Naturerbeflächen im FFH-Gebiet "Eulenberge"

Das Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitat- (FFH-)Gebiet "Eulenberge" hat eine Größe von fast 2.000 Hektar und liegt an der nordöstlichen Grenze des Biosphärenreservates (BR) Schorfheide-Chorin im Landkreis Uckermark.

Gebietsbeschreibung

Das Gebiet wird vor allem durch eine offene Kulturlandschaft aus Wiesen, Weiden und Äckern mit zahlreichen Landschaftselementen aus Gewässern, Röhrichten, Feldgehölzen bis hin zu Waldfragmenten charakterisiert.

Dabei sind Binnensalzstellen mit Vorkommen speziell angepasster Halophyten eine herausragende naturschutzfachliche Besonderheit des Gebietes, da es in Brandenburg nur sehr wenige Standorte mit Salzwasseraustritten gibt. Die Binnensalzstellen befinden sich nördlich von Fergitz und nordwestlich des Oberuckersees im Bereich der Erdniedermoore als Teil der Schmelzwasserrinne im Einzugsgebiet der Ucker.

Stellenweise haben sich auch Quellmoorkuppen und kalkreiche Grundwasseraustritte gebildet, wobei die Niedermoorlandschaft zwischen dem Großen Potzlowsee und dem Oberuckersee weitreichend entwässert wurde, um die Flächen nutzbar zu machen.

Als Teil des uckermärkischen Hügellandes besteht der Nordwesten des Gebietes aus welligen Hügeln der Grundmoräne und der Süden sowie Osten aus steileren Höhenzügen der Stauchmoräne. Neben extensiv genutzten Ackerflächen mit gut ausgeprägter Segetalflora und wertvollen Trockenrasen ist insbesondere an der südlichen Abflachung des Uhlenberges, der mit 81 Meter (üNN) die höchste Erhebung im Gebiet ist, ein größeres Waldgebiet erhalten geblieben. Dieses Waldfragment mit wertvollen Buchen- und Eichenlaubwäldern ist als Kernzone geschützt und Teil eines Verbindungskorridors zwischen dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, der Feldberger Seenlandschaft und den deutsch-polnischen Waldgebieten an der Oder. Das Gebiet hat als Teil des Biotopverbundes insbesondere für Säugetiere mit großem Aktionsradius wie Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra), Elch (Alces alces) und Wolf (Canis lupus) eine große Bedeutung.

Das FFH-Gebiet "Eulenberge" ist reich an Seen und Kleingewässern, oft mit üppigen Verlandungszonen, die beispielsweise der Rohrdommel (Botaurus stellaris) einen Lebensraum bieten. Ursprünglich gab es auch einige mesotroph-kalkhaltige Gewässer mit Armleuchteralgen (Characeen). Die Gewässer wurden jedoch durch Stoffeinträge aus der umgebenden Landwirtschaft und dem Zulauf aus den Entwässerungsgräben, vor allem mit der Nährstofffracht aus den mineralisierten Torfen eutrophiert. Die konkurrenzschwachen Armleuchteralgen wurden zunehmend durch Algenarten und Makrophyten eutropher Gewässer verdrängt.

Neben den Nährstoffeinträgen wurden die Characeen-Bestände am Großen Potzlowsee und dem Wrietzensee durch Karpfen (Marmor-, Silber- und Spiegelkarpfen) beeinträchtigt, welche durch ihre bodenwühlende Ernährungsweise Sedimente aufwühlen, die sich auf die Characeen absetzen und diese zum Absterben bringen

Lebensräume und Arten

Im FFH-Gebiet gibt es insgesamt 19 Kleingewässer, die wichtige Reproduktionshabitate für Rotbauchunke (Bombina bombina), Laubforsch (Hyla arborea), Moorfrosch (Rana arvalis), Kammmolch (Triturus cristatus) und Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) darstellen. Doch trotz der zahlreich vorhandenen Gewässer und vernässten Senken fehlen vielfach geeignete Landlebensräume (Grünland, Brachen, Wald) in der unmittelbaren Umgebung, da sich die meisten Gewässer in den intensiv bewirtschafteten Ackerflächen befinden.

