Die MaßnahmenHeckenpflanzungen und weitere Strukturanreicherung

In den kommenden Jahren pflanzen wir in den Projektgebieten Hecken, säen Saumstreifen ein und legen Kleinstrukturen wie Totholz- und Lesesteinhaufen an. Zusätzlich weisen wir Sukzessionsflächen aus und pflanzen Solitärgehölze.

Auch den Landschaftswasserhaushalt nehmen wir in den Blick: Durch den Rückbau eines Meliorationssystems stellen wir temporär nasse Ackersenken als potenzielle Laichgewässer wieder her.

Mit dem Projekt nutzen wir auch die Chance, Winterlebensräume für Amphibien im Pufferstreifen angrenzend an das FFH-Gebiet zu schaffen. Denn in den Kleingewässern bei Berkholz westlich der Stiftungsflächen wurden Rotbauchunke und Kammolch nachgewiesen, weitere Nachweise gelangen östlich von Klein Sperrenwalde.

Wiederherstellung feuchter Ackersenken

Heckenpflanzung

Maschinelles Pflanzen erleichtert die Arbeit.
4.700 Sträucher und 100 Bäume wurden gepflanzt
Der geschützte Neuntöter ist ein typischer Bewohner von Hecken. (Foto: O. Ulmer)
So soll es einmal aussehen: eine wunderschöne Baum-Strauch-Hecke blüht. (Foto: H. Wiesing)

Auf knapp anderthalb Kilometern werden nun in Abschnitten mehrreihige, gestufte Hecken wachsen: etwa 1.200 Meter im Teilgebiet Gollmitz, gut 200 Meter im Teilgebiet Kröchlendorff. Für diese Hecken kamen 13 verschiedene Laubbaumarten in den Boden: Ahorn, Eiche, Hainbuche, Wildapfel, Wildbirne und Winterlinde zum Beispiel. 15 heckentypische Straucharten wie Hartriegel, Weißdorn, Wildrosen, Schlehe und Strauchhasel ergänzen die Pflanzung. Um über das Jahr ein optimales Nahrungsangebot bereitzustellen, haben wir vor allem fruchttragende Sträucher und Frühblüher pflanzen lassen. Die insgesamt rund 1.400 Meter langen Heckenpflanzungen in beiden Projektgebieten sind in einzelne Abschnitte mit einer Länge von jeweils rund 100 Metern gegliedert, um eine Barrierewirkung in der Landschaft zu vermeiden. 

Die neuen Hecken sind durch Wildschutzzäune wirksam vor Verbiss und Fegeschäden geschützt. Die Solitärbäume erhalten einen Einzelbaumschutz. Drei Jahre lang werden die Pflanzungen gepflegt: konkurrierender Aufwuchs wird gemäht, die Gehölze in Abhängigkeit von den Niederschlagsmengen ausreichend gewässert und der Wildschutzzaun instand gehalten. Der Zaun wird abgebaut, sobald die Hecke keinen Schutz mehr benötigt. 

Sukzessionsflächen

Andere Abschnitte werden nicht bepflanzt und bleiben damit der freien Sukzession überlassen. Das bringt Struktur in die langen Pflanzflächen und gestaltet sie abwechslungsreicher. Für größere Sukzessionsflächen haben wir Standorte in direkter Nähe zu den Naturräumen Laakgraben und Stromniederung ausgewählt, beide mit hochwertigem, naturnah ausgeprägtem Gehölzbestand. Auch zwischen den einzelnen Heckenabschnitten gibt es immer wieder kleinere Bereiche zur freien Sukzession. Insgesamt sind es in beiden Projektgebieten rund 3.300 Quadratmeter Sukzessionsflächen.

In freien Bereichen zwischen den einzelnen Heckenabschnitten in Gollmitz werden die Sukzessionsflächen mit Solitärbäumen sowie kleinen Baumgruppen bepflanzt, um eine gute Unterscheidbarkeit zu den Durchfahrten, die für die Bewirtschaftung der Flächen erhalten bleiben sollen, zu schaffen und die Landschaft mit Solitärgehölzen zu strukturieren. Hier kommen neben den typischen Baumarten wie z.B. Eiche, Hainbuche und Linde auch regionale alte Obstsorten in den Boden.

