Brandenburger Naturschutzpreis

Es ist gewiss eine unserer schönsten Aufgaben: Seit unserer Gründung zeichnen wir Menschen aus, die sich besonders für die Natur unseres Landes engagieren. Wir ehren sie - Erwachsene, Kinder und Jugendliche - mit unserem Naturschutzpreis.

In diesem Jahr vergeben wir den Brandenburger Naturschutzpreis gleich zweimal: Herzlichen Glückwunsch an den Blühstreifen Beelitz e.V. und den Märkischen Garten der Grund- und Oberschule "Maxim Gorki" Bad Saarow!

Blühstreifen Beelitz e.V.

Verdiente Auszeichnung: Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger überreicht den Vereinsvorsitzenden Kerstin und Lutz Pahl den Naturschutzpreis 2018.
Der Verein lässt gemeinsam mit tatkräftigen Partnern die Landschaft erblühen...
... und schafft damit einen Lebensraum für zahlreiche Insekten, wie den Braunen Waldvogel.
An den Projektflächen macht der Blühstreifen Beelitz e.V. auf sein wichtiges Engagement aufmerksam.
In Zusammenarbeit mit der Degewo wurde in Berlin-Lankwitz eine 600 Quadratmeter große Blühwiese angelegt.
Mitstreiter gesucht: Auch private Gärtner berät der Verein gern - schaffen Sie zusammen ein Paradies für Mensch und Insekt!

Der Blühstreifen Beelitz e.V. hat vor etwa zwei Jahren begonnen, sich in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Spargel-Region Beelitz im Naturpark Nuthe-Nieplitz gegen das Insektensterben zu engagieren.

Mit seinem Projekt nimmt er eine Vorreiterrolle bei der Verbesserung der Umweltbedingungen zur Rettung der Artenvielfalt ein. Insbesondere durch die Förderung von Blühstreifen wird neuer Lebensraum für zahlreiche Insekten geschaffen.

Akzeptanz und Verständnis für den Insektenschutz

Der Verein spricht mit umfangreicher Netzwerkarbeit, vielfältiger Öffentlichkeitsarbeit und überdurchschnittlich hohem Engagement sowohl Landwirte und Gartenbaubetriebe als auch Kommunen und Privatpersonen an, berät sie, motiviert sie zur Beteiligung und begleitet sie bei der Umsetzung. So gelingt es dem Verein, langfristig große Akzeptanz und Verständnis für den Schutz der Insekten zu schaffen: 2017 wurden etwa 13 Hektar landwirtschaftlicher Fläche in Blühflächen umgewandelt, 2018 waren Ende April bereits 30 Hektar eingesät. Zudem vereinbarte der Verein eine Zusammenarbeit mit neun größeren Spargelbetrieben.

Buntes Blütenmeer im heimischen Garten

Durch die Vergabe von Garten-Plaketten "Wir tun etwas für Bienen & Schmetterlinge" werden zudem Privatleute animiert, mitzumachen: Bereits 50 wurden bislang verteilt. Diese und noch zahlreiche weitere Beispiele überzeugten die Jury vom herausragenden Einsatz des Vereins. Aus Sicht der Jury ist es eine große Leistung, eine so breite Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und eine aktive Beteiligung zu erzielen.

Erfolgreich mit überregionalen Partnern

Mittlerweile hat der Verein auch überregional Mitstreiter gewonnen: Aldi-Süd, Hipp und Wildkorn bezahlen Saatgut, um Flächen zum Blühen zu bringen, die Beelitzer Spargelbauern für das Projekt zur Verfügung stellen. Das Greenpeace-Magazin ist ein weiterer namhafter Kooperationspartner, der die Breitenwirkung des Projekts unterstreicht. Abonnenten des Magazins können Blühpate werden und mit ihrem Abo 20 Quadratmeter Ackerland in ein Blumenfeld verwandeln lassen.

Darüber hinaus ist der Verein inzwischen auch in Berlin als Berater aktiv, wo derzeit eine Strategie zum Schutz und zur Förderung von Bienen und anderen Bestäubern entwickelt wird. Zudem setzt der Blühstreifen Beelitz e.V. gemeinsam mit der Degewo, einem Berliner Wohnungsbauunternehmen, das Pilotprojekt "Blühwiesen in Berlin" um.   

Fotos: K. Pahl, M. Thiele (Preisverleihung)

Märkischer Garten Bad Saarow

Die Freude ist groß, als Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (hinten rechts) das Projekt persönlich mit dem Naturschutzpreis 2018 auszeichnet.
Es braucht viele Hände, ein solches Projekt zu verwirklichen ...
Der Eingang zu einem idyllischen Ort zum Lernen, der gleichzeitig Lebensraum vieler Arten ist.
Idyllisch? Hier ist der Beweis!
Der Märkische Garten wird auch für außerschulische Aktivitäten genutzt.
Was geschieht mit dem Preisgeld? Wir sind gespannt!