Von besonderem naturschutzfachlichem Wert sind die Salzwiesen im Binnenland auf zwei Feuchtwiesen im Ochsenbruch zwischen dem Großen Potzlowsee und am nordwestlichen Ufer des Oberuckersees, mit einer Gesamtfläche von knapp elf Hektar. Hier kommen seltene Halophyten wie Wilder Sellerie (Apium graveolens), Salz-Schuppenmiere (Spergularia salina), Strand-Dreizack (Triglochin maritima) sowie weitere fakultative Halophyten und in Brandenburg gefährdete Arten wie Salzbunge (Samolus valerandi), Erdbeer-Klee (Trifolium fragiferum), Platthalm-Quellried (Blysmus compressus) und Entferntährige Segge (Carex distans) vor.

Auch die in Brandenburg vom Aussterben bedrohte Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris; RL D: stark gefährdet; FFH-Anhang II/IV) kommt mit größeren Beständen in den Fergitzer Feuchtwiesen vor. Sie bevorzugt nasse oder quellig durchsickerte Niedermoorstandorte mit lückiger Vegetation und erträgt Salzeinfluss. Aufgrund des geringeren Konkurrenzdruckes auf solchen Sonderstandorten ist die Sumpf-Engelwurz in Brandenburg vor allem auf den Binnensalzstellen erhalten geblieben. Sie kommt in Deutschland nur noch an (maximal) 50 Standorten vor, wobei in der Uckerseeniederung der bundesweit größte Bestand erhalten ist.

Ebenso hat die ebenfalls auf den Binnensalzstellen vorkommende, in Brandenburg stark gefährdete FFH-Anhang-II/IV-Art Kriechender Sellerie (Apium repens; RL D: vom Aussterben bedroht) eines ihrer Schwerpunktvorkommen in der Jungmoränenlandschaft Nordostdeutschland, so dass dem Erhalt der Standorte im Gebiet eine überregionale Bedeutung zukommt.

Südlich des Großen Potzlowsees befinden sich Habitate der Schmalen Windelschnecke (Vertigo angustior; FFH-Anhang II) sowie der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo moulinsiana; FFH-Anhang II) in den höheren Vegetationsstrukturen entlang der Gräben. Die Entwässerungsgräben mit Vorkommen des Fluss-Ampfers (Rumex hydrolapathum) sind außerdem Larvalhabitate des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar; FFH-Anhang II/IV), welcher auf den artenreichen Feuchtwiesen hinreichend Nektarpflanzen findet. Das Grünland südöstlich des Großen Potzlowsees, der Bereich um den Krummen See und die Wiesen nördlich von Fergitz sind unter anderem Lebensräume für in Deutschland gefährdete Brutvogelarten wie Wiesenpieper (Anthus pratensis), Schafstelze (Motacilla flava), Kiebitz (Vanellus vanellus) und Braunkehlchen (Saxicola rubetra).

Das FFH-Gebiet "Eulenberge" wird vor allem im östlichen Teil von Acker dominiert und ist neben dem FFH-Gebiet "Brodowin-Oderberg" (DE 3050-301) das wichtigste Schwerpunktgebiet für basenliebende Acker-Wildkräuter in Brandenburg. Es kommen in Brandenburg stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten der Segetalflora wie Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis), Blauer Gauchheil (Anagallis foemina), Roggen-Trespe (Bromus secalinus), Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa) oder Ackerröte (Sherardia arvensis) vor.

Die Ackerlandschaft mit den zahlreichen Kleingewässern und feuchten Senken ist außerdem Lebensraum für Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis), Rohrweihe (Circus aeruginosus) und Kiebitz. Die Acker- und Grünlandflächen bieten zudem in Verbindung mit den Gewässern und Gehölzstrukturen geeignete Habitate für Schwarz- und Rotmilan (Milvus migrans, M. milvus), Baumfalke (Falco subbuteo) oder Raubwürger (Lanius excubitor), der hier im Gebiet eines seiner Hauptverbreitungsgebiete in Brandenburg hat.

