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Fledermäuse weltweit vom Aussterben bedroht

copyright Thomas Stephan

Auch Brandenburgs Flugakrobaten verlieren ihren Lebensraum

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum „Jahr der Fledermaus“ ausgerufen, um auf das drohende Aussterben vieler Fledermausarten aufmerksam zu machen.  Von den 30 in Mitteleuropa lebenden Fledermausarten sind über die Hälfte hier bei uns beheimatet. Allein in Brandenburg stehen 95 Prozent aller Fledermausarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Sie heißen Großes Mausohr, Bechstein- fledermaus, Fransenfledermaus, Kleine Bartfledermaus, Große Bartfledermaus, Teichfledermaus, Wasserfledermaus, Braunes Langohr, Graues Langohr, Mopsfledermaus, Breitflügelfledermaus, Nordfledermaus, Zweifarbfledermaus, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Rauhhautfledermaus, Großer Abendsegler, Kleiner Abendsegler.

Auch Sie können den Artenschutz in Brandenburg mit einer Spende unterstützen. Herzlichen Dank. Ja, ich möchte online helfen.

Quartiere gesucht

Fledermäuse brauchen zum Schutz Hohlräume, wie sie Felsen oder alte Bäume bieten. Doch im Wald herrscht „Wohnungsnot“ weil strukturarme Kiefernforste keinen Unterschlupf bieten. Notgedrungen haben sich die Flattertiere in die Nähe der Menschen begeben. Man findet sie auf Dachböden, in Mauerritzen von Wohnhäusern, in Kirchen, an Brücken und in alten Bunkern. Sie geraten dadurch häufig in Gefahr.


Der Klausdorfer Ringofen im Umbau

Vandalismus und Verfall zerstören Fledermausquartiere

Besonders zur Überwinterung benötigen Fledermäuse ungestörte, feuchte und frostfreie Räume wie z.B. alte Brauerei- und Erdkeller und Gewölbe. Doch viele dieser Quartiere werden durch Verfall oder mutwilligen Vandalismus zerstört und Verschlüsse, die zum Schutz der überwinternden Fledermäuse dienen, werden aufgebrochen. Auch bei Renovierungen alter Gebäude gehen oft Fledermausquartiere verloren, obwohl mit einem geringen Aufwand hier viel getan werden kann. In einem einzigen Fledermauskasten können bis zu 40 Tiere ein neues Zuhause finden.

Gefahr durch Umweltgifte

Aber nicht nur der Quartierverlust sondern auch der Einsatz von Pestiziden und der Straßenverkehr beeinflussen den drastischen Rückgang der Fledermäuse in Brandenburg. Eine weitere große Gefahr für Fledermäuse birgt auch der Einsatz von toxischen Mitteln bei Renovierungen, da die Tiere in unmittelbaren Körperkontakt zum Holz kommen. Dabei gibt es umweltfreundliche Holzschutzmittel, die den Lebensraum der Fledermaus nicht beschädigen.

Fledermäuse als Umweltindikator

Fledermäuse gehören zu den in Brandenburg am stärksten gefährdeten Säugetieren. Bedingt durch ihre Lebensweise reagieren sie empfindlich auf gestörte ökologische Zustände und sind so ein Güteanzeiger für die Umwelt. Unsere „fliegenden Helfer“ Fledermäuse erfüllen als „biologische Schädlingsbekämpfer“ eine wichtige Rolle im Ökosystem. So vertilgt eine einzige Zwergfledermaus im Monat bis zu 60.000 Insekten. Fledermäuse sind die einzigen Tiere, die nachts Insekten jagen. Gäbe es keine Fledermäuse, könnten sich nachtaktive Insekten ungehindert vermehren.

Schon gewusst?

Fledermäuse gibt es seit etwa 50 Millionen Jahren. Sie jagen zwischen Abend- und Morgendämmerung und ernähren sich von Mücken, Fliegen, Käfern, Nachtfaltern u.a. Sie wohnen auf Dachböden, Spaltenräumen an Gebäuden (z.B. Fensterläden, Verschalungen), Baumhöhlen und schlafen von November bis März vor allem in Höhlen und Bergwerksstollen und anderen unterirdischen Hohlräumen. In der Regel bekommt jedes Weibchen ein Jungtier im Juni. Fledermäuse erreichen ein Lebensalter von 8 bis 30 Jahren. Zwischen ihren Sommer- und Winterquartieren wandern die Kolonien bis zu 10.000 km, wobei sie sich mit Ultraschall ab ca. 20 kHz orientieren. Ihre Feinde sind Katzen, Marder und Eulen. Und natürlich wir Menschen. Durch Quartierzerstörung, Insektizideinsatz, Zerschneidung und Ausräumung der Landschaft verdrängen wir die kleinen Flieger aus ihren angestammten Lebensräumen.


Unser Rettungsplan für die Fledermäuse Brandenburgs

Bechstein-Fledermaus


Fledermausquartiere erhalten

Ob im Naturpark Barnim oder in der Märkischen Schweiz – in ganz Brandenburg sind unsere Naturwacht-Ranger zum Schutz der Fledertiere im Einsatz. Unsere Ranger kennen die bedrohten Quartiere, leisten Überzeugungsarbeit bei den Eigentümern und organisieren Erhalt oder Umbau. Wir stellen Fledermauskästen zur Verfügung, verschließen die Öffnungen, damit sie frostsicher sind und bringen verschließbare Türen an, die Vandalismus verhindern.

Ein Dach über dem Kopf

In der Märkischen Schweiz wurden in den letzten Jahren 100 Sommerquartiere geschaffen und bieten nun mehr als 800 Fledermäusen ein neues Zuhause.

Auch der ehemalige Ringofen bei Klausdorf im Landkreis Teltow-Fläming wurde zum Fledermausdomizil umgebaut. Hier, wo einst Lehmziegel gebrannt wurden, finden nun über 40 „Braune Langohren“, Mops- und Fransenfledermäuse ein sicheres Zuhause.

Aufklären und schützen

Umweltbildung wird bei der Stiftung NaturSchutzFonds groß geschrieben. In unserem Junior-Ranger-Programm engagieren sich Kinder und Jugendliche für den Erhalt der Artenvielfalt in Brandenburg. Für das Fledermausprojekt unserer „Fläming-Füchse“ gab es 2010 sogar den Naturschutzpreis.

Auch Sie können den Artenschutz in Brandenburg mit einer Spende unterstützen. Mit 20 Euro geben zwei Familien der nächtlichen Flugakrobaten ein Zuhause. Herzlichen Dank. Ja, ich möchte online helfen.