Plänitzrinne, Landkreis Ostprignitz-RuppinEntwicklung eines günstigen ökologischen Zustandes

Das Projektgebiet Plänitzrinne befindet sich im Landkreis Ostprignitz-Ruppin bei Plänitz etwa vier Kilometer nordwestlich von Neustadt/Dosse. Hier wurde im Herbst 2016 im Rahmen eines geförderten Projektes ein etwa 0,5 Hektar großes längliches Gewässer in einer ehemaligen Schmelzwasserrinne angelegt. Dabei wurden ca. 5.500 m3 Sediment entnommen, die tiefsten Bereiche in der Mitte der Rinne mit ca. 1,8 Meter Tiefe und Flachwasserzonen am Rand mit etwa 0,3 Meter Tiefe geformt.

Methoden

Die Zielarten der Maßnahme sind vor allem Kammmolch (Triturus vulgaris), Rotbauchunke (Bombina bombina), Moorfrosch (Rana arvalis), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) sowie Gras- und Teichfrosch (Rana temporaria, Pelophylax kl. esculentus). Für eine Überprüfung der Maßnahmenerfolge wurde schon im ersten Jahr nach der Anlage des Gewässers mit der Erfassung der Amphibien begonnen und im Jahr 2019 wiederholt. Parallel zu den Amphibien wurden Libellen als wichtige Indikatorartengruppe in den Jahren 2018 und 2019 erfasst. Des Weiteren wurde eine Vegetationszonierung mit Fotodokumentation angefertigt.

Zusammenfassend werden folgende Untersuchungsmethoden in der Plänitzrinne angewendet:

  • Vegetationszonierung (2016/2017, Wiederholung geplant 2022)
  • Erfassung der Amphibien (2017/2019, Wiederholung geplant 2025/2026)
  • Erfassung der Libellen (2018/2019, Wiederholung geplant 2025/2026)
  • Fotodokumentation (Start 2016, jährlich)

Zusammenfassung

Bereits im dritten Jahr nach der Maßnahme zur Revitalisierung der Schmelzwasserrinne Plänitz konnten sechs Amphibienarten nachgewiesen werden: Teichmolch, Knoblauchkröte, Erdkröte, Teichfrosch, Moorfrosch und Grasfrosch. Davon kamen abgesehen vom Teichmolch und Grasfrosch alle Arten mit Reproduktionsnachweis in Form von Laichschnüren oder Laichballen vor.

Im Jahr 2019 konnten außerdem 21 Libellenarten erfasst werden, wovon sieben Arten als bodenständig eingestuft werden konnten. Als Biotopdominante Art kam die Große Pechlibelle vor, die eine typische Art der Tümpel und Kleingewässer ist. Es konnte auch die Gebänderte Heidelibelle (gefährdet) und die Grüne Flussjungfer (eine Anhang II-Art) nachgewiesen werden. Beide sind zwar Charakterarten der naturnahen Fließgewässer und vermutlich Gastbeobachtungen, jedoch unterstreicht ihr Vorkommen die Bedeutung der Plänitzrinne als wichtiges Trittsteinbiotop im Verbund von Klein- und Fließgewässern in der Region.

Mit der Neuanlage eines Kleingewässers, einem großzügigen Pufferstreifen sowie der Anlage einer Hecke sind insgesamt bedeutende Habitate für viele weitere Artengruppen geschaffen worden. Neben Amphibien und Libellen haben beispielsweise blütenbesuchende Insekten von der Pioniervegetation an der Böschungskante profitiert. Damit ist das Gebiet auch als Nahrungshabitat für Vögel und Fledermäuse aufgewertet worden.

Stand: November 2019

Downloads

Die genauen Ergebnisse, Karten und Literatur zu den ausgewählten Flächen finden Sie in den Zwischenberichten Erfolgskontrolle 2018 und Erfolgskontrolle 2019.

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