Der Märkische Garten der Grund- und Oberschule "Maxim Gorki" Bad Saarow wurde bereits 2008 von den Kindern anlässlich des 40. Jahrestages ihrer Schule angelegt, um den Sachkundeunterricht zu verbessern. Inzwischen hat sich daraus ein komplexes Bildungsprojekt entwickelt. 

Im Garten und seinem Umfeld sind zahlreiche typische Elemente der märkischen Heimat zu finden: Wälder, Wiesen, sumpfiger Lärchengrund, Felder und Sandwege mit artenreichen Rainen. Hier entstanden im Rahmen des Projekts bereits Biotope wie Trockenrasen, Feldgehölze, Birkenvorwald, Kiefern- und Mischwald oder werden angelegt und unterhalten. So schafft und sichert das Projekt auch Lebensräume für geschützte Arten, schließlich war die Hälfte der Fläche früher Intensivacker.

Harz und Pech, Holz und Heu

Darüber hinaus sind hier für die Kinder auch traditionelle Arbeitsweisen und Techniken der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus erlebbar. Sie werden beispielsweise beim Pflanzen und Harzen, bei der Pechherstellung, beim Obst- und Kartoffelanbau, aber auch bei Holzgewinnung und Heuernte aktiv. Der Märkische Garten wird auch von Schulklassen oder anderen Gruppen für Exkursionen und außerschulische Veranstaltungen genutzt.

Ein ausgezeichnetes Projekt

Im Rahmen des europäischen Commenius-Projekts konnten sogar Lehrer aus Frankreich, Ungarn, Litauen und der Türkei von den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit dem fächerübergreifenden Unterricht lernen. 

Das Projekt erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Ludwig-Leichhardt-Preis sowie Ehrungen im Landeswettbewerb "Wir machen’s grüner" und im Wettbewerb "Fair bringt mehr".

Aufgrund der im Garten vorkommenden außergewöhnlichen Vielfalt und des fächerübergreifenden Ansatzes zeichnen wir das Projekt mit dem Brandenburger Naturschutzpreis 2018 aus.

Fotos: H. Betke (Märkischer Garten), C. Trübe

 

 

Wer kann sich bewerben?

Wir zeichnen mit unserem Naturschutzpreis richtungsweisende Leistungen im Bereich des aktiven, praktischen Naturschutzes, der nachhaltigen Landnutzung oder auch eine vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung aus. Darüber hinaus ehren wir auch wissenschaftliche, planerische oder wirtschaftliche Leistungen.

Für den Brandenburger Naturschutzpreis können einzelne Personen, Verbände, Vereine, oder Unternehmen sowie Schulklassen, Kindergruppen oder Arbeitsgemeinschaften vorgeschlagen werden bzw. sich selbst bewerben.

Der Preis richtet sich auch an Menschen, die nicht in Brandenburg leben, sich aber in besonderem Maße um den Schutz von Natur und Landschaft zwischen Elbe und Oder verdient gemacht haben. Der Naturschutzpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro dotiert und kann geteilt werden.

Bewerbungen oder Vorschläge können voraussichtlich wieder im Frühjahr 2019 in unserer Geschäftsstelle eingereicht werden. Über die genauen Fristen informieren wir rechtzeitig.

Unsere Auswahlkriterien

Nach diesen Kriterien bewerten wir die Vorschläge und Bewerbungen:

  • Innovation und Kreativität der Leistung, die mit hohem persönlichen Engagement und Hartnäckigkeit umgesetzt wird,
  • Vorbild- oder Modellcharakter der Leistung, die auf andere Regionen Brandenburgs oder darüber hinaus übertragbar ist,
  • regionale Verankerung der Leistung, die sich in der Einbindung der Bevölkerung, dem Aufbau eines Netzwerkes oder auch der Medienwirksamkeit zeigt,
  • Nachhaltigkeit der Leistung, sowohl im ökologischen wie auch im zeitlichen Sinn: das Projekt wirkt nach,
  • die Leistung sollte innerhalb der letzten 24 Monate und in Brandenburg umgesetzt worden sein.

Neugierig geworden? Vorbilder gesucht? Lernen Sie auf der Seite Rückblick unsere bisherigen großen und kleinen Preisträger besser kennen.

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Ihre Ansprechpartnerin

Carolin Trübe
Telefon: 0331/971 64 853
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