Flächenerwerb und Moorschutzmaßnahmen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (LfU) in verschiedenen Projektgebieten des Landkreises Oder-Spree Maßnahmen zum Moorschutz. Finanziert werden diese Maßnahmen mit Mitteln, die einer Ersatzzahlung aus dem Oder-Programm entstammen.

Belenzlauch

Eines der Projektgebiete ist das Belenzlauch, ein schwach durchströmtes Verlandungsmoor südlich von Müllrose. Braunmoos-Seggentorfe, große Bestände an roten Toorfmoosen sowie wertvolle Bestände an Moor- und Wiesenorchideen kennzeichnen dieses sechs bis sieben Meter mächtige Moor im Landkreis Oder-Spree, das zu den extrem gefährdeten Braunmoosmooren zählt. Für deren Schutz besteht in deutschland- und europaweitem Maßstab eine große Verantwortung.

Das Belenzlauch befindet sich in einem schlechten Erhaltungszustand. Maßnahmen wie Grabenverschlüsse, Waldumbau sowie die Einrichtung eines Pufferstreifens zu einem benachbarten, genutzten Acker sollen die Bedingungen für das Moorwachstum wesentlich verbessern und die Erhaltung der bedrohten Pflanzen garantieren.

Kesselwiesen

Im Projektgebiet Kesselwiesen im Zentrum des Naturparks Schlaubetal westlich von Eisenhüttenstadt erwarb die Stiftung NaturSchutzFonds Flächen, um sie ebenfalls für Belange des Moorschutzes zu sichern. Die Kesselwiesen sind ein etwa sechs Meter mächtiges Durchströmungsmoor südlich des Ziskensees, umgeben von Kiefernwald. Eine zeitweilige Nutzung als Schafweide ließ Bereiche mit Ruderal- und Hochstaudenfluren entstehen. Mittlerweile fehlt die Nutzung, sodass die Wasserstände steigen und sich Seggenrieden ausbreiteten konnten. Daneben findet sich ein kleiner Bestand an Orchideen.

Kleine Quellmoor-Bereiche haben sich in den Kesselwiesen erhalten. Die Quellen im Westteil des Gebietes sind jedoch ausgetrocknet. Um durch sich erhöhende Wasserstände ein Wiederanspringen dieser Quellen zu ermöglichen, ist der Verschluss eines Grabens geplant.

Langes Lauch

Moorschutzflächen hat die Stiftung zudem im Norden des Naturparks Schlaubetal im Projektgebiet Langes Lauch gekauft. Das Lange Lauch ist ein eutrophes Durchströmungsmoor, in dessen Quellbereich eine kleine Grünlandnutzfläche existiert. In einem Erlenbruch fand ehemals Teichnutzung statt.

Das Moor besitzt ein gutes Potential zur Wiederherstellung der Durchströmungs- und Nährstofffilterfunktion, wenn entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Ragower Moor

Im Ragower Moor ebenfalls im Norden des Naturparks Schlaubetal liegen weitere Flächen der Stiftung. Das Ragower Moor ist ein Torfmoos- Verlandungsmoor mit Entwicklung zum Kesselmoor. Betrachtet man seine Flora, handelt es sich um eines der wertvollsten Moore Südbrandenburgs. Im Ragower Moor gedeihen Bereiche mit Wollgras-Kieferngehölz, Torfmoos-Flatterbinsen und kleine Bereiche mit Schwingdecken. Neben besonders wertvollen Gefäßpflanzen kommen rote Torfmoosarten vor.

Der Wasserhaushalt ist fast intakt. Waldumbau und einzelne Grabenverschlüsse sollen hier dazu beitragen, die Verhältnisse im Moor zu optimieren.