Auch für rastende Wasser- und Watvögel wie Rothalstaucher (Podiceps grisegena), Gänsesäger (Mergus merganser), Krickente (Anas crecca), Pfeifente (Anas penelope), Spießente (Anas acuta), Tafelente (Aythya ferina), Großer Brachvogel (Numenius arquata), Sandregenpfeifer (Charadrius hiaticula), Kampfläufer (Philomachus pugnax) oder Rotschenkel (Tringa totanus) hat das Gebiet eine hohe Bedeutung.

Im westlichen Teil des FFH-Gebietes, vor allem im Bereich der Uckerseeniederung befinden sich die Flächen des Nationalen Naturerbes. Im Folgenden werden die insgesamt etwa 140 Hektar umfassenden Naturerbeflächen beschrieben.

Flächen südlich des Ochsenbruches

Der Potzlower Seegraben ist eine künstliche Verbindung zwischen dem Großen Potzlowsee und dem Oberuckersee mit einem geringen Wasserstand von nur etwa 20 bis 30 Zentimeter. Der Graben ist teilweise von Silber- und Grauweiden überwachsen (Salix alba, S. cinerea) und mit einer Schwimmblattgesellschaft aus Krebsschere (Stratiotes aloides) ausgestattet. Des Weiteren gibt es Nachweise des Fischotters in diesem Bereich.

Die Flächen südlich des Ochsenbruches bestehen aus artenreichen Feuchtwiesen mit Binnensalzstellen, wassergefüllten Schlenken und vielen wertgebenden Arten wie Sumpf-Engelwurz, Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre), Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis), Wilder Sellerie, Platthalm-Quellried, Zweizeilige Segge (Carex disticha), Salzbunge und Strand-Dreizack.

Auf trockenen Kuppen kommen typische Arten der Sandtrockenrasen wie Schaf-Schwingel (Festuca ovina agg.), Rauhblättriger Schwingel (Festuca brevipila), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Hügel-Erdbeere (Fragaria viridis), Sand-Fingerkraut (Potentilla incana) oder Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) vor.

In der Mitte der Wiesen befindet sich ein Quellmoor mit dominantem Schilf (Phragmites australis), Sumpfsegge (Carex acutiformis) und der bultig wachsenden Schwarzschopf-Segge (Carex appropinquata) sowie ein feuchtes Feldgehölz mit Esche (Fraxinus excelsior). Zur Revitalisierung des Moorkörpers wurden auf den Stiftungsflächen einige Gräben verschlossen. Das Material dazu wurde aus Abtorfungsflächen im Gebiet gewonnen. Zur Dauerbeobachtung dieser Teilbereiche, insbesondere der weiteren Entwicklung gefährdeter Arten wurde ein Monitoring der Grundwasserstände, der Vegetation und der Heuschrecken eingerichtet.

Im westlichen Bereich sind Feuchtweiden mit Seggen-Arten, Wald-Simse (Scirpus sylvaticus), Binsen (Juncus inflexus), Schlangen-Knöterich, Mädesüß (Filipendula ulmaria), Wasser-Minze (Mentha aquatica) sowie Knick-Fuchsschwanz (Alopecurus geniculatus) in den wassergefüllten Senken.

Bei Fergitz

Nördlich von Fergitz schließen sich Frischweiden mit Seggen-Arten, Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea), Schilf und Blaugrüner Binse (Juncus inflexus) an.

