Gute Nachrichten 2021Was nicht untergehen sollte

Wie im letzten Jahr häufen sich gerade wieder die schlechten Nachrichten, die Stimmung sinkt und ist oft genug gereizt. Und wie im letzten Jahr möchten wir dem gern etwas entgegensetzen: Es gibt sicher viel Positives, das in diesem Jahr passiert ist und in Erinnerung bleiben sollte. Wo sind die guten Nachrichten?! Hier sind unsere! Wir haben wieder Lichtblicke gesammelt, kleine und nicht ganz so kleine, kunterbunt durcheinander ...

Nisthilfen für den Wiedehopf

Für den vom NABU gekürten Vogel des Jahres 2022, den Wiedehopf, hat die Naturwacht zusammen mit Mitgliedern der Fachgruppe Ornithologie im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe zehn Nisthilfen ausgebracht. Die Nisthilfe bei Lenzersilge wurde in diesem Jahr bereits angenommen! Für die Betreuung der Nisthilfen rund um Lenzen konnte bereits eine ornithologisch fundierte Familie gewonnen werden. Das Foto ist von Mario Herzog. Vielen Dank für die vielseitige Unterstützung!

Naturparkschule bleibt Naturparkschule!

Die Naturparkschule Mildenberger Grundschule bleibt Naturpark-Schule! Die Mildenberger Grundschule „Am Ziegeleipark“ wurde bereits 2015 als Naturpark-Schule gewürdigt. Nach fünf Jahren wurde die Zertifizierung durch den Verband Deutscher Naturparke nun bestätigt. 

Die enge Verknüpfung des Lehrplans mit der lokalen Natur und Landschaft wird dabei vor allem durch die langfristige Zusammenarbeit mit lokalen Expert*innen gewährleistet. Ein Blick über die Schulter des lokalen Imkers, Sähen und Ernten auf dem Bildungsacker und regelmäßige Ausflüge in die Natur machen nicht nur Spaß, sondern sorgen für einprägsame Lernerlebnisse. Besonders die langjährige Zusammenarbeit mit der Rangerin Katrin Lange der Naturwacht Uckermärkische Seen begeistert Kinder wie Lehrkräfte gleichermaßen. Der Unterricht im Grünen ist eine willkommene Abwechslung zum Klassenzimmer, das aktive Mitanpacken bei Amphibienkartierungen oder der Pflege der seltenen Orchideenwiesen sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler für den Wert und die Verletzlichkeit der Natur.

Süßwasserschwamm entdeckt

"Was ist das?" fragte sich die Rangerin Marion Korsch an der Löcknitzbrücke bei Birkholz. Am 18.06.2021 gelang ihr der Nachweis vom Süßwasserschwamm Spongilla lacustris. Den entscheidenden Hinweis zur Bestimmung hat Uwe Jueg vom Natureum Ludwigslust gegeben. Wieder einmal vielen Dank dafür!

Neue Standorte des Acker-Quellkrauts

Wieder-Entdeckung im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg - Aufgrund der Corona-Pandemie war Zeit, in weniger begangenen Gebieten im Gebiet unterwegs zu sein. So konnte Mitte Mai das seltene Acker-Quellkraut Montia arvensiis an neun Standorten bei Lenzen, Lütkenwisch und Wootz wiederentdeckt werden. Früher war die Art rund um Lenzen häufig, jedoch konnten keine Nachweise mehr im Managementplan und im Pflege- und Entwicklungsplan für das Gebiet dokumentiert werden.

Baumaßnahmen in der Börnicker Feldflur

Wir konnten an den Kleingewässern in der Börnicker Feldflur fast alle Bauarbeiten abschließen! Wir haben Gewässer entschlammt und vertieft, damit offene Wasserflächen entstehen. An den Ufern konnten wir Gehölze entfernen und die Uferzonen abfalchen: Diese besonnten Bereiche erwärmen sich schnell. Wir konnten gewässernahe Lesestein- und Totholzhaufen als Winterlebensraum anlegen (und andere erhalten).

Die im Gebiet Börnicke vorhandenen Kleingewässer haben für Rotbauchunke und Kammolch, aber auch für andere gefährdete Amphibienarten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie, wie Moorfrosch, Kreuzkröte, Erdkröte, Wechselkröte und Knoblauchkröte, eine große Bedeutung als Laichgewässer. Die Sölle mit einer Fläche von insgesamt etwa 22 Hektar gehören zu unseren Stiftungsflächen im Landkreis Barnim.

