Naturerbeflächen "Oderaue Reitwein"

Das mehr als 31.000 Hektar große Vogelschutzgebiet (SPA) "Mittlere Oderniederung", in dem sich die "Oderaue Reitwein" befindet, ist an der Ostgrenze des Landes Brandenburg gelegen und erstreckt sich über eine Länge von 145 Kilometer entlang der deutschen Seite der Oder.

Gebietsbeschreibung

Das Gebiet ist gekennzeichnet durch eine naturnahe halboffene Flusslandschaft, in der vielfältige Lebensräume eine abwechslungsreiche Landschaft bilden. Die Oder ist einer der letzten naturnahem Ströme Europas. Der Fluss unterliegt einer ausgeprägten Abflussdynamik, die oft mehrmals pro Jahr durch extreme Wechsel zwischen Niedrigwasserperioden und Hochwasserereignissen gekennzeichnet ist.

Die Naturerbeflächen in der "Oderaue Reitwein" nehmen rund 46 Hektar ein. Sie werden zum größten Teil von Grünlandbrachen frischer Standorte eingenommen. Geringe Flächenanteile im Norden der Oderaue sind durch wechselfeuchtes Auengrünland gekennzeichnet. Eine hohe Anzahl an Solitärbäumen und Baumgruppen ist über die ansonsten offene Landschaft verteilt.

Schutzstatus und Schutzgüter

Das Gebiet "Oderaue Reitwein" ist Teil des Landschaftsschutzgebietes "Odervorland Groß Neuendorf-Lebus", das 1992 festgesetzt wurde. Direkt an das Gebiet angrenzend liegt das FFH-Gebiet "Oderaue-Neiße-Ergänzung". Die "Oderaue Reitwein" befindet sich darüber hinaus im europäischen Vogelschutzgebiet (SPA) "Mittlere Oderniederung". In diesem SPA sind bis jetzt 138 Vogelarten bekannt, die hier brüten, darunter die nach FFH-Richtlinie Anhang I geschützten Vogelarten Rotmilan (Milvus milvus) und Schwarzmilan (Milvus migrans), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Kranich (Grus grus) und Seeadler (Haliaeetus albicilla). Das SPA ist vor allem für den Vogelzug von herausragender Bedeutung innerhalb des Europäischen Biotopverbunds Natura 2000.

Schutzgüter auf den Naturerbeflächen sind das wechselfeuchte Auengrünland sowie die Solitärbäume und Baumgruppen auf den Grünlandbrachen als Fragmente des Lebensraumtyps 91F0 Hartholzauewälder mit Stieleiche (Quercus robur), Feld-Ulme (Ulmus minor) und Flatterulme (Ulmus laevis). Es kommen im Gebiet Fischotter (Lutra lutra) und Biber (Castor fiber) vor, die im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeführt werden.

www.bmel.de
www.eler.brandenburg.de

Im Jahr 2017 wurden in der Oderaue Reitwein rund 71 Hektar Flächen mit Hilfe einer Förderung des Bundes (www.bmel.de) aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" sowie des Landes Brandenburg (www.eler.brandenburg.de) gekauft. 

Mit dem Flächenkauf wurde die Voraussetzung geschaffen, durch gezielte Maßnahmen den Zustand verschiedener FFH-Lebensraumtypen zu verbessern. So sollen Feuchtbiotope und Kleingewässer (FFH-LRT 3150 in seiner typischen Ausprägung) wiederhergestellt und entwickelt werden. Vorhandene Auenwälder (LRTs 91 E0 und 91 F0 ) sollen strukturell aufgewertet, vernetzt und verbunden werden.