Mehrwert schaffen

Ersatzzahlungen als finanzielle Basis für unsere Naturschutzarbeit

Ein von jungen Bäumen bestandener Kopfsteinweg führt durch eine Landschaft in der Uckermark
Hinein in die Uckermark (Foto: M. Thiele)

Seit 1997 betreuen wir die Ersatzzahlungen im Land Brandenburg. Wir haben in diesen Jahren gemeinsam mit Kommunen, Landkreisen, Betrieben, Verbänden und Vereinen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts und weiteren Partnern mehr als 750 Naturschutzprojekte realisiert oder in eigener Trägerschaft verwirklicht. Dabei werden aus einem Euro zweieinhalb. Natur, Mensch und Umwelt gewinnen.

Verursacher unvermeidbarer Eingriffe in Natur und Landschaft sind gesetzlich verpflichtet, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für ihre Eingriffe zu leisten. Dabei ist eine Stufenfolge von Prüfschritten und zu ergreifenden Maßnahmen vorgeschrieben. Dies reicht von der Vermeidung über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bis hin zu Ersatzzahlungen. Im Land Brandenburg ist es die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg, die Geldleistungen aus Ersatzzahlungen vereinnahmt. Diese Mittel sind eine wesentliche finanzielle Basis für unsere erfolgreiche Naturschutzarbeit.

Mittel vervielfachen - Mehrwert schaffen

Durch die Kombination von Ersatzzahlungen mit verschiedenen Drittmitteln oder Maßnahmen können die Gelder vervielfacht und die Wirkung erhöht werden - eben Mehrwert schaffen.
Durch die Kombination von Ersatzzahlungen mit verschiedenen Drittmitteln oder Maßnahmen können die Gelder vervielfacht und die Wirkung erhöht werden - eben Mehrwert schaffen.

Mehr als 120 Millionen Euro konnten wir im Zuge unserer Arbeit bisher für Brandenburgs Natur, ihre vielfältigen Arten und Lebensräume mobilisieren: Rund 50 Millionen Euro stammen vorwiegend aus Ersatzzahlungen der Eingriffsregelung und flossen wieder in jene Landkreise zurück, in denen sie anfielen. Zusätzlich konnte die Stiftung etwa 70 Millionen Euro - hauptsächlich von der Europäischen Union – einwerben. Diese Mittel kommen nicht nur den Menschen und der Biologischen Vielfalt in Brandenburg zu Gute, sondern fördern auch die regionale Wirtschaft.

Unsere Finanzen - ein kurzer Überblick

Schlüsselblume (Foto: N. Künkler)

Im Jahr 2010 wurde das zu erhaltende Finanzvermögen des Stiftungskapitals durch den Stiftungsrat auf 1,8 Millionen Euro festgeschrieben. Gemäß Beschluss des Stiftungsrates  erfolgt ein Realerhalt des Stiftungskapitals aus den Überschüssen der Vermögensanlage.

Zur Finanzanlage des Stiftungskapitals zählt außerdem das Stammkapital der Tochtergesellschaft der Stiftung, der Flächenagentur Brandenburg GmbH, in Höhe von 100.000 Euro.

Durch Flächenerwerb verfügt die Stiftung über Sachanlagen in Form von Grundstücken, die dem Stiftungsvermögen zugeordnet werden. Zu den Einnahmen im Bereich des Stiftungskapitals gehören neben des Zinsen auch Einnahmen aus Nutzungsverträgen, der durch die Flächenagentur verwalteten Stiftungsflächen.

