Trappenflächen im NSG "Havelländisches Luch"

Im Jahr 2009 hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg von der BVVG insgesamt 30 Hektar im NSG "Havelländisches Luch" erworben, um sie für den Schutz der seltenen Großtrappe zu sichern.

Brutplatz und Wintereinstand

Den Trappen dienen diese Flächen in der Gemarkung Barnewitz in unterschiedlicher, teils jährlich wechselnder Intensität als Brutplatz oder Wintereinstand. Durch spezielle Nutzungsauflagen werden geeignete Strukturen geschaffen, die für den Fortbestand dieser schwersten flugfähigen Vögel der Welt von großer Bedeutung sind. Dazu zählen neben einer geringen Nutzungsintensität eine längere Nutzungsruhe zwischen der Brutzeit und dem Flüggewerden der Jungen sowie eine lockere Vegetationsstruktur, sodass die einstigen Steppenvögel am Boden genügend sonnige Plätzchen finden.

Geschütze Flächen für den Trappen-Nachwuchs

Ein Zaun und extensive Bewirtschaftung sollen helfen, den Bruterfolg der Großtrappen im Havelländischen Luch zu verbessern.

Als Schutz vor Fraßräubern haben wir im Frühjahr 2013 eine weitere ca. 30 Hektar große Fläche nahe Buckow umzäunen lassen, um den Bruterfolg der dort lebenden Großtrappen zu verbessern. Zur Abwehr von Räubern wie Füchsen oder Marderhunden wurde rund um das Flurstück ein etwa 2400 Meter langer und zwei Meter hoher Zaun errichtet, der 50 Zentimeter in den Boden eingegraben und zudem mit einem Übersteigschutz versehen ist.

"Die wenigen Gelege und Jungtiere, die wir haben, müssen vor allem vor Räubern geschützt werden. Daneben wollen wir mit der extensiven Bewirtschaftung der Fläche ein ausreichendes Nahrungsangebot schaffen, um den enormen Futterbedarf der Küken in ihrer Entwicklungsphase zu decken", sagt Stiftungs-Geschäftsführer Bernhard Schmidt-Ruhe.

Mit EU-Mitteln in Höhe von rund 285.000 Euro aus der Richtlinie zur Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) unterstützt das Land Brandenburg diese Naturschutzmaßnahme. Unsere Stiftung steuert rund 176.000 Euro bei.

Keine Vogelart in der Agrarlandschaft Europas nimmt im Verlauf der Kükenentwicklung so rasant an Gewicht zu wie die Großtrappe. Dabei sind die Vögel auf ein großes Insektendargebot sowie auf genügend Äsungsmöglichkeiten angewiesen. Um eine optimale Futtergrundlage für die Küken zu schaffen, wird auf der Fläche eine Mehrfelderwirtschaft mit Rotationsbrache, ganzjährigem Grünfutterangebot sowie Dauergrünlandstreifen eingerichtet. Auf den Einsatz von Bioziden und Düngemitteln wird verzichtet. Für die Umsetzung der Pflegemaßnahmen haben wir einen Pflegevertrag mit einem ortsansässigen Agrarbetrieb abgeschlossen.

"Hier haben wir ein sinnvolles Flächenmanagement in Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschützern, um die Qualität der Lebensräume der Großtrappen zu verbessern. Aber auch andere Vögel wie Rebhuhn, Feldlerche, Grauammer, Wachtel und vielleicht sogar Wiesenweihe werden davon profitieren", sagt Henrik Watzke, Geschäftsführer des Fördervereins Großtrappenschutz in Buckow.

Für das weitere Management der Trappenfläche ist ein Monitoring vorgesehen. Im ersten Jahr nach dem Zaunbau soll im Rahmen des ILE-Projektes beobachtet werden, wie sich hier das Brutgeschehen der Großtrappen entwickelt. Hierfür wurden drei Beobachtungstürme errichtet, von denen aus die gesamte Fläche überblickt werden kann. Danach wird in Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte und dem Förderverein Großtrappenschutz das weitere Monitoring und Management organisiert. Die neue Umzäunung ist übrigens ein Erfolg, denn kurz nach Fertigstellung wurde die erste Henne mit Küken beobachtet.