Schatzkiste der Umweltbildung

Die Bildungsangebote aus dem ELER geförderten Projekt ErlebnisVielfalt der Naturwacht Brandenburg liegen jetzt in gedruckter Form vor! Insgesamt sind es 53 Bildungsangebote rund um die biologische Vielfalt und eine nachhaltige Entwicklung in Brandenburg für Kita-Kinder, Kinder im Grundschulalter und Jugendliche der Sekundarstufen I und II. 

In den erprobten Angeboten geht es um verschiedene Lebensräume wie Wald, Wiese, Moor oder Gewässer und gleichzeitig um die Artenvielfalt Brandenburgs: Amphibien, Biber, Fledermäuse, Insekten, Vögel und Wölfe stehen im Fokus. Außerdem finden sich Bildungsangebote zum Ressourcenschutz, zu Müllvermeidung und zum Klimawandel. Einige befassen sich mit speziellen Aspekten der Nationalen Naturlandschaften. Eine Schatzkiste der Umweltbildung...

Gemeinsame Sache für spezielle Arten

Gemeinsame Sache für spezielle Arten - Ein Workshops zum Thema Artenvielfalt der Feuchtwiesen hat gezeigt: Der Schutz spezieller Artengemeinschaften ist ein gemeinsames Anliegen der Beteiligten aus Landwirtschaft, Gewässer- und Naturschutz. Gemeinsam mit dem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft und der Loki Schmidt-Stiftung hatten wir im Rahmen unserer Arbeit für Natura 2000 eingeladen und am Beispiel des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings nach Lösungen gesucht: Feuchtwiesen entlang der Deiche und Vorländer werden zurzeit von Mitte Juni bis Mitte September weder beweidet noch gemäht. Diese zeitlich gut abgestimmte Nutzung trägt einen großen Teil dazu bei, den Bestand der bedrohten Art zu halten.

Außerdem haben wir Samen des Großen Wiesenknopfes gesammelt und an geeigneten Stellen im Gebiet wieder ausgesät. Er steht für viele Arten der extensiv genutzten Feuchtgrünländer und ist die einzige Wirtspflanze des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings.

Zahlreiche Unterstützer für Fledermäuse

An einem Fledermaus-Tag im FFH-Gebiet „Genshagener Busch” haben die Kolleg*innen im Projekt Natura-2000-Umsetzung-II 50 (!) Menschen für die nachtaktiven Säuger sensibilisiert - und 25 Kästen aufgehängt! Die Besucherinnen und Besucher - neben Familien mit Kindern auch Spazierende oder Naturschutzfreunde - konnten die bis zu 30 Kilogramm schweren Kästen an vorher markierten Bäumen in schwindelnder Höhe selbst aufhängen und haben gleichzeitig viel über die Fledermäuse erfahren.

Besonders Interessierte haben eine ehrenamtliche Patenschaft übernommen. Eine Patenschaft umfasst einen Standort mit jeweils fünf Kästen. Als Pate oder Patin ist man - in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverein - dafür zuständig, die Kästen zweimal jährlich zu kontrollieren. Dabei wird geprüft, ob die Kästen entwendet wurden oder beschädigt sind. Vor allem Familien waren an der Patenschaft sehr interessiert und haben eine Urkunde mit ihren zugewiesenen Bäumen erhalten. Wir freuen uns über diese Unterstützung sehr!

Neue Flächen für den Trappenschutz

Wir konnten 2021 etwa 33 Hektar Flächen im Havelländischen Luch kaufen, fast alles Ackerflächen. Diese Flächen sind besonders wichtig für den Trappenschutz. Auf den Flächen wurden in den vergangenen Jahren bereits Trappenbrutplätze nachgewiesen. Durch eine angepasste Nutzung ist es möglich, die Ackerflächen sowohl als Brut- als auch als Nahrungshabitat aufzuwerten und eine erfolgreiche Reproduktion der Trappen zu unterstützen. Feldfruchtwechsel, Anlage von Schwarzbrachen, Blühstreifen und das Aussparen von Brutplätzen bei der Bewirtschaftung gehören hier unter anderem dazu. Damit können wir die Landesbemühungen um die von Aussterben bedrohte Großtrappe wirkungsvoll unterstützen.

Hecke ist angewachsen

In der Prignitz ist bei Putlitz auf 650 m Länge eine vor drei Jahren gepflanzte, fünfreihige Feldhecke auf unseren Flächen bei Lütkendorf gut angewachsen und bietet bald Schutz vor dem rauhen Westwind. Das Einzugsgebiet der Stepenitz wird naturnäher und strukturreicher. Die Pflanzung verbessert aber nicht nur den Zustand des Bodens und der angrenzenden Gewässer, sondern auch das Nahrungsangebot für verschiedene Arten: zum Beispiel für Fledermäuse oder Vögel wie Ortolan und Neuntöter.

An den Rändern der Hecke schließt sich ein zwei bis sechs Meter breiter Krautsaum an, auf dem ein regionaler Demeter-Betrieb, der das Projektflurstück seit 2018 gepachtet hat, einen Blühstreifenanlegt und pflegt.

Qualitätssiegel für Junior Ranger

Die Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs mit ihren außergewöhnlichen und schützenswerten Naturausstattungen sind die Lern- und Erlebnisorte der Junior Ranger. Gemeinsam mit den Rangerinnen und Rangern der Naturwacht Brandenburg gehen sie auf Tour, lernen Lebensräume und Arten kennen und setzen sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt und Ressourcensicherheit ein.

Dreimal wurde im Herbst 2021 das Qualitätssiegel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vergeben - eines davon an das Junior-Ranger-Programm der Naturwacht!!

Gutes Jahr für den Kaisermantel

Seit acht Jahren beteiligt sich die Naturwacht an den bundesweiten Schmetterlingszählungen. In dieser Zeit trat der Kaisermantel noch nie so gehäuft in Erscheinung wie in diesem Jahr. Ein auffallend gutes Jahr wurde dem größten heimischen Perlmutterfalter in der Herbstrückschau von Schmetterlingsexperten bescheinigt. Während es um andere Arten im nasskalten Frühjahr eher schlecht bestellt war, erlebte dieser Schmetterling den Sommer seines Lebens. Im Tagfaltermonitoring, einer Art Inventur für Schmetterlinge, konnte der Edelfalter 2021 vermehrt nachgewiesen werden. Ein seltenes Phänomen, denn nicht ohne Grund wurde der Kaisermantel zum Schmetterling des Jahres 2022 gekürt.

Die großen Tagfalter bevorzugen naturnahe Mischwälder mit Gewässernähe und saugen mit Vorliebe an den Blüten des Wasserdost. Eine Pflanze der Ufersäume unserer Gräben und Flüsse. Eigentlich kein hoher Anspruch, doch auch in der Prignitz machen sich diese Lebensräume rar. Gemeinsame Absprachen zur schonenden Gewässerunterhaltung und die langfristige Umwandlung monotoner Forsten in naturnahe Mischwälder fördern sein Vorkommen und die vieler anderer Arten.

Pflanzaktion für die Graslilie

Das Projekt Wildpflanzenschutz Deutschland (WIPS-de) hatte im Oktober zu einer öffentlichen Pflanzaktion eingeladen. Dafür stellten wir ihnen zwei Flächen in unserem Projektgebiet „Löptener Fenne-Wustrickwiesen“ bei Groß Köris zur Verfügung. 15 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie MitarbeiterInnen des Naturparks Dahme-Heideseen folgten dem Aufruf und halfen mit, rund 650 Pflanzen der Trauben-Graslilie (Anthericum liliago) in die Erde zu bringen!

Neuer Pächter gefunden

Im Rahmen unseres Projektes "Naturschutzfachliche Aufwertung im NSG und FFH-Gebiet Eulenberge“ schaffen wir Lebensräume, vernetzen sie und werten sie auf. Seltene Vogelarten, Kleinsäuger und Amphibien, zahlreiche Insekten und Fledermäuse profitieren von den unterschiedlichen Maßnahmen. Für die Bewirtschaftung unserer Flächen konnten wir einen Schäfereibetrieb für das angepasste Bewirtschaftungskonzept gewinnen. Schutz und Nutzung gehen Hand in Hand!

Innerhalb des Konzeptes haben wir für einzelne Flächenabschnitte unterschiedliche Entwicklungsziele definiert. Wer es genauer wissen möchte, kann das auch hier nachlesen.

Noch ein Pächter gefunden

Jahrelang lagen die Retziner Teiche brach - Erst in diesem Jahr zog ein Silberstreifen am Horizont auf: Ein Landwirt hat die Flächen nun gepachtet, erntet das Schilfrohr um es zu Dämmmaterial und Dachbedeckungen weiter zu verarbeiten, und mäht die Dämme und Teichflächen. Zudem haben wir einen engagierten Anwohner kennengelernt, welchem die Retziner Teiche sehr am Herzen liegen. Er unterstützt uns bei der Pflege, dem Erhalt der Staumönche und bei der Mahd!

