Mehr Austausch, bitte!

Ein Leopard springt von einem Baum.
Roland Schulz, zur Zeit nicht in Potsdam sondern in Tansania.

Roland Schulz, Pressesprecher der Naturwacht Brandenburg, ist ebenfalls zurzeit in Tansania auf dem World Ranger Congress. Hier seine Eindrücke:

"Heute auf Safari im Arusha National Park: schöne Landschaft, alte Vulkane…Ngorongoro im Kleinen. Tiere? Büffel, Zebra, Giraffen, tausende Flamingos - und das nicht nur im Jeep, sondern auch während einer zweistündigen Wanderung. Die Bergwälder so auf 1500 Meter um den mehr als 4000 Meter hohen Mount Meru sind klasse: jede Menge fette Würgefeigen. Am besten aber sind die Geräusche, finde ich immer wieder.

Beeindruckend sind die Ranger. Sie haben viel Erfahrungswissen, kennen die Heilwirkungen von Pflanzen, die Geschichten dazu und ja, sind eben authentisch. Die Weltrangerfrage beschäftigt mich hier sehr. Viel mehr Austausch auch zwischen den Ländern sollte sein - was würde das an Motivation bringen, an Verständnis! Und eins ist klar, wenn nicht bald etwas passiert, dann gibt es eben Nashorn und Elefant nur noch im Zoo.

Die Ranger sind bewaffnet. In den letzten vier Jahren ist die Wilderei enorm gestiegen, der Elfenbeinhunger im reich werdenden China und Südostasien soll schuld sein. 1000 Ranger sind in den letzten zehn Jahren im Dienst getötet worden, inoffizielle Stimmen sprechen von 3000. Hier leben eben auch viele Menschen und kaum hat man die Parkgrenze verlassen, endet oft abrupt das Idyll. Es gibt Wohlstand und doch ist auch der Hunger immer wieder deutlich sichtbar, manchmal springt er ins Auge. Wenn ich keinen Ausweg hätte und Hunger …"

Roland Schulz