Gehölzpflanzung an der KarthaneUnser Ziel: Mehr Struktur und Artenvielfalt

Auf unseren Flächen im Landkreis Prignitz, südwestlich von Bad Wilsnack, schützen wir die Karthane und gestalten gleichzeitig Landschaft und Lebensraum vielfältiger. Dafür haben wir Ende 2018 einen etwa zwei Kilometer langen Gehölzsaum gepflanzt. Mit Erfolg: Bereits 2019 hat die Zahl der Brutvögel zugenommen.

Eckdaten

Projekttitel: Gehölzpflanzung an der Karthane
Landkreis: Prignitz
Flächen: im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, im SPA-Gebiet „Unteres Elbtal“, im LSG „Brandenburgische Elbtalaue“ und teilweise im NSG „Wittenberge-Ruhstädter Elbniederung“ sowie im FFH-Gebiet „Karthane“
Maßnahme: Gehölzpflanzungen
Ziel: Verbesserung der Lebensraumstrukturen und des Landschaftsbildes
Zeitraum: 2017-2021
Gesamtprojektkosten: rund 106.000 Euro 
Projektförderung: Bundes- und Landesmittel aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" 

Hintergrund

Die Karthane erfuhr in der Vergangenheit starke Veränderungen: Besonders im Zuge der Komplexmelioration seit den 1960er Jahren wurde der Karthanelauf verbreitert und begradigt, die Karthane stark eingetieft und der ursprüngliche Gehölzbestand fast vollständig beseitigt. Um der Karthaneniederung ein Stück Naturnähe, Strukturvielfalt und Artenreichtum zurückzugeben, haben wir in enger Zusammenarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und weiteren lokalen Akteuren eine der längsten zusammenhängenden Hecken- und Gehölzpflanzungen der letzten Jahre umgesetzt.

Auf stiftungseigenen Flächen wurde in zwei Teilabschnitten ein etwa zwei Kilometer langer und bis zu 16 Meter breiter Gehölzsaum aus gebietsheimischen Bäumen und Sträuchern gepflanzt. Durch einen lockeren Aufbau soll sich ein naturnahes auetypisches Landschaftsbild ergeben: Breite, heckenartige Abschnitte wechseln sich mit kleineren und größeren Gehölzgruppen, Solitärbäumen, schmaleren Heckenabschnitten und Bereichen ohne Bepflanzung ab. Besonders im westlichen Teil bleiben relativ große Lücken bestehen, um Rast- und Zugvögeln einen freien Zugang zum Gewässer zu ermöglichen.

Insgesamt wurden mehr als 2.700 Gehölze gepflanzt. Es handelt sich ausschließlich um herkunfts-, standort- und sortengerechtes Pflanzmaterial. Ein besonderes Anliegen ist dabei, die in Brandenburg stark gefährdete Schwarzpappel zu fördern. Sie ist eine der wenigen Charakterbaumarten der Weichholzaue und prägt mit ihrem einzigartigen Habitus die Landschaften der Flussauen.

Brutvogelkartierung

Die Pflanzung wirkt sich schon jetzt positiv auf verschiedene Vogelarten im Gebiet aus: 2018 und 2019 wurden im Rahmen unserer Erfolgskontrolle 60 Brutvogelarten nachgewiesen, von denen 19 Arten gefährdet sind. Damit stieg die Gesamtartenzahl im nordwestlichen Teil im Vergleich zu 2018 um ein Viertel.

Starke Bestandszunahmen zeigten einige Brutvögel der offenen und halboffenen Lebensräume, darunter Grauammer und Braunkehlchen. Sie nutzen aktuell die Wildschutzzäune als Sing- und Sitzwarten. Sobald die Pflanzung dichter geworden ist, werden sich diese Arten zurückziehen. Langfristig werden Vogelarten wie Neuntöter oder Sperbergrasmücke von den neuen Strukturen profitieren.

Fotos: M. Thiele (Pflanzung an der Karthane von 2018), T. Wahrenberg (Braunkehlchen), M. Stein (Pflanzung des Verbandes für Landentwicklung und Flurneuordnung Brandenburg an der Karthane von 2006)

Ihre Ansprechpartnerin

Eva Sieper-Ebsen
Fachbereichsleiterin Stiftungsprojekte
Telefon: (0331) 971 64 720
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