Bäume für die VielfaltUnser Ziel: Schutz der Lebensräume in alternden Bäumen

Auf unserer Stiftungsfläche "Buchwäldchen-Muckwar" im Landkreis Oberspreewald-Lausitz konnten wir dank einer Spende drei Eichen als Biotopbäume ausweisen. Diese Bäume werden nun nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt.

Biotopbäume sind wertvoll für zahlreiche Arten: Im Werden, Wachsen und Vergehen eines Baumes entstehen vielfältige Lebensräume.

Auf einen Blick

Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Fläche: im Naturschutz- und FFH-Gebiet "Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar" im Naturpark Niederlausitzer Landrücken
Maßnahme: Auszeichnung von drei Biotopbäumen
Ziele: Sicherung als Lebensraum, Ausschluss der Bäume von der forstwirtschaftlichen Nutzung
Zeitraum: 2020, Ausweisung neuer Biotopbäume je nach Spendenlage

Hintergrund

Die Entwicklung zum wertvollen Biotopbaum beginnt oft mit Verletzungen oder Wuchsbesonderheiten wie Ast- oder Kronenabbrüche, Krummwuchs, Gabelungen oder Verwachsungen. Normalerweise werden solche Bäume aufgrund der schlechteren Holzqualität bei Durchforstungen entnommen, um hochwertigen Bäumen bessere Wachstumsbedingungen zu bieten. Werden aber junge Bäume, die solche Besonderheiten aufweisen, erhalten, können sie sich langfristig zu einem Biotopbaum entwickeln.

Die drei Eichen im Gebiet wurden im Juni dieses Jahres vom Fachbereich Stiftungsflächen ausgewählt und mit Plaketten als Biotopbäume ausgezeichnet. Sie sind nun dauerhaft von einer Nutzung ausgeschlossen. Das Spendengeld ersetzt dabei die Einnahme, die durch den Holzverkauf hätte erzielt werden können bzw. kompensiert den wirtschaftlichen Wert eines Baumes, der stattdessen an dieser Stelle hätte heranwachsen.

Bedeutung als Lebensraum

Mit dem Alter steigt der ökologische Wert eines Biotopbaumes: Es entstehen raue Ast- und Stammoberflächen, auf denen sich vermehrt Insekten aufhalten und zur reichhaltigen Nahrung werden. Fäulnis oder Spechte schaffen Rindenspalten und Höhlen, die nicht nur von den Spechten selber, sondern auch anderen höhlenbewohnenden Vogelarten wie Baumläufer, Kleiber, Hohltaube, von Eulenarten oder Säugetieren wie der Mopsfledermaus genutzt werden.

Stirbt der Baum schließlich in Teilen oder als Ganzes ab, wird das Totholz zum gefragten Lebensraum.

  • Über 2500 Pilzarten sind in Mitteleuropa auf Totholz angewiesen.
  • Für etwa ein Fünftel der Waldtiere ist Totholz unverzichtbar, sei es als Nahrungsquelle, Brutraum, Schlafplatz, Versteck, Unterschlupf, Überwinterungsort oder Singwarte und Trommelplatz.

Im Totholz auf unserer Fläche "Buchwäldchen-Muckwar" kommen Käfer wie der Nashornkäfer und der Goldglänzende Rosenkäfer, und Bienen, zum Beispiel die Pelzbiene und die Blauschwarze Holzbiene vor.

Stukturen schaffen

Kennt man die Bedeutung des Alt- und Totholzes, wird es umso deutlicher, dass gerade diese Strukturen in den meisten der heute genutzten Wälder fehlen. Auf unseren Waldflächen, die nach unseren Leitlinien zur Flächenbewirtschaftung weiterhin forstwirtschaftlich genutzt werden, wollen wir deshalb geeignete Biotopbäume markieren und dauerhaft von einer Nutzung ausschließen.

Mindestens zehn Biotopbäume pro Hektar sind für eine Vernetzung der Lebensräume erforderlich, da viele Moose, Pilze, Farn- und Blütenpflanzen sowie einige Insekten sich nur in einem geringen Radius ausbreiten.

Die ersten Biotopbäume für die Vielfalt haben wir übrigens 2016 ebenfalls im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ausgewiesen: im Gebiet „Rohatsch zwischen Guteborn und Hohenbocka“.

Ihre Ansprechpartnerin

Silke Freiwald
Fachbereich Stiftungsflächen
Telefon: (0331) 971 64 830
E-Mail schreiben

Leitlinien

Lesen Sie hier unsere Leitlinien für das Management der Stiftungsflächen (pdf-Datei).