Aufgaben der Umweltbildung

Junior Ranger lernen in der Natur. Foto: S. Hennigs

Die Naturwacht arbeitet in ihrer Umweltbildung nach den Grundsätzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Im Junior-Ranger-Programm begleitet die Naturwacht interessierte Kindern und Jugendliche über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren. Die Junior Ranger entdecken die Natur und Umwelt in ihrer Region, knüpfen Freundschaften und setzen selbst Nachhaltigkeitsprojekte um.

Das Projekt ErlebnisVielfalt richtet sich an Kitas, Schulen sowie interessierte außerschulische Kinder- und Jugend-Gruppen. Hier begleitet die Naturwacht die Gruppen mit zeitlich begrenzten Projekten zum Schutz der biologischen Vielfalt, zum Naturschutz und anderen Nachhaltigkeitsthemen.

Die Angebote finden vorrangig draußen in der Natur statt, denn im Mittelpunkt der Bildungsarbeiten stehen ein authentisches Naturerlebnis und die persönliche Erfahrung. Auch Besucherinformationszentren, Lehrpfade und Ausstellungen werden in die Bildungsarbeit eingebunden.

Nachfolgend werden die Bildungsangebote näher vorgestellt.

Junior Ranger

Volunteer Ranger

Kita- und Schulkooperationen sowie Projekttage

Projekt ErlebnisVielfalt

Seit 2017 richtet sich das Programm ErlebnisVielfalt als außerschulisches Bildungsangebot der Naturwacht an Kinder- und Jugendgruppen im Alter von 4 bis 18 Jahren.

Unter Anleitung von Rangern erforschen die Gruppen Tiere und Pflanzen verschiedener Lebensräume wie Wald, Wiese und Heide. Mit Kescher, Lupe und Becherglas lernen die Kinder und Jugendlichen zudem, die Qualität von Gewässern einzuschätzen. Landen Larven der Prachtlibelle oder Bachflohkrebse im Netz, ist dies ein Indikator für eine gute Wasserqualität. Beim Projekt ErlebnisVielfalt geht es vor allem auch um die Beziehung zwischen Menschen und Lebensräumen sowie den darin vorkommenden Arten. Auch die mitunter schwierige Abwägung zwischen Nutzung und Naturschutz wird thematisiert. So erleben die Kitakinder und Schüler bei der Wiesensafari wie viele Tagfalter auf farbenfroh blühenden Trockenrasen vorkommen und wie artenarm landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen im Vergleich dazu sind.

Die Projekte sind zeitlich, inhaltlich und methodisch auf verschiedene Altersgruppen zugeschnitten. Das Programm kann in zehn Großschutzgebieten Brandenburgs kostenfrei bei der Naturwacht angefragt werden. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt sieben Personen.

Multiplikatoren-Workshops

Im Rahmen von eintägigen Workshops werden ausgewählte Inhalte der Bildungsangebote des ErlebnisVielfalt-Projektes an Interessierte weitergegeben und gemeinsam die Umsetzung der Qualitätskriterien für außerschulische Angebote von BNE im Land Brandenburg (MLUL) in Theorie und Praxis erprobt.

Kontak: Betina Post, Projektleiterin Naturwacht Brandenburg, Bahnhofstraße 2 in 16244 Schorfheide Telefon: 033393/63833 oder E-Mail schreiben

Projektflyer

Das Projekt ErlebnisVielfalt wird gefördert von

Ein Beispiel: Lernort Baggerkuhle

Erlebnis- und Lernorte haben eine große Bedeutung in der Bildungsarbeit. Sie ermöglichen intensives Erleben, Ausprobieren, Beobachten und nachhaltige Erfahrungen, die das Leben prägen. Die Ranger der Naturwacht sehen sich dabei als Begleiter der jungen Generation auf ihrem Weg zu aktiven Persönlichkeiten. Ein Tag in der Natur öffnet tatsächlich neue Welten. Das zeigt nicht zuletzt das folgende Beispiel.

