Eisvogel-Zahlen im Spreewald stabil
Die Rangerinnen und Ranger im Biosphärenreservat Spreewald zählen jährlich im März und April die Eisvogelreviere auf festgelegten Referenzflächen. Der zuletzt harte Winter mit wochenlang zugefrorenem Fließen ließ einen deutlichen Bestandsrückgang bei den farbenprächtigen Fischjägern vermuten. Dieser blieb jedoch aus, wie die Zählung der Naturwacht ergab.
In den sehr kalten Wintern 2005/2006 sowie 2009/2010 oder 2011/2012 sind die Eisvogelzahlen im Spreewald um 80 Prozent eingebrochen. Die meisten Eisvögel verhungerten, weil die Fließe zu lange zugefrorenen waren und sie somit keine Fische jagen konnten. Die aktuelle Zählung durch die Naturwacht ergab nun jedoch einen moderateren Rückgang von rund 40 Prozent der Tiere in den ausgewählten Zählflächen. Eisvögel können Winterverluste in dieser Höhe schnell ausgleichen. Eisvögel bis zu vier Mal in einer Saison brüten: Während ein Elternteil noch die Jungen des ersten Geleges füttert, sitzt das andere Elternteil bereits in einer weiteren Brutröhre auf den nächsten Eiern.
Gute Bedingungen im Spreewald
Grundsätzlich bietet der Spreewald dem Eisvogel günstige Lebensbedingungen. Er braucht für die erfolgreiche Fischjagd möglichst klare, langsam fließende bis stehende Gewässer, an denen Sitzwarten vorhanden sind. Von diesen schießt er pfeilschnell ins Wasser hinab und erbeutet kleine Fische. Für die erfolgreiche Brut benötigt er Abbruchkanten, Steilufer oder Wurzelteller, in die er seine Brutröhren gräbt. Auch diese Voraussetzungen bietet der Spreewald, weshalb man den schillernden Eisvogel hier mit ein bisschen Übung und Glück gut beobachten kann. Sein charakteristisches Pfeifen ertönt zumeist, ehe er dicht über der Wasseroberfläche vorbeigeflogen kommt.
Wer das Glück hat, ihn mit einem Fernglas auf einer Sitzwarte zu beobachten, kann mit einer einfachen Eselsbrücke Männchen von Weibchen unterscheiden: Die Weibchen haben einen roten Schnabelansatz – sie tragen Lippenstift. Der Schnabel der Männchen ist komplett schwarz.
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