Rühstädt, Landkreis Etablierung eines Blühstreifens

Im Herbst 2019 wurde auf einem Acker bei Rühstädt ein 20 m breiter und ca. 350 m langer Blühstreifen angelegt. Rühstädt befindet sich in der Prignitz, südwestlich von Bad Wilsnack, an der Elbe. Das Untersuchungsgebiet befindet sich im FFH-Gebiet „Elbdeichhinterland“ (DE3036-302) und Naturschutzgebiet „Wittenberge-Rühstädter Elbniederung“ und ist eingebettet in das Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe – Brandenburg“.

Der Blühstreifen wurde im Übergangsbereich eines Ackers und eines angrenzenden Waldgebietes angelegt. Dabei wurde Regio-zertifiziertes Saatgut mit 32 verschiedenen Wildkräutern ausgebracht. Eine Gesamtartenliste mit Kennzeichnung der Saatgutbestandteile befindet sich im Anhang des 3. Berichts.

Methoden

Im Rahmen der Erfolgskontrolle wurden vier Begehungen (27.04.2020, 08.06.2020, 13.07.2020, 21.08.2020) durchgeführt, um Pflanzen, Tagfalter und Heuschrecken als Parameter der Lebensraumqualität des Blühstreifens zu erfassen. Die Erhebungen wurden an einen externen Experten vergeben.

Begleitend wurden Fotopunkte eingerichtet, um die Veränderungen des Landschaftsbildes zu dokumentieren. Zusammenfassend werden folgende Methoden auf dem Blühstreifen in Rühstädt angewendet:

  • Gesamtartenliste der Pflanzen (2020, Wiederholung geplant für 2021)
  • Erfassung der Tagfalter (2020, Wiederholung geplant für 2021)
  • Erfassung der Heuschrecken ((2020, Wiederholung geplant für 2021)
  • Fotodokumentation (2020, Wiederholung geplant für 2021)

Zusammenfassung

Bereits im ersten Jahr nach der Anlage des 350 Meter langen und 20 Meter breiten Blühstreifens in Rühstädt konnten insgesamt 53 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Davon waren 22 Arten Bestandteil der Regio-zertifizierten Saatgutmischung. Außerdem konnten 16 Tagfalter- und neun Heuschreckenarten auf dem Blühstreifen erfasst werden. Somit stellte der Blühstreifen bereits im ersten Jahr nach der Anlage für eine Vielzahl von Pflanzen und Insekten einen Lebensraum dar.

Die Erfassungen sollen im nächsten Jahr wiederholt werden, da aufgrund von Populationsschwankungen insbesondere bei der Fauna mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre betrachtet werden sollen.

Die mit dem Pächter vereinbarte Mahd konnte im Jahr 2020 nicht umgesetzt werden. Alternativ wurde ein Schäfer gefunden, der die Beweidung des Blühstreifens kurzfristig übernommen hat und voraussichtlich auch zukünftig weiter führt. So erfolgt die Pflege des Blühstreifens durch abschnittsweise Beweidung statt der ursprünglich geplanten Mahd. Sollte es als erforderlich eingeschätzt werden, kann eine Nachmahd durch den Schäfer erfolgen. Grundsätzlich ist das Verbleiben von Weideresten als Lebensraum und Struktur jedoch erwünscht.

Blühstreifen müssen zum einen gepflegt werden, damit sich keine konkurrenzstarken Pflanzenarten ausbreiten und zum anderen sollten auch immer Teilbereiche über den Winter stehen bleiben. Ab dem zweiten Jahr nach Anlage des Blühstreifens ist eine 50prozentige Nutzung im jährlichen Wechsel vorgesehen. Denn viele Insekten brauchen die überständige Vegetation für ihre Überwinterungsstadien. Beispielsweise verbleibt der Schwalbenschwanz als Puppe an seiner Futterpflanzen (z.B. Wilde Möhre) über den Winter. Wenn die Vegetation im Herbst gemäht, beweidet oder gemulcht wird, wird der Blühstreifen zumindest für diese Art zur ökologischen Falle. Aus diesem Grund ist eine Teilflächennutzung des Streifens wichtig.

Stand: Dezember 2020

Downloads

Die genauen Ergebnisse, Karten und Literatur zu den ausgewählten Flächen finden Sie im aktuellen Bericht zur Erfolgskontrolle (Stand 2020). 

Die vorangegangenen Berichte können Sie ebenfalls nachlesen: Erfolgskontrolle 2018 und Erfolgskontrolle 2019 

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Leitung Stiftungsprojekte
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