Zusammengefasst finanzieren wir uns über

• die Ersatzzahlungen
• die Zinsen des Stiftungskapitals
• den Zuwendungsvertrag Naturwacht
• zweckgebundene Projekt-Fördermittel
• Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale
• Geldauflagen und
• Spenden

Ersatzzahlungen – Vorteile, die sich auszahlen

Mit Ersatzzahlungen ist die Finanzierung und die Umsetzung strategisch wichtiger Naturschutzprojekte möglich, die über die Kompensationserfordernisse von Einzelvorhaben funktionell und räumlich hinausgehen. Die Ersatzzahlungen sind räumlich und zeitlich flexibel einsetzbar und mit verschiedenen Drittmitteln und Maßnahmen kombinierbar. Sie können von Projektträgern als Eigenanteil in Förderrichtlinien des Landes, des Bundes und der EU anerkannt werden. Die Umsetzung und die Nachhaltigkeit von Projekten, die mit Ersatzzahlungen finanziert werden, sind transparent und kontrollierbar.

Ersatzzahlungen lenken wir im Rahmen unserer Arbeit wieder in jene Landkreise zurück, in denen sie anfallen. Das bedeutet, dass die eingesetzten Gelder nicht nur in der Region verbleiben, sondern zudem durch die Anerkennung als Eigenanteil in Förderrichtlinien der EU, des Bundes  und des Landes vervielfacht werden können. Damit ist eine deutlich umfangreichere Projektwirkung verbunden, die sich durch Auftragsvergaben an lokale oder regionale Firmen oder touristische Aspekte auch positiv auf die Wirtschaft vor Ort und die Regionalentwicklung auswirkt. Durch die Stiftung können Projekte zudem über Landkreisgrenzen hinweg oder als landesweite Projekte finanziert und realisiert werden.

Das Antragsverfahren für unsere Projektförderung ist vergleichsweise unkompliziert. Bis zu einer Fördersumme von 25.000 € können Fördermittelanträge jederzeit und ohne Fristen eingereicht werden. Die Anträge werden zügig und effizient bearbeitet. Auf Wunsch können wir auch bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Ersatzzahlungen für regionale Förderprojekte

Durch die Kofinanzierung des Eigenanteils mit Ersatzzahlungen können Projekte oftmals überhaupt erst realisiert werden. Dabei werden Drittmittel mobilisiert, zu denen die Antragsteller sonst keinen Zugang hätten.
Durch die Kofinanzierung des Eigenanteils mit Ersatzzahlungen können Projekte oftmals überhaupt erst realisiert werden. Dabei werden Drittmittel mobilisiert, zu denen die Antragsteller sonst keinen Zugang hätten.

Förderprojekte decken ein sehr breites Maßnahmenspektrum ab und kombinieren regionales und lokales Naturschutzwissen mit dem know-how der Stiftung. Das Antragsverfahren bei der Stiftung ist bewusst einfach gehalten, um den Antragstellern den Zugang zu Fördermitteln zu erleichtern. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Unterstützung ehrenamtlich Engagierter.

Erfahrungen im Management

Die naturschutzbezogenen Erfahrungen vor Ort werden durch die fachlichen Kompetenzen der Stiftung perfekt ergänzt.
Die naturschutzbezogenen Erfahrungen vor Ort werden durch die fachlichen Kompetenzen der Stiftung perfekt ergänzt.

Im Laufe der Jahre hat sich bei der Stiftung ein äußerst umfangreicher Erfahrungshorizont im Förder- und Projektmanagement gebildet, das sie als Dienstleisterin für die Landkreise, Städte, Gemeinden, Verbände und Vereine anbietet.

Dazu zählen:

  • die sinnvolle Koordinierung und Bündelung von Ersatzzahlungen für Maßnahmen,

  • eine fördertechnische Beratung,die effiziente und zügige Bearbeitung der Fördermittelanträge,

  • eine fachliche Beratung (und Einbindung entsprechenden know-hows),

  • die Akquise von Drittmitteln und Erhöhung des finanziellen Umfangs von Projekten und

  • die Kompetenz in der Projektentwicklung und –durchführung.

Die naturschutzbezogenen Erfahrungen vor Ort werden durch die fachlichen Kompetenzen der Stiftung perfekt ergänzt. Durch die vielen Projekte, die die Stiftung in den vergangenen 20 Jahren verwirklicht hat, ist ein enormer Erfahrungshorizont entstanden, der jedem einzelnen neuen Projekt zugutekommt.