Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg
Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 02/2022

Stiftung | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | Umweltbildung | Naturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe ziehen wir unsere Jahresbilanz für 2021. Zudem stellen wir Ihnen Förderprojekte aus den Landkreisen Dahme-Spreewald und Prignitz vor und es gibt wieder Neues aus der Umweltbildung. Außerdem: Gute Nachrichten von Flussseeschwalben und Blühstreifen, ein Faltblatt für alle, die an der Oder angeln möchten und die Natur genießen sowie eine neue Infografik für alle Gärtner*innen.

Bleiben Sie auch in diesen Tagen zuversichtlich,

Ihr Team der Stiftung

Stiftung - 1.000 Projekte für die biologische Vielfalt
Unser Jahresrückblick 2021

Frisch erschienen: Unser Jahresbericht 2021. Das 1000. Förderprojekt: In der Gemeinde Niederer Fläming wurden Kleingewässer renaturiert.

Wasser für die Moore, Hecken für die Agrarlandschaft, Kleingewässer als Refugien für Amphibien oder die Wiederansiedlung vom Aussterben bedrohter Pflanzen: Mit 76 Projekten, darunter 49 Förderprojekte, haben wir im Jahr 2021 dazu beigetragen, Lebensräume zu entwickeln und die heimische Artenvielfalt zu schützen. Rund 4,2 Millionen Euro stellten wir für den Natur- und Artenschutz bereit. Mit diesen Geldern, die hauptsächlich aus der Ersatzzahlung, aus den Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale und aus den Erträgen des Stiftungskapitals stammen, wurden Vorhaben im Gesamtumfang von 7,3 Millionen Euro ermöglicht.

Ein Meilenstein

Einen ganz besonderen Platz in unserer Arbeit nimmt die Renaturierung von drei Kleingewässern im Landkreis Teltow-Fläming ein. Das Amt Dahme (Mark) konnte diese Maßnahme für den Amphibienschutz und zum Wasserrückhalt in der Landschaft mit Fördermitteln unserer Stiftung realisieren. Es ist das 1000. Projekt, das zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft im Land Brandenburg umgesetzt wurde. Diese 1.000 geförderten Projekte sind für uns ein wichtiger Meilenstein, zugleich aber erst ein Zwischenschritt auf dem Weg, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen.

In unserem Jahresbericht 2021 stellen wir das Projekt ausführlicher vor und geben dort im Schwerpunkt Hinweise zur Beantragung von Fördermitteln bei der Stiftung.

Projektförderung - Aktuelle Beispielprojekte
Wir ermöglichen Naturschutzprojekte

Im Landkreis Dahme-Spreewald konnten wir die Revitalisierung des Kleingewässers "Alte Tränke" Bergen fördern: Es wurden Sedimente entnommen und besonnte Flachwasserzonen bieten nun ausreichend lange Wasser, damit sich Froschlaich und Kaulquappen entwickeln können. Gute Nachrichten auch aus dem Landkreis Prignitz: Mit unserer Förderung wird in der ausgeräumten und intensiv bewirtschaften Agrarlandschaft bei Kunow nun eine 900 Meter lange und zehn Meter breite Hecke gepflanzt. Mit dieser Hecke wird ein wichtiges Landschaftselement geschaffen, welches bedeutend für die Vernetzung von Biotopen ist: Zahlreiche Vögel, Insekten- und Säugetierarten finden hier Brut- und Nahrungshabitate.

Die Fördermittel für beide Projekte stammen aus den Ersatzzahlungen

Stiftungsflächen - Hilfe für die Flussseeschwalbe
Brutflöße werden gut angenommen

Diese Brutinsel haben wir 2021 im Pritzerber See verankern lassen. (Foto: Carsten Muschol)

Bereits 2019 haben wir ein Brutfloß für Flussseeschwalben auf dem Pritzerber See im Landkreis Potsdam-Mittelmark ausgebracht. Es wurde so gut angenommen, dass im Frühjahr 2021 ein zweites folgte. Im Juni 2021 zählte die Naturwacht im Naturpark Westhavelland auf den beiden Brutinseln insgesamt 30 Brutpaare.

Inzwischen wurden schon neue Brutflöße beauftragt: Wir werden zwei weitere auf einer Wasserfläche im Naturschutzgebiet Rietzer See im Landkreis Potsdam-Mittelmark ausbringen lassen.

Stiftungsprojekte - Angeln am Oderstrom
Ein detailliertes Faltblatt für Angler*innen

Fischreich und einfach schön - die Oder. Foto. A. Herrmann

Die Natur am Oderstrom ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Sie bietet mit Schilfgürteln, Sand- und Schlammbänken, Altarmen, Auwäldern und -wiesen vielen gefährdeten Tieren und Pflanzen Lebensraum. In Zusammenarbeit mit dem Landesanglerverband, dem Landkreis Märkisch-Oderland und dem Landesamt für Umwelt (LfU) haben wir nun ein Faltblatt zum Thema Angeln und Naturschutz an der Oder herausgegeben.