Nordöstlich von Fergitz befindet sich eine artenreiche Ackerbrache mit Segetal- und Trockenrasenarten wie Beifuß-Arten (Artemisia absinthium, A. campestris, A. vulgaris), Gänsefuß-Arten (Chenopodium album, Ch. glaucum), Knorpellattich (Chondrilla juncea), Silbergras (Corynephorus canescens), diverse Schwingelarten wie beispielsweise der in Brandenburg gefährdete Sand-Schwingel (Festuca psammophila), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella), Berg-Jasione (Jasione montana), Hasen-Klee (Trifolium arvense) oder Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor).

Südlich von Fergitz gehört ein Kiefernforst (Pinus sylvestris) mit mittlerem bis starkem Baumholz (BHD 35-75 cm), gemischt mit Fichte (Picea abies), Robinie (Robinia pseudoacacia), Stiel- und Traubeneiche (Quercus robur, Q. petrea) im Oberstand zu den Naturerbeflächen. In der Naturverjüngung sind unter anderem Esche, Stieleiche, Eberesche (Sorbus aucuparia), Birke (Betula pendula) und Rotbuche (Fagus sylvatica).

Rinne südlich des Plötzensees

Südlich des Plötzensees hat sich ein Gebüsch aus dominanter Schlehe (Prunus spinosa), gemischt mit Rose (Rosa canina), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und Wildapfel (Malus sylvestris) in einer Rinne ausgebildet. Innerhalb des Gebüsches gibt es ein Kleingewässer, das komplett mit Schilf bewachsen ist und ansonsten keine weiteren Makrophyten aufweist.

Im westlichen Teil der Rinne befindet sich in Hanglage eine Grünlandbrache mit dominantem Glatthafer (Arrhentherum elatius) und bereits einsetzender Verbuschung mit Schlehe, Birne (Pyrus spec.), Kreuzdorn (Rhamnus carthartica) und Brombeere (Rubus spec.).

Dahingegen konnte im südlichen Bereich auf einer Kuppe eine Frischwiese mit dominantem Glatthafer bislang erhalten werden. Weiter südlich, unterhalb eines Grauerlenforstes (Alnus incana) konnten in einer vergrasten Brache mit Glatthafer und Rotschwingel (Festuca rubra) noch einige wertgebende Arten wie Grasnelke (Armeria maritima ssp. elongata), Sichel-Schneckenklee (Medicago falcata), Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga) und Sand-Fingerkraut nachgewiesen werden.

Westlich von Fergitz

Westlich von Fergitz gehören ein extensiv genutzter Acker, ein lückiges Laubgebüsch aus Schlehe, Weißdorn (Crataegus monogyna) und Holunder (Sambucus nigra) sowie eine Staudenflur mit dominanter Brennnessel (Urtica dioica) an einem Wegrand zu den Naturerbeflächen.

Wrietzensee

Der Wrietzensee ist etwa 20 Hektar groß und hat teilweise recht ausgedehnte Schilfröhrichte an seinem Ufer. Der See ist weitgehend von Erlenbruchwald bzw. von uferbegleitenden Gehölzen aus Erlen (Alnus glutinosa), Eschen, teilweise auch mit Faulbaum (Frangula alnus), Hasel (Corylus avellana) oder Rotem Hartriegel (Cornus sanguinea) in der Strauchschicht umgeben. In den nördlichen Bereichen gesellen sich des Weiteren Verlandungsmoore mit Weiden (Salix alba, S. cinerea, S. pentandra) dazu.

Ursprünglich handelte es sich um einen mesotroph-alkalischen See mit Armleuchteralgen. Aktuell konnten jedoch keine Characeen mehr nachgewiesen werden, allerdings noch ein Vorkommen des in Brandenburg vom Aussterben bedrohten Glanz-Laichkrautes (Potamogeton x nitens).

Die Eutrophierung des Sees erfolgte durch angrenzende Intensiv-Äcker, die Einleitung von nährstoffreichem Wasser aus Entwässerungsgräben und durch bodenwühlende Fischarten (Marmor- und Silberkarpfen). Auch die konkurrenzschwache Karausche (Carassius carassius) wurde vermutlich durch das Vorkommen der Karpfen verdrängt, der letzte Nachweis stammt hier aus dem Jahr 1991.

