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Baumeister in der Dämmerung

Der Biber ist den 70er Jahren nach Brandenburg eingereist.

Er fällt Bäume, baut Burgen und Dämme, gestaltet die Landschaft. Sein Markenzeichen sind die großen Nagezähne und der abgeplattete Schwanz, die so genannte Kelle. Der Biber ist nach dem südamerikanischen Wasserschwein das größte Nagetier der Welt. 

Am Ende des 19. Jahrhunderts stand der Biber kurz vor dem Aussterben. Begehrt waren Fleisch und Fell. Das so genannte "Bibergeil", ein stark riechendes Drüsensekret, war in der medizinischen Praxis des Mittelalters ein viel gepriesenes Heilmittel.

Der Elbebiber (castor fiber albicus) überlebte im Gebiet der Mittleren Elbe. Vor dort wanderte er in den 1970er Jahren wieder in Brandenburg ein.

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Körpermerkmale

  • plumper, gedrungener Körperbau, nimmt von vorn nach hinten an Breite zu
  • Höchstgewicht bis 36 kg
  • Körperlänge (ohne Kelle) ca. ein Meter
  • Kelle 30 bis 40 Zentimeter lang und 12 bis 15 cm breit
  • Augen und Ohren klein, Geruchssinn recht gut entwickelt
  • Vorderfüße mit fünf kräftigen Grabzehen
  • Zehen der Hinterfüße durch Schwimmhäute verbunden, zweite Hinterfußzehe trägt eine schwächere Doppelkralle, die zur Fellpflege und als "Zahnstocher" dient
  • große, ständig nachwachsende Schneidezähne
  • kräftige Kaumuskulatur, erzeugt eine Beißkraft von ca. 75 kp/cm2 (Mensch: 45 kp/cm2)
  • Fell: dichte, gekräuselte Unterwolle und kräftige Grannenhaare (pro cm2 23.000 Haare)

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Lebensweise

Der Biber besiedelt  stehende und fließende Gewässer mit dichtem Gehölzsaum. In den Auebereichen an Elbe und Mulde, Ohre und Havel findet er ideale Lebensbedingungen.

Seinen Bau verlässt er normalerweise erst nach Sonnenuntergang und ist dann die ganze Nacht aktiv. Auf dem Land kanner sich nur schwerfällig fortbewegen. Er ist aber ein gewandter Schwimmer und guter Taucher. Die Hinterfüße dienen im dabei als Antrieb und die Kelle als Steuerruder. Ohren und Nase werden beim Tauchen verschlossen. So kann der Elbebiber bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben.

Baumfäller

Der Biber fällt Bäume. Dies tut er aus verschiedenen Gründen: Er braucht Stämme und Äste von Gehölzen zum Bau seiner Burgen und Dämme. Bevor der Baum gefällt wird, nagt der Biber rund um den Stamm die Rinde ab. Nagespuren der Biber sind an der typischen Sanduhrform zu erkennen.

Er fällt aber auch Bäume, um an Nahrung zu gelangen. Biber ernähren sich rein vegetarisch. Im Winter von Baumrinde, vor allem Weide und Pappel, auch Pflanzenwurzeln und Knollen. Im Sommer von Wasser- und Unterwasserpflanzen sowie Laub von jungen Gehölzen. Er bereichert seinen Speiseplan mit Feldfrüchtens und Fallobst.

Biberwohnung

Zum Schutz vor Feinden, als Aufzuchtstätte für die Jungen, als Schlaf- und Überwinterungsquartier errichten Biber Baue. Die Art, Größe, Ausrichtung und Gestalt der Baue ist recht vielseitig und hängt vom Lebensraum ab.

Heute gibt es im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg etwa 25 Biberreviere. Man findet Spuren an der Elbe und deren Zuflüssen wie Löcknitz, Stepenitz, Karthane und im Gnevsdorfer Vorfluter.

Quelle: Naturwacht Rühstädt

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