Die ÖkofilmtourDas Festival des Umwelt- und Naturfilms

Die Ökofilmtour, das Festival des Umwelt- und Naturfilms, ist eine über die Grenzen Brandenburgs hinaus einmalige Veranstaltung, die den Naturschutzgedanken für eine breite Öffentlichkeit publik macht. Nicht nur durch die gezeigten Filme, sondern vor allem auch durch die im Anschluss stattfindenden, themenbezogenen Diskussionsrunden hilft die Ökofilmtour, eine positive Einstellung zum Natur- und Umweltschutz zu entwickeln.

Seit vielen Jahren ist die Stiftung NaturSchutzFonds Partnerin und Unterstützerin der Filmtour und stiftet zudem 5.000 Euro für den "Horst-Stern-Preis" für den besten Naturfilm.

"Partner für die Ökofilmtour zu sein, passt hervorragend zu unserer Stiftungsarbeit und dem Anspruch, ein öffentliches Bewusstsein für den Naturschutz zu schaffen", bekräftigt Dr. Bernhard Schmidt-Ruhe,  Geschäftsführer der Stiftung. "Für die Jury ist es nicht leicht, einen Beitrag für unseren 'Horst Stern-Preis' auszuwählen", ergänzt Schmidt-Ruhe.

Der Horst-Stern-Preis für den besten Naturfilm

Redakteurin Linde Dehner (2.v.r.) nahm den Preis entgegen von Jurysprecherin Dr. Monika Griefahn, Filmfestivalleiter Ernst-Alfred Müller und unserem Geschäftsführer Dr. Bernhard Schmidt-Ruhe (v.r.n.l.).

Die Filme des Festivals greifen aktuelle umweltpolitische Themen auf, sind informativ oder beeindrucken mit einmaligen Naturaufnahmen. 

Im Jahr 2019 geht unser Horst-Stern-Preis für den besten Naturfilm des 14. Festivals Ökofilmtour an Annamária Tálas und Simon Nasht für ihren Dokumentarfilm Im Königreich der Pilze.

Über den Film

Pilze existieren seit Anbeginn des irdischen Lebens. Sie sind weder Pflanze noch Tier und nicht von Sonnenlicht und Luft abhängig. Pilze "fressen" Steine, so bildet sich Boden, auf dem Pflanzen wachsen können. Voraussetzung für die Veränderung der Atmosphäre und für die Evolution der Tiere. Auch nach dem letzten Massenaussterben überlebten Pilze. Die unentdeckten Kräfte der Pilze könnten den Menschen helfen, auf dem zunehmend vergifteten, erschöpften und sich erwärmenden Planeten zu überleben.

Pilze sind die Überlebenskünstler der Natur, die einfallsreichsten und erfolgreichsten aller Lebewesen. Sie wachsen in den eisigen Temperaturen der Antarktis und gedeihen an den Wänden des Reaktors von Tschernobyl. Sie sind auf Nahrungsmitteln, in den Lungen von Menschen und Tieren, und auch die Haut ist mit ihnen bedeckt. Einige Pilzsporen können Millionen von Jahren inaktiv bleiben, ohne zu sterben. Die Sporen von Pilzen sind quasi überall. Viele davon sind für Säugetiere sehr nützlich. So hat die Hefe den Menschen mit Brot und Bier das Überleben erleichtert. Andere Pilze können allerdings zu einer ernsten Bedrohung werden, denn es werden immer wieder mysteriöse Krankheiten bekannt, die von Pilzsporen verursacht werden.

Die Dokumentation beschreibt, wie Pilze entstehen, sich gegen Naturgewalten behaupten und die Welt sogar gestaltet haben. Ein besseres Verständnis für das Überleben von Pilzen könnte es der modernen Medizin ermöglichen, neue Medikamente zu entwickeln. So, wie Penizillin auf einen Schimmelpilz zurückgeht, könnte auch die nächste Generation von Antibiotika aus Pilzen hervorgebracht werden.

Quelle: programm.ard.de

Begründung der Jury

Pilze sind wundersame Wesen – noch nicht Tier, nicht reine Pflanze und unabhängig von Sonne und Luft. Seit jeher beeinflussen sie das Leben überall. Wir erfahren sogar mit Staunen, dass ihnen alle Lebewesen ihre Existenz verdanken!

Die Australier Annamária Tálas und Simon Nasht bringen uns diese verflochtene Welt ganz nahe, zeigen uns unerwartete und bis ins Detail recherchierte Zusammenhänge. Dabei fängt die Wissenschaft fängt gerade erst an, Pilze zu verstehen. So wird weltweit nach neuen Antibiotika aus Pilzen geforscht, schließlich geht auch Penicillin auf einen Schimmelpilz zurück.

Wie Horst Stern in seinen Filmen stellen auch Tálas und Nasht das Ungewöhnliche heraus und zeigen uns, welche Wunder sich offenbahren, wenn man nur genau hinschaut. Unser "Horst-Stern-Preis für den besten Naturfilm" wird Filmen verliehen, die sich für biologische Vielfalt engagieren und dabei die Ursachen des Artenschwundes kritisch vermitteln. Mit Freude zeichnen wir Im Königreich der Pilze aus.

Preisträger der letzten Jahre

- 2018 "Biene Majas wilde Schwestern" Autor: Jan Haft, Gerwig Lawitzky ist der Film eines der international renommiertesten deutschen Filmautoren über die zumeist noch unbekannten Wildbienen, die vom Aussterben bedroht sind, bevor wir sie und ihre Bedeutung überhaupt kennen.

- 2016 "Amerikas Naturwunder – das Abenteuer" - Autor/Regie: Heiko De Groot und 2017 "Passion for Planet", Autor/Regie/Kamera: Werner Schuessler - wurde hinter die Kulissen der Filmer geschaut, wieder "Sternstunden" des Naturfilms, in denen mit erstaunlichen Naturaufnahmen gezeigt wird, wie originell und engagiert heute die Filmemacher in seinem Sinne arbeiten

- 2015 "Natur unter Beschuss – ökologische Folgen des Krieges" ein ganz ungewöhnlicher Naturfilm, wie der Titel es sagt - Autor/Regie: Maximilian Mönch

- 2014 "Der Bauer und sein Prinz" Dokumentarfilm über die Vision des britischen Thronfolgers Prinz Charles für eine naturverträgliche Landwirtschaft - Autor/Regie: Bertram Verhaag und Bernward Geier

Die acht Preise der Ökofilmtour

Insgesamt werden am Ende der Ökofilmtour acht Preise vergeben. Wer bekommt den Zukunftsfilmpreis der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, den Hoimar-von-Ditfurth-Preis der Deutschen Umwelthilfe oder den Preis der Stadt Potsdam? Den besten Kinder- und Jugendfilm zeichnet die Heinz Sielmann Stiftung aus. Und jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage: Für wen hat sich das Publikum entschieden?

Die Preisträger des Jahres 2019 werden auf der Webseite zur Ökofilmtour veröffentlicht.

Kontakt

FÖN e.V.
Haus der Natur
Lindenstraße 34
14467 Potsdam
Telefon: 0331 / 201 55 36
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