NSG "Reuthener Moor"

Das Naturschutzgebiet (NSG) und FFH-Gebiet „Reuthener Moor" befindet sich östlich der Stadt Spremberg im Landkreis Spree-Neiße. Das Gebiet ist Bestandteil des SPA-Gebietes „Zschornoer Heide". In 2004 wurden in diesem NSG rund 110 ha Flächen von der BVVG (Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft) übernommen.

Der NaturSchutzFonds besitzt im NSG „Reuthener Moor" überwiegend Waldflächen (ca. 90 ha) sowie rd. 20 ha Moorflächen, das „Torfluch".

Wiederherstellung natürlicher Waldgesellschaften

Die Waldflächen bestehen zum größten Teil aus Nadelwaldflächen (rd. 87 ha) und nur wenigen Laubwaldflächen (rd. 3 ha). Aufgrund der artenarmen und naturfernen Ausprägung besteht hier ein großer Entwicklungsbedarf. Zielsetzung für das Gebiet ist die langfristige Wiederherstellung der natürlichen Waldgesellschaften. Dabei wird besondere Rücksicht auf die Erhaltung und Regeneration des örtlichen Vorkommens der Lausitzer Tieflandsfichte genommen. Der Waldumbau hat im Winter 2006 bereits auf rund 13 ha Kiefernforstflächen begonnen.
Die Laubwaldflächen werden aus der Nutzung genommen und dem Prozessschutz vorbehalten.

Problemstellung im Moor

Das Reuthener Moor (Torfluch) gehört gemäß dem vom Stiftungsrat des NaturSchutzFonds beschlossenen „Rahmenplan Moorschutz" zu den „intakten bis gestörten Torfmoosmooren". Es wird den „sehr bis extrem gefährdeten" Moortypen mit höchster Priorität und deutschland- bis europaweiter Bedeutung zugeordnet. Für das Gebiet wurde ein Handlungsbedarf für Moorschutzmaßnahmen benannt.
Hauptproblem im NSG ist die Wasserhaltung im Bereich des Torfluchs. Die Moorflächen werden über einen Graben in westlicher Richtung entwässert. Dies führt zu schwankenden Wasserständen des Moores und zu einer starken Austrocknung des empfindlichen Gebietes während der Sommerzeit.

Moorschutz im Vordergrund

Im Vordergrund der Bemühungen steht daher die Erhaltung des Moores und aller damit verbundenen Lebensräume. Die Wasserstandshaltung soll in einer Mindesthöhe sichergestellt werden, die die ständige Durchfeuchtung bis zum geringen Überstau des gesamten Moorkomplexes gewährleistet. Dies soll durch die Durchführung geeigneter Maßnahmen zur Verbesserung des Gebietswasserhaushaltes (Rückbau von Entwässerungseinrichtungen, Einbau von Sohlschwellen, in Teilbereichen Grabenverfüllung) erreicht werden.

Waldumbau und hydrologische Arbeiten

Sonnentau zählt zu den wertgebenden Arten im Reuthener Moor.

Intensiv wird sich die Stiftung NaturSchutzFonds in den kommenden Jahren dem ökologischen Waldumbau im Reuthener Moor widmen. Der das Moor umgebende Wald ist zum größten Teil ein typisch Brandenburgischer Kiefernforst. Die Neubildung von Grundwasser ist in Kiefernforsten bei weitem geringer als in naturnahen Laub-Mischwäldern.

Um den Grundwasserspiegel für das Moor vorteilhaft zu gestalten, sollen daher die Kiefernforste durch Holzentnahme und Initialpflanzungen standorttypischer Baumarten wie Eichen schrittweise in naturnahe Waldbestände umgewandelt werden. Zielzustand ist die Etablierung eines Kiefern-Birken-Stieleichenwaldes bzw. eines Kiefern-Traubeneichenwaldes. In den vergangen Jahren hat die Stiftung bereits auf 41 Hektar Holz schlagen lassen.

Die Pläne der Stiftung ergänzen Maßnahmen wie Grabenverfüllungen oder den Einbau von Staubauwerken, die der Wasser- und Bodenverband „Neiße/Malxe-Tranitz“ in den vergangenen Monaten vor Ort umgesetzt hat. Auf diese Weise wird das Oberflächenwasser, das das Moor hauptsächlich speist, daran gehindert, abzufließen.

Gesunde und wachsende Moore sind nicht nur Quell biologischer Vielfalt und wichtige Wasserspeicher in der Landschaft, sondern auch äußert aktive Klimaschützer. Ihr Torf ist ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Diesbezüglich besitzen sie sogar eine größere Bedeutung als Wälder.

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