Karthane, Landkreis PrignitzVerbesserung der Lebensraumstrukturen und des Landschaftsbildes

Die Karthane ist ein Nebenfluss der Stepenitz im Landkreis Prignitz. Ihre Lauflänge beträgt 48 Kilometer. Der Abschnitt des Projektes befindet sich zwischen Rühstädt und Bad Wilsnack und liegt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, im SPA-Gebiet "Unteres Elbtal", im LSG "Brandenburgische Elbtalaue", teilweise im NSG "Wittenberge-Rühstädter Elbniederung" sowie im FFH-Gebiet "Karthane".

Im Zuge der Komplexmelioration seit den 1960er Jahren wurde der Verlauf der Karthane verbreitert und begradigt, die Karthane stark eingetieft. Zudem wurde der Gehölzbestand fast vollständig beseitigt.

Im November 2018 wurde in zwei Teilabschnitten am linksseitigen Karthaneufer auf etwa zwei Kilometer ein Gehölzsaum aus gebietsheimischen Bäumen und Sträuchern gepflanzt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer landschaftsgerechten Gestaltung der Pflanzung: Es wechseln sich breite heckenartige Abschnitte mit kleineren und größeren Gehölzgruppen, Solitärbäumen, schmaleren Heckenabschnitten und Abschnitten ohne Bepflanzung ab. 

Der lockere Aufbau soll ein naturnahes Landschaftsbild und Raum für natürliche Sukzession geben. Besonders im westlichen Teil der Pflanzung wurde durch größere Lücken in den Pflanzungen darauf geachtet, dass für Rast- und Zugvögel weiterhin ein freier Zugang zur Karthane und dem offenen Grünland bestehen bleibt. Insgesamt wurden auf rund 3,45 Hektar 2.750 Gehölze gepflanzt: verschiedene Baum- und Straucharten wie Eiche, Esche, Ulme, Weide, Schwarzerle, Hainbuche, Wildapfel, Wildbirne, Schlehe, Weißdorn, Hartriegel und Pfaffenhütchen.

Eine Besonderheit ist die Pflanzung der heimischen Schwarzpappel, da diese in der Roten Liste Brandenburgs als "stark gefährdet" eingestuft ist. Es werden ausschließlich autochthone Schwarzpappeln mit zertifizierter Herkunft verwendet. Mit den Gehölzpflanzungen an der Karthane sollen zumindest in Teilbereichen Naturnähe, Strukturvielfalt und Artenreichtum wiederhergestellt werden.

Methoden

Um die Verbesserung der Habitatstrukturen zu dokumentieren, wurde in den Jahren 2018, 2019 und 2020 eine Brutvogelkartierung durchgeführt. Um die optischen Veränderungen festzuhalten, wurden begleitend Fotopunkte eingerichtet. Eine Karte mit die Lage der Pflanzmaßnahmen, der Korridore der Brutvogelerfassung sowie die Lage der Fotopunkte befindet sich im Anhang des 3. Berichts.

Zusammenfassend werden folgende Untersuchungsmethoden im Projektgebiet der Karthane angewendet:

  • Brutvogelkartierung (2018, 2019, 2020, Wiederholung geplant für 2026)
  • Fotodokumentation (2018, 2019, 2020, Wiederholung geplant für 2026)

Zusammenfassung

Für eine Beurteilung des Landschaftsbildes und der Veränderungen der Habitatstrukturen, gemessen an dem Parameter der Brutvögel, ist die Pflanzung der Hecken und Gehölze noch zu jung. Die Ergebnisse können zunächst als Ersterfassung betrachtet werden. Die Kartierung der Brutvögel und die Fotodokumentation sollen in sechs Jahren wiederholt werden.

Dennoch gibt es bereits positive Effekte durch die Pflanzungen, da in diesen Bereichen Ansitz-, Sing- und Jagdwarten sowie ungestörte Versteckmöglichkeiten am Boden geschaffen wurden. Durch die Aufgabe der Mahd zwischen den Pflanzungen hat zunächst der Blütenreichtum, die Insektenvielfalt und damit einhergehend das Nahrungsangebot für Vögel zugenommen. Vor allem Brachen und diverse Sukzessionsstadien, die über den Winter stehen bleiben, sind besonders wertvoll für den Erhalt der Insektenvielfalt. Dennoch sollten diese Bereiche weiter beobachtet werden und ggf. zeitlich gestaffelt gemäht werden, um die Ausbreitung von dominanzbildenden Arten zu unterbinden.

Im Bereich der Pflanzungen haben zunächst Arten wie das Braunkehlchen oder Grauammer von den Strukturen profitiert. Diese Arten werden langfristig, zumindest in den dichten Bereichen der Hecken verschwinden und eher den Zielarten dieser Maßnahme wie diverse Grasmücken oder dem Neuntöter weichen.

Stand: Dezember 2020

Downloads

Die genauen Ergebnisse, Karten und Literatur zu den ausgewählten Flächen finden Sie im aktuellen Bericht zur Erfolgskontrolle (Stand 2020). 

Die vorangegangenen Berichte können Sie ebenfalls nachlesen: Erfolgskontrolle 2018 und Erfolgskontrolle 2019 

Ihre Ansprechpartnerinnen

Ninett Hirsch
Erfolgskontrolle
Telefon: 0331 / 971 64 875
E-Mail schreiben

Eva Sieper-Ebsen
Leitung Stiftungsprojekte
Telefon: (0331) 971 64 720
E-Mail schreiben