An den See grenzt südlich ein extensiv genutzter Sandacker an und westlich befindet sich ein Kiefernforst mit mittlerem bis starkem Baumholz (BHD 35-75 cm). Im Oberstand sind Eiche und Robinie beigemischt und in der Naturverjüngung kommen Eberesche, Birke, Esche, Rotbuche, Stieleiche und Berg-Ulme (Ulmus glabra) vor.

Schutzstatus und Schutzgüter

Das FFH-Gebiet "Eulenberge" (DE 2848-302) ist Teil des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin sowie des SPA "Schorfheide-Chorin" (DE 2948-401) und seit 1990 Naturschutzgebiet. Die Schutzziele gemäß der NSG-Verordnung sind die Erhaltung und Wiederherstellung von Lebensstätten bedrohter Tier- und Pflanzenarten der kalkreichen Moränenlandschaft mit einem Randverschneidungsrelief zur Uckeraue sowie den Lebensgemeinschaften der Trockenrasen.

Im FFH-Gebiet ist ein guter ökologischer Zustand der Seen, Sandrasen, Kalk-Trockenrasen, Steppen-Trockenrasen, feuchten Hochstaudenfluren, Mageren Flachlandwiesen, Kalktuffquellen und Auenwälder zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Außerdem ist das Gebiet Lebensraum für FFH-Anhang-Arten wie Fischotter, Rotbauchunke, Kammmolch, Sumpf-Engelwurz und Kriechender Sellerie.

Bestehende Planungen

Für das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin liegen ein Landschaftsrahmenplan sowie ein Pflege- und Entwicklungsplan vor. Dabei gehören der Ostteil des FFH-Gebietes zum Landschaftsraum Oberuckerseetal und der Westteil zur Ackerlandschaft Gerswalde-Stegelitz.

Als Entwicklungsziel wurden der Erhalt und die Entwicklung reich strukturierter Offenlandschaften und des besonderen Landschaftsbildes durch eine angepasste Bewirtschaftung festgelegt. Als Pflegemaßnahmen werden unter anderem Neuanlagen von Alleen, Pufferstreifen, Windschutzstreifen und allgemein eine Verkleinerung der Ackerschläge sowie eine erosionsmindernde und grundwasserschonende Bewirtschaftung vorgeschlagen, um die Bodenfruchtbarkeit und das dynamische Relief zu erhalten.

Außerdem soll der Landschaftswasserhaushalt der großflächige Seen- und Niederungslandschaft im Einzugsgebiet der Ucker, auch insbesondere als Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten mit überregionaler Bedeutung erhalten bzw. verbessert werden.

Derzeit wird ein Natura-2000-Managementplan (LINK) für das Gebiet erarbeitet. Die Stiftungsflächen bei Fergitz waren Teil des EU LIFE-Projektes "Binnensalzstellen Brandenburgs" (LINK). Es wurden diverse Maßnahmen im Rahmen der Renaturierung des Quellmoores Fergitz umgesetzt, um den Landschaftswasserhaushalt zu stabilisieren und die Artenvielfalt zu erhalten bzw. zu erhöhen. Zu den Maßnahmen gehörten Grabenverschlüsse in Quellnähe, der Bau eines Staubauwerkes im Hauptgraben sowie die Einrichtung von Schutzzonen und einer angepassten extensiven Nutzung durch Mahd und Beweidung.

