RangerTippsNaturbeobachtungen im Herbst

Wie überall im Leben ist auch in der Natur der richtige Zeitpunkt von entscheidender Bedeutung. Lesen Sie, was Sie mit etwas Geduld und Glück entdecken können, was bemerkenswert ist in Brandenburgs Natur. 

Vom Altweibersommer bis in den NebelmonatNatur erleben im Herbst

In die Pilze

Viele Pilze sprießen solange es mild bleibt. Noch ist eine bunte Vielfalt an Farben und Formen zu beobachten. Allerdings nur, wenn ihre Betrachter den Blick nicht auf Topf und Pfanne fokussieren.

Kräfte messen

Die Rufe der Damhirsche erinnern an ein Grunzen.
Rothirsch. Foto: Christian Naumann

Der frühe Herbst ist ein später Sommer und manche erleben jetzt ihren Frühling. Die Brunft des Rotwildes dauert bis in den Oktober hinein. Lautstark stellt der König des Waldes klar, wer in der Rangfolge ganz oben steht. Nebenbuhler werden nicht geduldet und wer sich messen will, fordert den Platzhirsch heraus. Allabendlich versammeln sich die Tiere auf Waldlichtungen zum röhrenden Konzert. Kraftvolle Rufe durchdringen die Stille der Nacht, ein wenig schaudernd, geheimnisvoll und faszinierend zugleich.

Auch Frühaufsteher kommen in den Konzertgenuss: Die ausdauernden Hirsche brüllen bis in den Morgen hinein. Und so kann es sein, dass ihr Ruf zur Dämmerung über den Waldsee schallt. Verstummen die einen, ertönen die anderen. Die Brunftrufe der kleineren Damhirsche, leiser und an ein Grunzen erinnernd, klingen von Oktober bis Mitte November durch den Wald.

Mystisches Moor

Torfstich im Herbst.

Am nächsten Morgen wird die Schönheit der Moore spürbar. Mystisch und geheimnisvoll, entfalten sie im Herbst ihren ganz eigenen Zauber. Nebelschwaden, Wasserdämpfe und von Tau getränkte Spinnennetze, die bleiern zwischen den Halmen hängen. Auf einem Blatt hat eine Libelle die Nacht verbracht. Von Tautropfen überzogen, starr und unbeweglich. Die Sonnenstrahlen wärmen und in einem unerwarteten Moment wird sich die Azurjungfer die Nässe aus den Flügeln schütteln.

Am alten Torfstich bringt der Biber seine Burg auf Vordermann. Frisches Holz, nasser Schlamm und gut genutzte Trampelpfade zeugen von nächtlicher Bauaktivität. Wetterfest machen steht auf dem Programm, dann kann der Winter kommen. Vor dem Eingang unter Wasser stecken Zweige im Schlamm, Vorratshaltung nach Biberart.