Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg
Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 05/2022

Stiftung | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | Umweltbildung | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

wir berichten dieses Mal wieder über unsere winterlichen Baustellen. Die weiteren Themen: zwei Förderprojekte aus den Landkreisen Havelland und Uckermark, der Einsatz einer Moorraupe, die Sicherung einer Teichanlage, neues Bildungsmaterial für Kinder im Grundschulalter und ein ganz besonderer TV-Tipp.

Wir wünschen Ihnen frohe Feiertage und ein gutes Jahr 2023!

Ihr Team der Stiftung

Ein Nachtrag in eigener Sache: Wir sind überzeugt: Naturschutz lebt wie unsere Gesellschaft von Gemeinschaft und dem Miteinander auch bei unterschiedlichen Interessen, nicht von Spaltung und Gewalt. Wir richten uns deshalb gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus und sind nun Mitglied im Aktionsbündnis Brandenburg.

Stiftung – Winterzeit ist Bauzeit
Im Fokus: die Renaturierung von Fließgewässern

Auch in diesem Jahr heißt es für die Stiftung: „Winterzeit ist Bauzeit!“ Aktuell steht die Renaturierung verschiedener Fließgewässer im Rahmen unseres Projekts LIFE Feuchtwälder im Fokus.

Naturschutz braucht mitunter schwere Technik: Auch an der Stepenitz kamen Bagger zum Einsatz.

So werden zum Beispiel ein Altarm sowie zwei Flutrinnen der Dahme bei Briesen im Landkreis Dahme-Spreewald wieder an den Flusslauf angeschlossen. Zusätzlich werden Buhnen zur Strömungslenkung eingebaut. Langfristig soll sich der Flussabschnitt damit naturnäher entwickeln, davon profitieren die Auenflächen und die dort noch wachsenden Auenwälder. Dadurch, dass die Dahme nun wieder durch alte Flussschleifen und Flutrinnen fließt, sind die Menschen außerdem besser vor Hochwasser geschützt. Das Wasser fließt durch einen längeren und gewundenen Flusslauf langsamer ab als durch den vorherigen geraden Abschnitt. Dadurch erreicht eine Hochwasserwelle zum Beispiel Ortschaften deutlich verzögert.
Auch bei Halbe wird die Struktur der Dahme verbessert: Hier wurden Totholz und Kies eingebaut, um diesem ausgebauten und begradigten Abschnitt der Dahme wieder mehr Dynamik zu geben.

Damit das Wasser länger in der Auenlandschaft der Stepenitz bleibt, hat die Stiftung im Landkreis Prignitz an drei Standorten in den Gemeinden Groß Pankow und Putlitz Entwässerungsgräben verschließen lassen. Mit diesen Baumaßnahmen werden der Auenwald sowie Moore und Grünlandflächen bevorteilt: Insbesondere in trockenen Jahren steht der Natur nun mehr Wasser zur Verfügung. Aber auch für das Abpuffern von Hochwasserereignissen spielt die Maßnahme eine wichtige Rolle: Nun bleibt das Wasser länger in den Auenflächen stehen, wodurch die Hochwasserwelle schlussendlich kleiner wird und weniger Flächen flussabwärts überflutet werden. Eine wichtige Funktion der Auen, die durch die Entwässerung verloren gegangen war.

Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin verlegt die Stiftung den Rheinsberger Rhin bei Rheinshagen zurück in seinen Altlauf. So werden einst verloren gegangene Lebensräume für Arten zurückgewonnen, die speziell an Biotope mit strömendem Wasser angepasst sind, darunter auch bedrohte Arten wie die Kleine Bachmuschel oder das Bachneunauge. Darüber hinaus begünstigt die Flussrenaturierung Auenwald auf einer Fläche von 2,5 Hektar. Außerdem wird der Altarm für Kajaks befahrbar sein – ein tolles Naturerlebnis.

Weitere Info zu LIFE Feuchtwälder, den Gebieten und Maßnahmen unter www.feuchtwaelder.de.

Projektförderung – Aktuelle Beispielprojekte
Wir ermöglichen Naturschutzprojekte

Der Trafoturm Dreibrück im Landkreis Havelland wird mit unserer Unterstützung für den Artenschutz umgestaltet. Es entstehen dringend notwendige Ersatzquartiere für Fledermausarten, Schwalben, Schleiereulen und andere Kulturfolger. Projektträger ist der NABU Regionalverband Osthavelland e.V.. In der Kurmeile Templin im Landkreis Uckermark fördern wir die Revitalisierung eines verlandeten Kleingewässers. Nach und nach werden Wasserpflanzen und Amphibien wie Rotbauchunken oder Laubfrösche den Lebensraum wieder besiedeln. Projekträger ist hier der Wasser- und Bodenverband „Uckermark-Havel“.

