RangerTippsNaturbeobachtungen im Winter

Lesen Sie, was Sie mit etwas Geduld und Glück in der Natur Brandenburgs entdecken können. 

Milder Winter, früher Frühling, langer Herbst?Beobachtungen in Brandenburgs Naturlandschaften

Zwei Gesichter

Im milden Februar lohnt sich ein Blick unter die Laubstreu im Wald. Hier keimt neues Leben und die Blättchen des Scharbockskrauts warten auf den Moment, die wärmende Laubschicht zu durchbrechen. Erste Zitronenfalter flattern aus ihren Verstecken, Feldlerchen tirilieren im Flug. An sonnigen Plätzen strahlen zartblaue Leberblümchen im Sonnenlicht. Doch nicht, wenn der letzte Wintermonat seine eisige Seite zeigt. Dann geht der Winter in seinen Herbst und ist längst nicht im Frühling angekommen. Spuren im Schnee, gefrorener See, Eisschollen auf dem Strom. Wussten Sie schon, dass man die runden Gebilde auch als Pfannkucheneis bezeichnet? Dauerfrost und starke Minusgrade ermöglichen dieses Phänomen. Der strömende Fluss schiebt und türmt Schollen auf und formt daraus bizarre Eisgebilde. Naturgewalten, die Landschaft gestalten. Faszinierender geht es kaum. Die vierte Jahreszeit bietet viel Raum für beseelende Einblicke in die Natur. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort und die dunklen Monate lassen sich durchaus genießen.

Große und kleine Wiesel

Vorwitziger Hermelin.
Flinkes Mauswiesel.

Aus rosarot wird Himmelblau, inzwischen sorgt die strahlende Mittagssonne für eine klare Sicht. Gänse über das Land, ihre nasalen Rufe verraten weit gereiste Wintergäste. Am Boden sorgt der Zufall für eine muntere Begegnung: Plötzlich am Wegesrand aufgetaucht, über die Straße geschnellt und zack, den Stamm hinauf, in einer Baumhöhle verschwunden. Hier könnte er Stunden verharren, aber neugierig wie Familie Marder nun einmal ist, taucht er blitzartig wieder auf, schaut, sichert und setzt seine Erkundungstour fort. In Schneewintern gut getarnt, wird das Hermelin an nebelgrauen Tagen zum Blickfang. Schlau, wer seine Jagdzeit in die Nacht verlegt, was Große Wiesel für gewöhnlich tun, zumindest im Winter. Es bleibt ein Geheimnis, was dieses aus seinem Bau trieb. Vielleicht der Hunger?

Hecken und Feldgehölze ziehen Wiesel magisch an. Hier gibt es fantastische Versteckmöglichkeiten, die bei Gefahr Zuflucht bieten. Wie auch dem Mauswiesel, das seiner Beobachterin in einem Reisighaufen nicht entgeht. Ein kurzes Rascheln und es ist entdeckt. Leicht verschreckt verschwindet der kleine Räuber, taucht wieder auf und beäugt den Eindringling. Das winzige Kraftpaket scheint voll unbändiger Energie, richtet sich auf, duckt sich wieder ab, schnellt hinauf, um im selben Moment im Geäst zu verschwinden. Mauswiesel sind ausgezeichnete Jäger und verfolgen ihre Beute bis in den Bau. Der kleine Räuber mit großem Hunger erbeutet so einige Nager am Tag.