Krautsäume

Die Heckenpflanzungen und Sukzessionsflächen werden durch beidseitig vorgelagerte, blütenreiche Krautsäume mit unterschiedlicher Breite ergänzt: In den beiden Projektgebieten sollen insgesamt rund 13.750 Quadratmeter Saumflächen wachsen. Hier sollen sich vor allem mehrjährige, überwinternde Hochstaudenstrukturen für Insekten, Vögel und Kleinsäuger etablieren. Auch hier greift die dreijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege: Die Saumflächen werden abschnittsweise gemäht und das Mahdgut beräumt. Im Anschluss wird voraussichtlich einer unserer Pächter die weitere Pflege übernehmen. 

An den Hecken ist die Ansaat auf etwa 10.000 Quadratmeter Fläche geplant. Dort verwenden wir regional produziertes, zertifiziertes Bio-Saatgut.

Die Säume im Bereich der Sukzessionsflächen – rund 4.000 Quadratmeter – werden nicht angesät. Stattdessen soll sich die Vegetation hier ohne Eingriffe entwicklen. Durch die unterschiedliche Lage und Exposition jeweils an der Nord- und Südseite bzw. Ost- und Westseite der Hecke können sich unterschiedliche Pflanzengesellschaften ansiedeln.

Holzpfähle aus Robinie oder Eiche grenzen die Säume zu den angrenzenden Landwirtschaftsflächen ab. Auch sie können einen zusätzlichen Kleinlebensraum für zahlreiche Wirbellose wie z.B. Wildbienen, Spinnen oder Hautflügler bieten, wenn sie aus einheimischen und unbehandelten Hölzern mit Rinde bestehen. Die Gemeinde Nordwestuckermark hat bereits signalisiert, Hölzer aus gemeindlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Etwa alle 100 Meter wird ein Abgrenzungspfahl durch eine Greifvogelsitzstange ersetzt.

Lesestein- und Totholzhaufen

In beiden Projektgebieten sollen Lesestein- und Totholzhaufen geschaffen werden. Diese Kleinstrukturen bieten Versteckmöglichkeit, Jagdrevier und Kinderstube für eine Vielzahl von Tieren und sind wertvolle Trittsteinbiotope:. Sie ermöglichen die Vernetzung von Arten zwischen isoliert liegenden Biotopen.

Im Projektgebiet Gollmitz werden es insgesamt 12 Lesesteinhaufen sein: sechs davon oberirdisch, sechs mit einem frostfreien Untergrund, die dann Amphibien auch als Winterquartier dienen können. Wurzelstöcke und unterschiedlich starkes Schnittmaterial von heimischen Gehölzen aus der Hecken- bzw. Waldrandpflege werden zu 15 Totholzhaufen gestapelt. 

Die Projektflächen Kröchlendorff werden durch die Anlage von sieben Lesestein- und sieben Totholzhaufen aufgewertet.

Es ist geplant, die beiden Projektgebiete im Rahmen der Erfolgskontrolle jährlich zu untersuchen und damit die Wirksamkeit der Naturschutzmaßnahmen zu überprüfen. So soll beispielsweise die Vegetationsentwicklung auf den Sukzessionsflächen beobachtet werden. Wir wollen die Frage beantworten, ob die Sukzession für ähnliche Standorte in der Agrarlandschaft eine günstige Möglichkeit zur Etablierung naturnaher, optimal standortangepasster Gehölzbestände in einem überschaubaren Zeitraum darstellen kann.

Ihr Kontakt

Florian Grübler
Leitung Stiftungsprojekte
Telefon: 0331 / 971 64 870
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Janine Ruffer
Leitung Großprojekte und LIFE Trockenrasen
Tel.: (0331) 97 164-740
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