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Katrin Mielsch

Naturwacht im Naturpark Hoher Fläming/OT Baitz

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Großtrappe weltweit gefährdet

ein balzender Großtrappenhahn
copyright - Förderverein Grosstrappenschutz e.V.

Nur noch 120 Großtrappen in Deutschland

Die Großtrappe, Europas schwerster flugfähiger Vogel, steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Es gibt nur noch wenige dieser weltweit gefährdeten Großvögel und Deutschland zählt zu ihren letzten Refugien. Aber auch hier waren sie bereits fast verschwunden: Gerade einmal 50-55 Tiere wurden Mitte der 1990er Jahre in Brandenburg gezählt, in allen anderen Bundesländern war die Großtrappe bereits ausgestorben.

Brandenburg eines der letzten Rückzugsgebiete

Der Schutz der Großtrappen ist eines der wichtigsten Naturschutz-Anliegen in Brandenburg. Vor 70 Jahren gab es noch 4.000 Großtrappen in Deutschland. Seit den 1970er Jahren wachsen die Zweifel, ob diese Tierart in Deutschland überleben wird. Allein die hohe Lebenserwartung der Vögel konnte ihr Aussterben hinauszögern. Dank des Einsatzes vieler Naturschützer gibt es derzeit wieder 120 Exemplare in den Naturschutzgebieten Havelländisches Luch, den Belziger Landschaftswiesen und dem Fiener Bruch.

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Gefahr durch Lebensraumverlust

Eine große Gefahr für die Großtrappe liegt in der starken Zergliederung ihres Lebensraumes. Die sensible Art benötigt weiträumige Landschaften mit extensiv genutzten Bereichen, die eine moderne Landwirtschaft mit Feldern ohne Randstreifen und Brachen nicht mehr bietet. Flächenversiegelung und der Bau neuer Bahntrassen machen den Großvögeln zu schaffen: wichtige Nahrungs- und Brutflächen gehen verloren. Strommasten und Windräder können Anflugopfer verursachen und so den Bestand einer vom Aussterben bedrohten Art gefährden.

Futtervernichtung durch Biozide

Ein weiterer Grund für den rapiden Rückgang der Großtrappe ist der massive Einsatz von Bioziden. Durch die Vernichtung von Wildkräutern und Insekten wird den Großvögeln ihre Nahrungsgrundlage entzogen. Großtrappenküken haben einen enormen Nahrungsbedarf, der vor allem über Insekten, Tausendfüßler oder Spinnen gedeckt werden muss. Schon einfache Maßnahmen wie z.B. der Erhalt oder die Anlage von Brachestreifen im Ackerland fördern aufgrund der Pflanzenvielfalt und lockerer Vegetationsstruktur die Wirbellosenfauna und sorgen für ein Nahrungsangebot.

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copyright - Förderverein Großtrappenschutz e.V.

Kritisch: Brut und Aufzucht der Jungtiere

Großtrappenküken brauchen Abwechslung auf dem Speiseplan.  Insbesondere Klee, Erbse, Esparsette, Luzerne aber auch Wiesen- und Ackerkräuter werden gern genommen. Während die erwachsenen Tiere sich von Kräutern, Körnern, Samen, Früchten, Insekten und Kleinsäugern ernähren, bekommen die Jungtiere eine Eiweißmast, um möglichst im Rekordtempo groß und stark zu werden. Finden diese Küken die spezielle Nahrung nicht, so müssen sie verhungern.

Bedrohung durch Beutegreifer

Gelege und Jungvögel fallen oft auch natürlichen Feinden zum Opfer. Besonders die kritischste Phase, die Aufzucht der Jungvögel, fordert den Schutz vor Fuchs, Waschbär und Marderhund. Diese gefährden nicht nur die Großtrappen, sondern auch zahlreiche weitere Bodenbrüterarten in Brandenburg. Bei der kleinsten Störung verlassen die Hennen ihr Gelege, so dass die Küken keine Überlebenschance haben. Verlassene Eier müssen dann künstlich bebrütet werden. Ehrenamtliche Naturschützer füttern die geschlüpften Küken, um sie nach der Aufzucht möglichst auszuwildern. 

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Unsere Maßnahmen zum Schutz der Großtrappe

Gehegezaun zum Schutz der Großtrappen und ihrer Gelege

 

Flächenerwerb im Havelländisches Luch

Um wichtige Flächen für den Trappenschutz langfristig zu sichern, erwirbt unsere Stiftung 24,5 ha Grünland in der Gemarkung Buckow. Durch

Mehrfelderwirtschaft und Dauergrünlandstreifen wird der Tisch für die Trappen reich gedeckt. Der Verzicht auf Biozide und Düngemittel und die störungsarme Bewirtschaftung sollen den Bruterfolg der ansässigen Großtrappen verbessern. Ein Zaun schützt die heranwachsenden Küken vor Marderhund und Fuchs.

Ein Nutzungskonzept für den Fiener Bruch: Diese weitläufige, von zahlreichen Gräben durchzogene Niederungslandschaft zeichnet sich durch eine abwechslungs- und strukturreiche Landschaft aus. Sie ist geprägt von Bruchwäldern, Weidengebüschen, Röhrichten und ehemaligen Torfstichen. Damit auch hier die Gebiets-Bewirtschaftung auf die Belange des Großtrappen-Schutzes ausgerichtet werden kann, erarbeitet der NaturSchutzFonds Brandenburg einen Managementplan für den Brandenburger Teil dieses wertvollen Vogelschutzgebietes.

Aufklären und schützen

Umweltbildung wird bei der Stiftung NaturSchutzFonds großgeschrieben. Unsere Ranger bieten regelmäßig Führungen zu den Großtrappen-Schutzgebieten an, die es den Besuchern ermöglichen, diese Tiere zu beobachten. Ziel ist es, viele Menschen für die Situaion der Großtrappen zu sensibilisieren und sie langfristig für den Erhalt dieser einmaligen Tiere zu begeistern.

Auch Sie können den Trappenschutz in Brandenburg mit einer Spende unterstützen. Herzlichen Dank. Ja, ich möchte online helfen.

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