Tierische LandschaftspflegerUnser Ziel: Lebensraum für sensible Trockenrasenpflanzen

Auf den Eichwerder Moorwiesen zwischen den Gemeinden Glienicke/Nordbahn sowie der Berliner Stadtgrenze hat unsere Stiftung seit September 2020 vierbeinige Unterstützung bei der Landschaftspflege: Sieben Esel des Vereins Esel-Freunde im Havelland e.V. beweiden nun mehrmals im Jahr die sandigen und trockenen Höhenzüge im FFH-Gebiet „Eichwerder Moorwiesen“. Auf dem sogenannten Eichwerder – "Werder" bedeutet Erhebung oder Insel – gedeihen seltene und landesweit gefährdete Trockenrasenpflanzen, wie das Kleine Habichtskraut und das Berg-Sandglöckchen.

Auf einen Blick

Landkreis: Landkreis Oberhavel
Fläche: 2 ha im Landschaftsschutzgebiet "Westbarnim", FFH-Gebiet "Eichwerder Moorwiesen" im Naturpark Barnim
Maßnahme: Beweidung
Ziele: Sicherung der Fläche als Lebensraum für Magerrasenarten
Zeitraum: 2020 - 2025

Hintergrund

Die Stiftungsfläche "Eichwerder Moorwiesen" im Naturpark Barnim bietet vielen seltenen und hochspezialisierten Pflanzen ein Zuhause. Die Fläche ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und wir sind hier schon seit Jahren aktiv. Im Rahmen ihres EU-LIFE-Projekts "Kalkmoore" haben wir im Zeitraum von 2011 bis 2016 bereits umfangreiche Wasserbaumaßnahmen umgesetzt, um das Moor zu erhalten. Auch der beliebte Moorlehrpfad wurde im Rahmen dieses Projektes angelegt. Nun folgt der Eichwerder, ein eiszeitlicher Sandhügel inmitten der gleichnamigen Moorwiesen.

Magerrasen - Ein Biotop für Spezialisten

Zur Sommerzeit entfaltet sich auf dem eher kahlen Eichwerder eine wahre Farbenpracht aus gelbleuchtenden Sand-Strohblumen, violetten Grasnelken, bunten Schmetterlingen und vielen anderen Tier- und Pflanzenarten. Ein Paradies nicht nur für Bienen und andere Insekten, sondern auch ein Blickfang für Spaziergänger.

Die Pflanzenarten des Magerrasens sind sehr gut an unwirtliche Umweltbedingungen angepasst. Sie ertragen Hitze und extreme Trockenheit und benötigen nur wenige Nährstoffe. Die hohe Anpassung hat jedoch ihren Preis: Sie sind sehr konkurrenzschwach. Durch die natürliche Sukzession werden sie schnell von Gräsern und Gehölzen überwuchert. So findet man sie auch auf dem Eichwerder heute nur noch in geringer Zahl.

Unterstützung kommt vom Verein Eselfreunde-Havelland e.V.

Die Esel des Vereins Esel-Freunde Havelland e.V. sollen nun auf der Stiftungsfläche den Grasbewuchs eindämmen und damit die Artenvielfalt erhöhen. Die Beweidung bremst die natürliche Sukzession und hält die Fläche offen. So haben die schutzbedürftigen Pflanzen Licht zum Keimen und Wachsen. 

Esel sind für diese Art der Beweidung besonders hilfreich, weil ihr Verdauungssystem an karge Kost angepasst ist. Sie können auch harte Gräser und sogar verholzte Stauden verwerten. Zudem legen die Tiere durch Scharren und Suhlen sowie durch Verbeißen der Grasnarbe die Erde frei.

Ihr Ansprechpartner

Max Jung
Fachbereich Stiftungsflächen
Telefon: (0331) 971 64 890
E-Mail schreiben

Leitlinien

Lesen Sie hier unsere Leitlinien für das Management der Stiftungsflächen (pdf-Datei).