Baggerkuhle im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Fernab allen Besuchertrubels im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe liegt versteckt am Rande eines Gewerbegebiets ein kleines Refugium: An der stillgelegten Baggerkuhle inmitten einer Brachfläche und ehemaliger Industrie scheint der Alltag ausgebremst. Stille erfüllt diesen Ort, mal ganz abgesehen vom Blätterrauschen, Froschquaken und munterem Vogelgezwitscher.

Nur einmal in der Woche wird es laut, wecken lebhafte Abenteurer, unermüdliche Forscher und unbändige Entdecker die Sandkuhle aus dem Dornröschenschlaf. An ihrem Grund ein Tümpel mit magischer Anziehungskraft. "Keschern wir heute?" Natürlich, was für eine Frage. Auf dem kurzen Fußweg von der Schule zum Biotop fragen 19 kleine Plappermäuler unzähligen Fragen: Sind aus den Kaulquappen Frösche geworden, wird Nele wieder die meisten Teichmolche fangen und bauen wir Flöße?

Kaum beantwortet, kommen wir an. Kescher greifen, Gläser schnappen, Lupenbecher mit Wasser füllen, ein altbekanntes Ritual. Nicht lange und es tummeln sich unzählige Libellenlarven, Gelbrandkäfer, Stabwanzen, Rückenschwimmer und Schlammschnecken in Untersuchungsschalen und Einmachgläsern. "Charlotte hat einen Blutegel gefangen!" Und tatsächlich, das Prachtexemplar eines medizinischen Blutegels wird sogleich unter faszinierten Blicken mit großer Experimentierfreude angesetzt.

Lernen in der Natur und für das Leben

Jorina, Henning und Jonas haben sich heute für den Bau von Holzflößen entschieden. Nachher wollen sie ein Wettrennen veranstalten. Am Hang arbeiten Roman, Til und Carlo mit Spaten und Hacke am Wiederaufbau der Steilwand für Uferschwalben, Edgar stellt sein Geschick am Flechtzaun unter Beweis und die Mädels zimmern an ihrer Bude aus Ästen und Zweigen der umliegenden Krüppelkiefern. Allenthalben geschäftiges Treiben.

Als Ben ein Mäusenest entdeckt, halten sie inne und laufen gespannt zusammen. Gerade als er einen Ast beiseite nimmt, huscht die Maus davon. Wie aufregend! Einige Meter weiter hat ein Fuchs seinen Bau in die Sandwand gegraben. Frische Spuren und ausgeworfener Boden zeugen von der nächtlichen Aktivität. Mit Freude lernt es sich in der Natur und für das Leben.

Von den Kleinen lernen können auch Große. Seit vier Jahren entdecken, erforschen, beobachten und betreuen die Kinder der Grundschule das bunte Mosaik aus Feucht- und Trockenlebensräumen. Bei ihren Langzeitbeobachtungen erschließen sie sich komplexe Zusammenhänge spielerisch. Am "Tag der offenen SchulTür" staunen Eltern, wenn ihre Töchter und Söhne den Lebenszyklus der Libellen wie selbstverständlich erklären. Ist doch ganz einfach: Eier ins Wasser gelegt, es schlüpfen Larven, die wohnen als Räuber im Wasser und nach eins, zwei Jahren verwandeln sie sich in prachtvolle Fluginsekten. Tiefrot und himmelblau. Zum Beweis gibt´s leere Larvenhüllen gratis ...

Die Naturwacht

Die Ranger der Naturwacht arbeiten in den 15 Nationalen Naturlandschaften Brandenburgs: elf Naturparke, drei Biosphärenreservate, ein Nationalpark. Erfahren Sie mehr über die Gebiete und die Arbeit der Ranger auf den Seiten zu den Nationalen Naturlandschaften.

Ihre Ansprechpartnerin

Betina Post
Umweltbildung – Bildung für nachhaltige Entwicklung
Bahnhofstraße 2
16244 Schorfheide
Telefon: 033393 / 6 38 33
E-Mail schreiben

Ihr Kontakt zu den Junior-Ranger-Betreuern in den Brandenburger Naturlandschaften.