Neben Informationen über die geschützten Lebensräume, über Amphibien, Fische und Vogelarten liefert die Publikation grundlegende Informationen zum Verhalten in der Natur. Eine große Karte auf der Rückseite des Faltblattes zeigt unter anderem die Zufahrtswege zum Odervorland.

Das Faltblatt ist kostenlos in den Gemeinden, Angelfachgeschäften und Tourismusinformationen in der Oderregion erhältlich sowie bei den örtlichen Anglerverbänden, dem Landesanglerverband und auch bei uns. Sie können es auch direkt herunterladen.

Naturwacht - Jahresrückblick
Viel ehrenamtliche Unterstützung für Rangerinnen und Ranger

Seit 30 Jahren unterwegs als Mittler*innen zwischen Mensch und Natur.

Auch die Naturwacht zieht Bilanz - und verzeichnet dramatische Einbrüche im Bestand von Unken, Fröschen, Kröten und Molchen.

An 33 Schutzzäunen wird die Zahl der Amphibien bereits langjährig erfasst: Im letzten Jahr wurden dort insgesamt 13.517 Tiere gezählt. Zwischen 2014 und 2018 waren es an denselben Standorten jährlich noch etwa 39.000 Tiere. Zwischen 2019 und 2021 bedeutet das einen Rückgang um etwa zwei Drittel!

Deutlich besser entwickelten sich in 2021 die Bestände der Wiesen-Orchideen. Feuchtkühle Frühlingstage und die regelmäßige Pflege vieler Wiesen halfen dabei. 

Die Verbreitungsschwerpunkte liegen in den Naturparken Barnim, Uckermärkische Seen, Stechlin-Ruppiner Land und Schlaubetal sowie im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Gute Erfolge erzielte die Naturwacht außerdem beim Artenschutz für Fluss- und Trauerseeschwalben. Der Wiedehopf, Vogel des Jahres 2022, nimmt ebenfalls im Bestand zu. 

Und auch hierüber freuen wir uns: Die die Zahl der ehrenamtlichen Helfer*innen bei der Naturwacht wächst. Rund 400 Menschen unterstützen die Ranger*innen aktuell bei ihrer Arbeit, 2019 waren es noch 285. 

Weitere Beispiele und Zahlen finden Sie im Jahresbericht der Naturwacht

Umweltbildung - "Werde Boden-Profi"
Viel mehr als Lockdown-Lösung

Zeichnungen unserer Ranger-Kollegin Sophie Hoffmann illustrieren die Arbeitsblätter.

Was als digitale Lockdown-Lösung für die Junior Ranger startete, ist nun ein detailreiches Angebot für Bildungsakteure*innen, die zum Thema Boden arbeiten wollen. 

In fünf spannenden Teilprojekten dreht sich teils digital, teils offline alles um den Boden. Die Themen der einzelnen Projekte sind in einem Arbeitsblatt knapp zusammengefasst und werden durch Hinweise auf Filme, Bestimmungshilfen und weiteres Material vertieft. Außerdem gibt es jeweils Entdeckertipps und -aufgaben, die direkt praktisch umgesetzt werden können.

Alle Materialien sind nun auch direkt herunterzuladen. Das Angebot richtet sich an die Altersgruppe 6 bis 12 Jahre, kann aber für andere Altersgruppen angepasst werden. Probieren Sie es aus!

Naturschutz in Zahlen - Ein Blühstreifen entwickelt sich positiv
Monitoring von Pflanzen, Tagfaltern und Heuschrecken

Der Blühstreifen im August 2021 (Foto: Oliver Brauner)

Bereits vor zwei Jahren wurde auf einem Acker bei Rühstädt ein 20 Meter breiter und etwa 350 Meter langer Blühstreifen angelegt und regio-zertifiziertes Saatgut mit 32 verschiedenen Wildkräutern ausgebracht. Im Rahmen unserer Erfolgskontrolle wurden 2020 und 2021 Pflanzen, Tagfalter und Heuschrecken als Parameter der Lebensraumqualität dieses Blühstreifens erfasst. Das Ergebnis ist ermutigend: Von den 32 ausgesäten Pflanzenarten haben sich 27 Arten etabliert. Insgesamt wurden im Jahr 2020 zunächst 31 und im Jahr 2021 sogar 58 Pflanzenarten auf dem Blühstreifen nachgewiesen.

Auch 20 Tagfalterarten wie beispielsweise der gefährdete Pflaumen-Zipfelfalter wurden erfasst - sie profitieren von dem deutlich erhöhten Blütenangebot. Außerdem wurden im Jahr 2020 neun und 2021 elf Heuschreckenarten dokumentiert. Mehr dazu auf unserer Webseite.

Zu guter Letzt - Eine Infografik
Wohin mit Gartenabfällen?

Wussten Sie, dass pro Kopf und Jahr in Deutschland 62 Kilo Gartenabfälle entstehen? Ein Teil davon landet immer noch in der freien Natur, obwohl dort "kein Platz für Gartenabfall" ist, wie wir unsere neue Infografik überschrieben haben. Alle unsere Infografiken - unter anderem auch zum Verhalten in Schutzgebieten oder zum Fledermausschutz - finden Sie auf unserer Website unter "Infomaterial". Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie die Grafiken nutzen möchten!