Einsatz für bedrohte Amphibienarten Unser Ziel: Erhalt der wertvollen Teichlandschaft

Im FFH-Gebiet Sorgenteich im Landkreis Oberspreewald-Lausitz setzen wir uns für stark bedrohte Amphibienarten ein: Gemeinsam mit dem Landkreis und der Flächenagentur Brandenburg GmbH entwickeln wir Lösungen, um das verfügbare Wasser bestmöglich in die Teiche zu leiten, dort effizient zu verteilen und so lange wie möglich zu halten. Zudem soll die Teichanlage nach einer Sanierung wieder verpachtet und extensiv genutzt werden, damit eine dauerhafte Pflege gewährleistet ist. Langfristig sollen so überlebenswichtige Ersatzhabitate für Rotbauchunke, Grasfrosch und Kammmolch erhalten werden. 

Auf einen Blick

Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Fläche: im FFH-Gebiet Sorgenteich und dessen Umfeld
Maßnahmen: Flächensicherung, Teichuntersuchung, Verbesserung des Wasserhaushaltes
Ziele: Erhalt und Wiederherstellung wichtiger Ersatzhabitate
Zeitraum: ab 2022

Hintergrund

Die Sorgenteiche zwischen Ruhland und Guteborn sind seit 1981 Naturschutzgebiet und als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Für die hier vorkommenden Lebensräume und Arten, darunter Fischotter, Rotbauchunke oder die empfindlichen Strandlings- beziehungsweise Zwergbinsengesellschaften, trägt Brandenburg eine besondere Verantwortung.

Umgeben von Misch- und Bruchwald bilden die Teiche mit ihren Wasserflächen, gemähten oder mit Gehölzen bestandenen Dämmen, Verlandungsflächen, Moorbereichen und dem sie verbindenden Grabensystem einen vielfältig strukturierten Landschaftsraum. Das Teichgebiet beheimatet eine Vielzahl von Pflanzenarten und ist Lebensraum sowie Nahrungs-, Aufenthalts- und Bruthabitat für zahlreiche Insekten-, Amphibien- und wassergebundene Vogelarten. Die nahrungsreichen Böden der wintertrockenen Teiche stehen zudem durchziehenden Wasservögeln, vor allem Limikolen, aber auch Rallen und Gründel-Enten zur Verfügung.

Als Feuchtlebensräume erfüllen sie vielfältige, unverzichtbare Ökosystemleistungen. Sie wirken ausgleichend auf die Temperatur, prägen das regionale Kleinklima und fungieren als Wasserrückhaltebecken.

Stand und Ausblick

Die einst fischereilich genutzten Sorgenteiche leiden heute stark unter Wassermangel, an einigen Stellen wachsen junge Kiefern auf. Die Staubauwerke sind marode und nicht mehr funktionstüchtig. Auch die typischen Arten der Strandlingsgesellschaften wurden länger nicht mehr gesehen.

Trotz des schlechten Zustandes zeigten Amphibienkartierungen im Sommer 2022 erfreuliche Ergebnisse: So wurden achtzig männliche Rufer der Rotbauchunke, acht rufende Laubfrösche und zwei rufende Knoblauchkröten festgestellt.

Bereits seit 2019 sind wir im Rahmen unseres Projektes „Unser Naturerbe schützen – Zusammen für Natura 2000 in Brandenburg“ im Gebiet tätig. Ein Ziel war hierbei die Flächenübertragung der rund 46 Hektar Teichlandschaft aus dem Eigentum des Landes auf unsere Stiftung, die im Oktober 2022 realisiert werden konnte.

Um das Gebiet auch langfristig als Rückzugsgebiet für stark bedrohte Arten zu erhalten, muss der zunehmenden Verschilfung und Verlandung des FFH-Gebietes Sorgenteich entgegengewirkt werden. Dies erfordert sowohl Maßnahmen im Umfeld der Teiche als auch direkt im Gebiet.

Im Umfeld soll der Landschaftswasserhaushalt verbessert und damit der Zufluss stabilisiert werden. Dies ist derzeit als Flächenpool in der Durchführung durch die Flächenagentur Brandenburg GmbH geplant. Ein entsprechender Rahmenvertrag wurde mit dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurde bereits in einem der Gräben, die den Teichen Wasser zuleiten, ein Probestau initiiert, den der Gewässerverband umgesetzt hat.

Direkt im Gebiet wird eine mögliche Sanierung bestimmter Teichbereiche zum Beispiel durch Entschlammung sowie ggf. eine Optimierung der Stauregulierung und Schilfmahd im Vordergrund stehen. Gleichzeitig benötigt es eine Wiederherstellung funktionstüchtiger Staubauwerke.

Seit 2021 sind die Teiche pachtfrei. Um die FFH-Lebensraumtypen zu erhalten und in Teilen wiederherzustellen, ist zusätzlich zur Sanierung eine extensive Bewirtschaftung notwendig. Daher wird ein zuverlässiger Pächter für die Teichanlage gesucht, der eine naturschonende Bewirtschaftung umsetzen kann.

Ihr Kontakt

Andreas Zurell | Natura 2000-Manager
Telefon: 0331 / 971 64 855
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Das Gebiet

Leitlinien

Lesen Sie hier unsere Leitlinien für das Management der Stiftungsflächen (pdf-Datei).