Die Retziner Teiche sind ein wichtiges Habitat für Amphibien wie der Kammmolch oder auch seltenen Libellenarten wie der Großen Moosjungfer. Ein Planungsbüro wird nun eine Grundlagenstudie erstellen, wie die Teiche künftig bewirtschaftet werden können und welche baulichen Veränderungen nötig sind, um eine optimale Pflege der Flächen zu gewährleisten. Gute Aussichten für 2022!!

Stare zählen

Auch erfahrene Rangerinnen kommen bei der Zählung von großen Starenschwärmen an ihre Grenzen. Für die Schlafplatzzählung im Rambower Moor am 23. Oktober wurde bereits zu Hause geübt und ein Foto mit etwa 1.000 Staren ausgezählt.

Glücklicherweise flogen die Stare dann in zwei Trupps vom Schlafplatz ab. Der erste, kleinere, konnte gut auf etwa 2.000 Stare geschätzt werden. Der zweite zog sich als langes Band über die Rangerin, die am Ende mind. 22.000 Stare schätzte und beglückt von der tollen Naturerfahrung nach Hause ging. Da wird man ja ein kleines bisschen neidisch… ;)

Projektförderung wirkt

Gute Nachrichten auch aus unserer Projektförderung! Mit der Förderung der Stiftung konnte der Wasser- und Bodenverband „Uckermark Havel“ vier Feldsölle im Gramzower Luch renaturieren. Die gute Nachricht daran: Schon im kommenden Frühjahr können viele Amphibien hier laichen.

Rechtzeitig vor der Brutsaison im Frühjahr konnte die Kirchengemeinde Golzow die Baumaßnahmen am Kirchturm Golzow fertigstellen. Mit den Fördermitteln der Stiftung sind neue Quartiere für die ansässige Dohlenkolonie, für Schleiereulen, Turmfalken und Fledermäuse entstanden. Ein Projekt, das Natur- und Denkmalschutz vereint.

Im April konnte in Wildenbruch eine kleine Streuobstwiese eingeweiht werden. Schritt für Schritt entstehen so in der Region neue Flächen dieser, insbesondere für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere bedeutsamen Biotope.

Seit über zehn 10 Jahren pflanzt die Bauernhof Weggun GbR in der Gemeinde Nordwestuckermark nach und nach Gehölze auf ihren bewirtschafteten Flächen. Mit Förderung der Stiftung konnten auch in diesem Herbst weitere Hecken und Bäume gesetzt werden.

Gelege der Wiesenweihe geschützt

Anfang Juli war die Getreideernte in der Prignitz in vollem Gang. Die Mitarbeiter des Wiesenbrüterprojektes, Marion Korsch von der Naturwacht und Ehrenamtliche Vogelschützer hatten zu diesem Zeitpunkt erst ein Gelege der Wiesenweihe, einer seltenen Greifvogelart, finden und schützen können. Die Wiesenweihe hat früher in Röhrichten, Riedern, Hochstauden und auch im hohen Gras von Feuchtwiesen gebrütet. Heute brütet sie überwiegend in Getreide- und Rapsäckern.

Dann gab es einen weiteren Hinweis auf ein Gelege: Die Kollegin ging gleich am Wochenende auf die Suche und konnte ein Wiesenweihenmännchen beobachten. Die Hinweise auf eine Brut in der Nähe verdichteten sich. Am folgenden Tag - ein Sonntag und einer der heißesten Tage des Jahres - konnte sie am frühen Abend dann endlich eine Beuteübergabe an das Weibchen beobachten. Kurz danach ließ sich das Weibchen ins Getreide „plumpsen“, um zum Gelege zurückzukehren.

Marion Korsch merkte sich die Stelle im Getreidefeld, Krista Dziewiaty vom Wiesenbrüterprojekt konnte den bewirtschaftenden Landwirt des Feldes ausfindig machen und das Gelege konnte zwei Stunden (!) vor der Mahd vor dem Ausmähen bewahrt werden. Das Ergebnis zeigen das entzückenden Foto vom Büro Dziewiaty.

Diese Liste ist unvollständig - aber wir wollten an das erinnern, was geklappt hat, erfolgreich war und ist. Und so freuen wir uns auf 2022. Bleiben Sie uns gewogen!