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Ulrike Sweetwood

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Ein König der Lüfte

Der Seeadle (Hailiaeetus albicilla) wirkt wegen seiner Kraft und Gestalt so majestätisch, er ist oft als Wappentier zu finden. Um 1900 war er fast vollkommen ausgerottet, da er als „Raubvogel“ und Nahrungskonkurrent betrachtet und rücksichtslos gejagt wurde. Diese Jagd wurde in den 1940er Jahren verboten. Doch bereits in den 1950er Jahren trat ein neues Problem auf. Durch den Einsatz des Pflanzenschutzmittels DDT ging der Bestand dramatisch zurück. Der Seeadler steht am Ende der Nahrungskette - ein Endkonsument - und hat dieses Gift durch die Nahrung mit aufgenommen. Durch DDT wurden die Eierschalen äußerst dünn. Sie zerplatzten, wenn sich die Eltern zum Brüten darauf setzten. In den 1970er Jahren wurde der Einsatz von DDT verboten. Ein weiteres Problem: Eierdiebe dar, die die Eier stahlen und als wertvolle Sammlerstücke verkauften.

Auch heute nimmer der Seeadler mit seiner Nahrung noch Gift auf: Schrotkugeln. Als Aasfresser nimmt er häufig Schrot von geschossenem Wild auf. Das Blei wird durch die Magensäure zersetzt und gelangt in die Blutbahn - und führt sehr häufig zu tödlichen Vergiftungen. Es wäre zu begrüßen wenn in allen Bundesländern bleifreies Schrot bei der Jagd verwendet werden würde. Hochspannungsleitungen und Windkraftanlagen sind weitere aktuelle Gefahren für den Seeadler. Der Seeadler ist gesetzlich geschützt. Der Bestand deutschlandweit liegt derzeit bei über 500 Brutpaaren. Die meisten davon in Mecklenburg Vorpommern und Brandenburg.


Kennzeichen

  • Männchen ist kleiner und leichter als das Weibchen
  • Größe: 70 cm ♂ bis 90 cm ♀
  • Flügelspannweite: 190 bis 250 cm
  • Gewicht: bis zu 7 kg
  • Alter: 15 bis 40 Jahre
  • langer Hals und kräftiger Schnabel
  • Fänge nicht bis zu den Zehen befiedert
  • besonderes Flugbild: Kopf weit vorgestreckt, breite lange Flügel die an ein Brett erinnern
  • Geschwindigkeit mehr als 60km/h; im Sturzflug bis zu 160 km/h
  • Jagdrevier umfasst 60 km2 , im Winter oft größer
  • täglicher Fleischbedarf: 700g


Lebensraum

Der Seeadler besiedelt ganzjährig Meeresküsten, aber auch Seen und Flussläufe in den Niederungen. Als Brutplätze bevorzugen sie ruhige, große und zusammenhängende Wälder mit ausreichendem Altholzbestand. Entscheidende Faktoren sind Störungsarmut und Nahrungsreichtum. Der Seeadler hat keine wirklichen natürlichen Feinde, nur Nesträuber wie Marder und Waschbär können seiner Brut etwas anhaben.

Ernährung

Der Seeadler schlägt seine Beute im Sturzflug aus geringer Höhe über Wasser und Land. Fische fängt er an der Wasseroberfläche. Im Gegensatz zum Fischadler, der auch taucht. Sollte der Fisch zu schwer sein, „rudert“ er mit seinen Flügeln ans Ufern. Ansonsten ist es ein Leichtes für den Seeadler Fische mit einem Gewicht von 3 bis 6 kg zu ergreifen und weiter zu fliegen. Wasservögel, kleinere Säugetiere und verendetes Wild gehören ebenso zu seiner Nahrungspalette. In der Zeit des Gänsezuges versammeln sich bis zu 30 Seeadler zur Jagd an der Elbe.

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Familienleben

Seeadler leben in dauernder Einehe zusammen. Im Dezember und vor allem im Januar kann man sie bei ihrer eindrucksvollen Flugbalz beobachten. Die Paarungszeit beginnt Anfang Februar und endet im März. Das Weibchen legt dann ein bis drei Eier. Der Legeabstand beträgt zwei bis fünf Tage. Die Eier werden nun abwechselnd von beiden Altvögeln 34 bis 42 Tage bebrütet. In dieser Zeit sind die Seeadler besonders empfindlich gegenüber Störungen. Die Jungen werden von dem Weibchen in den ersten Wochen gehudert und gefüttert, während das Männchen die Beute beschafft. Die Jungen beginnen nach etwa neun bis zehn Wochen mit ersten Flugübungen und klettern in der Baumkrone herum. Sie bleiben aber etwa weitere vier bis fünf Wochen im Horst und verlassen ihn dann. Mit 15 bis 17 Wochen sind sie dann richtig selbstständig und suchen sich ihr eigenes Revier. Geschlechtsreif sind die jungen erst im vierten oder fünften Lebensjahr. Erst dann haben sie auch das Federkleid eines Altvogels bekommen.

Jung- und Altvögel

Die Jungvögel besitzen ein schwarzbraunes Gefieder, der keilförmige Stoß (Schwanz) ist braunweiß gefleckt. Die Altvögel besitzen hingegen ein erdbraunes Gefieder, nur der Kopf und Hals sind ockerfarben. Ihr Schwanz, ist vollkommen weiß. Im Gegensatz zu den Altvögeln ist der Schnabel der Jungen grau und nicht gelb.

Der Horst

Die Seeadler benutzen ihre Horste oft über mehrere Jahre hinweg. Sie befinden sich meist in Kronen alter Bäume wie Kiefern, Eichen oder Buchen in der Nähe des Nahrungsgewässers. Der Horst ist ein massiver Bau aus Stöcken und Reisig. Die Mulde ist ausgelegt mit grünen Pflanzen, Zweigen und Wolle. Da der Horst ständig erneuert wird, können sie einen Durchmesser von bis zu zwei Metern, eine Höhe von drei bis fünf Metern und ein Gewicht von bis zu 600 kg erreichen.

Quelle: Naturwacht Rühstädt, Stand 10/2010

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