Naturerbeflächen im FFH-Gebiet "Globsower Buchheide"

Im FFH-Gebiet "Globsower Buchheide" besitzt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg nur 0,4 Hektar Eigentum. Die Hälfte davon ist Nationales Naturerbe.

Gebietsbeschreibung

Das FFH-Gebiet befindet sich im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land im Landkreis Oberhavel zwischen Alt- und Neuglobsow. Im FFH-Managementplan (LUGV 2013) ist es ausführlich beschrieben: Es umfasst auf insgesamt 386 Hektar Fläche ein zusammenhängendes Waldgebiet und eine sich südöstlich anschließende Rinne mit Kleinseen und Niedermooren. Das Waldgebiet besteht aus Hainsimsen-Buchenwald, aber auch Eichen- und Nadelforste sind darin eingestreut. Die Landschaft wurde durch die jüngste Eiszeit überprägt und liegt am Rande der Fürstenberger Staffel.

Die Stiftungsflächen befinden sich im direkten Umfeld des Kochsees. Es sind feuchte Grünlandbrachen und Staudenfluren auf Niedermoorstandorten. Einige Flurstücke reichen in einen Erlenbruchwald hinein, der den See umgibt. Das Flurstück westlich des Kochsees ist eine feuchte von Schilf und Sumpf-Seggen dominierte Brache. Randlich kommen erste Jungbuchen auf. Bei den östlich des Sees gelegenen Flächen handelt es sich um Hochstaudenfluren, die sich ebenfalls auf feuchten Grünlandbrachen entwickelt haben. Das Gelände ist zum See hin eingesenkt.

Die Flächen weisen alle samt Entwässerungserscheinungen auf (Vererdung, Moorsackung). Ursache sind tiefe Gräben und eine Verrohrung, die den Kochsee und die Niedermoorrinne über den Weißensee und das schiefe Luch in Richtung Trockenen See entwässern, auch wenn keine Oberflächenabflüsse aus dem Gebiet herausführen. Darüber hinaus haben Drainagen im weiteren Einzugsgebiet zur Absenkung des Grundwasserspiegels beigetragen. Der Grundwasserstand ist seit Anfang der 1980er Jahre um ca. zwei Meter gefallen (LUGV 2013).

Eine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung findet nicht statt. Da sich die Flurstücke im direkten Einzugsgebiet des Kochsees befinden, haben sie eine Pufferfunktion für das Gewässer. Bei höherem (natürlichen) Seepegel wäre ein Teil der östlichen Grünlandbrachen wahrscheinlich überflutet. Bei dauerhafter Nutzungsauflassung würde sich in sehr feuchten Bereichen ein Erlenbruchwald entwickeln.

Schutzstatus und Schutzgüter

Alle vorkommenden Biotope sind nach § 30 BNatSchG geschützt. Der Moorfrosch nutzt den Kochsee und daran angrenzende Bruchwälder als Lebensraum. Für Fransen-, Rauhhaut-, Wasserfledermaus und Kleiner Abendsegler sind der See mit seinem Erlenbruchwald und die Grünlandbiotope attraktive Jagdgebiete.

Leitbild und Naturschutzziele

  • Erhalt und Entwicklung der Moorwälder ohne forstliche Nutzung
  • Zulassen der natürlichen Sukzession auf den Offenlandflächen zum Moorwald
  • Erhalt und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten