Plattenburg, Landkreis PrignitzErhalt der Subpannonischen Steppen-Trockenrasen

Das 2,4 Hektar große Untersuchungsgebiet Plattenburg ist Teil des gleichnamigen FFH- und Naturschutzgebietes "Plattenburg". Es befindet sich im Landkreis Prignitz und im Landschaftsschutzgebiet "Brandenburgische Elbtalaue", im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg sowie dem Europäischen Vogelschutzgebiet "Unteres Elbtal".

In der Verordnung über das Naturschutzgebiet "Plattenburg" (2003) wird das Ziel der Erhaltung und Entwicklung der Lebensräume wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Trockenrasen und besonders geschützten Arten wie Gemeine Grasnelke (Armeria elongata), Heide- oder Karthäusernelke (Dianthus deltoides, D. carthusianorum) formuliert.

Im Juli 2014 wurde eine etwa zwei Hektar große Teilfläche des NSG mit dem LRT 6240* (Subpannonische Steppen-Trockenrasen) sowie den Biotoptypen Grünlandbrachen, Vorwald und Naturnahem Laubmischwald übertragen. Die Fläche ist Teil des Mühlenbergs, der sich am nördlichen Rand des Ortes Groß Leppin befindet und die einzige Erhebung (54 Meter üNN) in der Region darstellt. Der Mühlenberg besteht aus Ablagerungen von Schmelzwassersanden der Eiszerfalls- und Vorschüttphase. Durch den Abbau von Kies und Sand bis in die 1980er Jahre hinein sind wertvolle Trockenrasen am Hang entstanden.

Im Rahmen des Projektes Wildpflanzenschutz Deutschland (WIPs-DE) wurden im Jahr 2016 ca. 50 Jungpflanzen der Grauen Skabiose (Scabiosa canescens) am südexponierten Hang ausgebracht. Davon haben 90 Prozent überlebt und die meisten auch gefruchtet, so dass weitere 240 Exemplare im November 2017 ausgebracht wurden. 

Um eine weitere Vergrasung und Verbuschung der wertvollen Trockenrasen zu verhindern, wurde die Fläche in den Jahren 2016 und 2017 mit Schafen beweidet. Da die Schafe jedoch keine Gehölze verbeissen, sollten zusätzlich Entbuschungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Seit dem Jahr 2019 ist die Fläche in der Projektkulisse des EU-LIFE Projektes Trockenrasen, so dass weitere Maßnahmen zum Erhalt des wertvollen Steppentrockenrasens umgesetzt werden können.

Methoden

Um die Erfolge der Bewirtschaftung zu dokumentieren und ggf. erforderliche Anpassungen abzuleiten, wurde im Jahr 2015 ein Vegetationstransekt eingerichtet. Entlang des Transektes wurden insgesamt zehn Vegetationsaufnahmen (2x2 Meter) durchgeführt und 2018 durch die Naturwacht wiederholt. Eine Biotopkartierung liegt aus dem Jahr 2013 vor und wurde 2018 ebenfalls durch die Naturwacht wiederholt. In den Jahren 2018 und 2019 wurden außerdem Tagfalter und Heuschrecken durch einen externen Gutachter erfasst. Des Weiteren wurden im Jahr 2016 vier Fotopunkte eingerichtet, die jährlich aufgesucht werden sollen, um die Entwicklung zu visualisieren.

Zusammenfassend werden folgende Untersuchungsmethoden angewendet:

  • Biotopkartierung (2013, Wiederholung 2018)
  • Vegetationstransekt mit zehn Punkten (2017, Wiederholung 2019)
  • Erfassung Tagfalter/Heuschrecken (2018/2019, Wiederholung geplant 2025/2026)
  • Fotodokumentation (Start 2016, Wiederholung jährlich)

Zusammenfassung

Trotz der erkennbaren Vergrasung und Verbuschung vor allem mit Pappeln sind die Trockenrasen an den Hängen des Abbautrichters am Mühlenberg in einem guten Zustand. Insgesamt konnten 110 Pflanzenarten nachgewiesen werden, viele davon wertgebende, gefährdete und charakteristische Arten der Trockenrasen wie beispielsweise Karthäuser-Nelke oder Zierliches Schillergras.

Auch die Tagfalter- und Widderchenfauna ist mit insgesamt 34 Arten relativ artenreich und mit den vorkommenden charakteristischen Arten regional bedeutsam. Außerdem wurden 16 Heuschreckenarten nachgewiesen, zwei davon sind in Brandenburg gefährdete Arten. Sieben Arten sind charakteristische Kennarten der Trockenrasen und besonders hervorzuheben ist das individuenreiche Vorkommen der Blauflügeligen Ödlandschrecke.

Die Beweidung der Flächen wurde durch einen örtlichen Schafhalter mit finanzieller Unterstützung aus dem Vertragsnaturschutzprogramm durchgeführt. Sie wird ab 2019 fortgeführt und durch das genannte LIFE-Projekt Trockenrasen finanziert. Außerdem sind im Projekt Entbuschungen vorgesehen, die mit den örtlichen Akteuren abgestimmt werden müssen.

Ein Entwicklungstrend kann dann erst nach weiteren Jahren der Erfolgskontrolle abgelesen werden, wenn die Maßnahmen im Rahmen des EU-LIFE Projektes umgesetzt worden sind.

Stand: November 2019

Downloads

Die genauen Ergebnisse, Karten und Literatur zu den ausgewählten Flächen finden Sie in den Zwischenberichten Erfolgskontrolle 2018 und Erfolgskontrolle 2019.

Ihre Ansprechpartnerinnen

Ninett Hirsch
Erfolgskontrolle
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Eva Sieper-Ebsen
Leitung Stiftungsprojekte
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