Leitbild und Naturschutzziele

  • Wiederherstellung des Wrietzensees als mesotroph kalkhaltiges Gewässer mit Armleuchteralgen und Erhalt seiner Verlandungszonen
  • Entnahme der faunenfremden, bodenwühlenden Fischarten (Marmor- und Silberkarpfen) zur Verbesserung des Erhaltungszustandes eines ursprünglich mesotrophen Gewässers, der Lebensbedingungen der Karausche sowie Verzicht auf weiteren Besatz mit Fischen
  • Naturschutzorientiertes Fisch-Management mit der Zielsetzung der Entwicklung autochthoner Fischbestände bzw. naturverträgliche Nutzung unter Verzicht auf Zufütterung, Anfütterung, Fischbesatz (mit Ausnahme der Wiederansiedlung ausgestorbener einheimischer Arten) und Elektrofischerei (außer zu Forschungszwecken)
  • Setzen einer Sohlschwelle am Ablauf des Sees zur Stabilisierung des Wasserstandes
  • Erhalt der Binnensalzstellen durch angepasste Wasserstände und extensive Nutzung
  • Erhalt der Moore, Röhrichte und Riede
  • Erhalt der Grünlandbiotope (u.a. Feucht-/Frischwiesen, Frischweiden, Großseggenwiesen, Staudenfluren) durch Weiterführung der extensiven Nutzung durch Mahd und Beweidung, auch als Lebensraum u.a. für gefährdete Pflanzen-, Mollusken-, Falter-, Heuschrecken- und Amphibienarten
  • Entwicklung von Grünlandbrachen in artenreiche Wiesen oder Weiden durch Einbeziehung der Flächen in eine extensive Nutzung
  • Erhalt der Laubgebüsche, Feldgehölze und Wälder als wichtige Landschaftselemente und weitere Entwicklung von Landschaftselementen in den Ackerflächen wie Säume, Hecken, Alleen und Baumgruppen, u.a. als Habitate für Brutvögel, Insekten, Reptilien, Landlebensräume für Amphibien sowie als Biotopverbund
  • Erhalt der naturnahen Waldbereiche (u.a. Erlen-Bruchwälder, Feuchtwälder und -gehölze, Laubgebüsche, Feldgehölze) als Naturentwicklungsgebiete (keine forstliche Nutzung)
  • Nach Möglichkeit Umwandlung von naturfernen Kiefern-, Robinien- oder Pappelforsten in einen naturnahen Laub-Mischwald mit standorteinheimischen Baumarten; die Naturerbeflächen werden nach Umwandlung in naturnahe Waldgesellschaften mit Baumarten der potenziell natürlichen Vegetation als Naturentwicklungsgebiet sich selbst überlassen. Bereits vorhandenes Laubholz wird durch Naturverjüngung gefördert.
  • Umwandlung der Ackerbrachen sowie des artenarmen intensiv genutzten Grünlands in extensiv genutztes Dauergrünland
  • Extensivierung der Äcker mit dem speziellen Ziel der Förderung der Segetalarten sowie des Schutzes der Gewässer vor Nährstoffeinträgen
  • Es wird angestrebt, die bebauten Flächen zu verkaufen.
  • Erhaltung und Entwicklung der Flächen als Lebensraum wild lebender Tierarten, insbesondere als Zug-, Rast- und Überwinterungsgebiet für nordische Gänse und als Brut- und Nahrungsgebiet für Wasservögel, Wat- und Großvögel.

Flächenerwerb im Naturschutzgebiet Eulenberge

www.bmel.de
www.eler.brandenburg.de

Im Jahr 2017 wurden rund 27 Hektar im Naturschutzgebiet Eulenberge erworben. Dieser Flächenkauf wurde gefördert vom Bund aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (www.bmel.de) sowie des Landes Brandenburg (www.eler.brandenburg.de)

Mit dem Flächenkauf wurde die Voraussetzung geschaffen, durch gezielte Maßnahmen Lebensräume strukturell aufzuwerten und isoliert liegende Biotope zu verbinden. Das kommt vielen Arten zu Gute: zahlreichen Fledermausarten (z.B. Rauhautfledermaus, Zwergfledermaus, Mückenfledermaus oder Breitflügelfledermaus), Vogelarten (z.B. Raubwürger, Neuntöter, Feldlerche, Heidelerche, Schlagschwirl oder Sperbergrasmücke) und Amphibien (z.B. Moorfrosch, Rotbauchunke, Kammolch oder Laubfrosch).