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Ulrike Sweetwood
Öffentlichkeitsarbeit/Fundraising
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Seit Jahrhunderten gehören Obstwiesen zu den landschaftsprägenden Bereicherungen unserer Kulturlandschaft. Höfe und Siedlungen wurden von breiten Gürteln aus Obstbäumen umgeben. Sie boten Schutz, ausreichende Obsternte und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ideale Lebensbedingungen.
Die Modernisierung und Intensivierung der Landwirtschaft sowie die sich im Obstanbau durchsetzenden modernen Anbauverfahren (Obstplantagen mit Buschobst) führten seit etwa 30 Jahren zu einem starken Rückgang der Obstwiesen. Schutz- und Hilfemaßnahmen sind dringend geboten!
Im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg gibt es ein Programm zur Anlage und Pflege von Streuobst. Gegenstand des Programms ist die Neuanlage von Streuobst, Projekte zur Erhaltung bedrohter Genresourcen sowie die Erhaltung und Pflege alter Streuobstbestände.
Streuobstwiesen sind Anpflanzungen von hochstämmigen, großkronigen Obstbäumen auf Wiesen und Weiden bis hin zu Obstalleen an Feldwegen und Straßen, deren Unterwuchs als Mähwiese oder Viehweide genutzt werden.
Apfelbäume mit breiter, rundlicher Krone:
Pflaumenbäume
Birnbäume mit hochovaler Krone
Kirschbäume mit rundlicher Krone
Streuobstwiesen bieten eine große Obstsortenvielfalt mit unterschiedlichen Eigenschaften in Bezug auf Geschmack, Lernfähigkeit, Reifetermin, Inhaltsstoffe und Verwendungszweck.
Streuobstbestände im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg
Abbendorf ist eines der Dörfer im Biospärenreservat mit dem reichsten Obst- und Sortenbestand. Von den insgesamt 77 im Gebiet gefundenen Apfelsorten, gibt es allein 36 in Abbendorf. Darunter ganz bekannte, wie ‘Schöner von Boskoop‘ oder ‘Wintergoldparmäne‘. Gefunden wurden auch alte Sorten wie ‘Altländischer Pfannkuchenapfel‘, ‘Bischofsmütze‘ und ‘rheinische Schafsnase‘.
Im Biosphärenreservat findet man Streuobstwiesen, die bis zu 100 Jahre alt sind. Eine der ältesten steht in Rühstädt, ebenso der wahrscheinlich älteste Apfelbaum, ein ‘Prinzenapfel‘, mit dem stattlichen Alter von ca. 140 Jahren. Der älteste Birnenbaum ‘Esperens Herrenbirne‘ steht in Bälow. Er ist ca. 130 Jahre alt. Gefunden wurden im Biosphärenreservat auch 26 Birnen- und 6 Pflaumensorten. Unter den Birnen sind ‘William Christ‘ und ‘Clapps Liebling‘ bekannt, weniger ‘Winterlonchen‘ und ‘Nordhäuser Winterforelle‘. Bei den Pflaumenarten kennt man ‘Hauszwetschge‘, die auch Bauernpflaume oder Quetsche genannt wird. In Grube wurde eine Pflaume namens ‘Emma Leppermann‘ gefunden.
(nach Manfred Krakow, Erfassung 1998)
In den ersten Jahren nach der Pflanzung brauchen die meisten Obstarten einen regelmäßigen Erziehungsschnitt. Später dann einen Instandhaltungsschnitt.
Obstart und Sorte sind vom Standort abhängig. Sehr trockene Böden und Staunässe sind ungeeignet.
Die beste Pflanzzeit ist im Winterhalbjahr, zwischen Laubfall und Blattaustrieb, allerdings nicht bei Frost.
Die Pflanzung sollte, auch aus bestäubungsbiologischen Gründen aus verschiedenen Obstarten bestehen. Regionaltypische, frostharte Sorten sind zu empfehlen. Sie sind weniger anfällig gegenüber Insekten, Pilzen und Krankheiten. Die Stammhöhe eines neuen Baumes sollte bis zum ersten Ast mindestens 1,80 Meter betragen.
Quelle: Naturwacht Rühstädt