nahrung verdauen zu können. Die Mitarbeiter des Vereins Großtrappenschutz machen sich genau das zunutze und richten Sandbadestellen ein: In einem Bereich von zwei mal drei Metern heben sie den Boden etwa 20 Zentimeter tief aus und füllen das Loch mit Sand. So zum Beispiel in der raubwildsicheren Umzäunung bei Buckow.

Von den Aufnahmen der Wildkamera erwarten die Mitarbeiter des Vereins Erkenntnisse zu Population, Alter, Bruterfolg und Wanderbewegungen der beringten Vögel. Der Einsatz ist erfolgsversprechend. Neben der Erfassung von Brutvögeln und der Bestimmung des Bruterfolges der Großtrappen werden weitere Erkenntnisse über die Nutzung durch andere Brutvogelarten erwartet, zum Beispiel Rebhuhn oder Wachtel. Nicht zuletzt dienen die Kameras der Kontrolle des Zaunes, der schließlich das Eindringen von Fuchs, Marderhund oder Waschbär verhindern soll.

Aufnahmen der Wildkamera und weitere Informationen zum Großtrappenschutz können Sie auf unserer Webseite finden und natürlich auf den Webseiten des Vereins Großtrappenschutz e.V. grosstrappe.blogspot.de oder www.grosstrappe.de


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