Sie haben eine Projektidee? Wir fördern Naturschutzprojekte, die den Zustand von Natur und Landschaft langfristig verbessern. Informieren Sie sich auf unserer Webseite, ob Ihr Projekt förderfähig ist. Neu: Solange die Fördersumme 150.000 Euro nicht überschreitet, sind keine Fristen zu beachten. Sie können einen Förderantrag jederzeit einreichen.

Stiftungsflächen – Einsatz für bedrohte Amphibienarten
Erhalt einer wertvollen Teichlandschaft

Die Sorgenteiche sind ein wichtiges Rückzugsgebiet für die Rotbauchunke. (Foto: Torsten Pröhl/fokus-natur.de)

Im FFH-Gebiet Sorgenteich im Landkreis Oberspreewald-Lausitz setzen wir uns für stark bedrohte Amphibienarten ein: Gemeinsam mit dem Landkreis und der Flächenagentur Brandenburg GmbH entwickeln wir Lösungen, um das verfügbare Wasser bestmöglich in die Teiche zu leiten, dort effizient zu verteilen und so lange wie möglich zu halten. Langfristig sollen überlebenswichtige Ersatzhabitate für Rotbauchunke, Grasfrosch und Kammmolch erhalten werden.

Stiftungsprojekte – Moorraupe im Löcknitztal
Das Ziel: Orchideenstandorte langfristig wieder herstellen

Hier ist der feuchte Untergrund und das schwer befahrbare Terrain gut zu erkennen.

Das Natura-2000-Gebiet „Löcknitztal“ zeichnet sich nicht nur durch den Fluss Löcknitz, sondern auch daran angrenzende Auen- und Feuchtwiesenbereiche aus. Durch eine regelmäßige Mahd der Wiesen können sie sich langfristig wieder zu wichtigen Lebensräumen für Orchideen oder vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsarten entwickeln. Die spezielle Technik einer Moorraupe schützt dabei Boden und Tiere.

Naturwacht – Schwanenballett zur Winterzeit
Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal

Singschwäne. Foto: D. Damschen

Singschwäne zieht es als nordische Wintergäste Jahr für Jahr aus ihren skandinavischen und osteuropäischen Brutgebieten nach Brandenburg. In großer Zahl von mehreren Hundert Tieren kann man sie vor allem im Januar und Februar auf den überfluteten Polderflächen im Nationalpark Unteres Odertal beobachten. Dort finden vom 2. bis 4. Februar die 13. Singschwantage statt. Die Gäste erwarten Fachvorträge und Exkursionen rund um die weißen Sänger.

Umweltbildung – Lilian im Land der Federgräser
Neues Bildungsmaterial für Kinder im Grundschulalter

Die vierte Abenteuerreise führt Lilian in die Welt der Trockenrasen.

Kinder im Grundschulalter für die besondere Natur in Brandenburg zu begeistern, ist das Ziel der Lilian-Geschichten, die im Rahmen unserer LIFE Projekte entstanden sind. "Lilian im Land der Federgräser" ist der vierte Titel dieser Reihe: Gemeinsam mit einer Kreiselwespe erkundet Lilian einen Lebensraum, der Hitze und Trockenheit trotzt: den Trockenrasen. Kinder können die Geschichte allein oder auch gemeinsam mit Eltern und Lehrer*innen lesen.

Mitmach-Seiten im Heft motivieren die Kinder, sich genauer mit den Inhalten der Geschichte auseinander zu setzen und ihr Wissen zu vertiefen. Auch einige Ausflugstipps finden sich in dem neuen Heft, das schon auf unserer Webseite zu finden ist. Das gedruckte Heft können Sie unter lilly@naturschutzfonds.de kostenfrei bestellen.

Naturschutz in Zahlen – Wiederansiedlung typischer Trockenrasen-Pflanzen
Eine Maßnahme im Rahmen von LIFE Trockenrasen

Auch Wiederansiedlung ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Auch in diesem Jahr hat unser LIFE-Trockenrasen-Team wieder Jungpflanzen und Saatgut auf ausgewählten Trockenrasenflächen in Brandenburg ausgepflanzt bzw. ausgestreut – insgesamt über 6.000 Pflanzen und zehn Kilogramm Saatgut! Durch fortschreitende Nutzungsaufgabe gehören die für Brandenburg einst so typischen Trockenrasen heute zu den gefährdeten Lebensräumen. Viele Pflanzenarten sind so selten geworden, dass sie es ohne menschliche Hilfe nicht mehr schaffen, sich zu vermehren und auszubreiten.

Im Rahmen des Projektes LIFE Trockenasen wurden deshalb unter anderem 1.372 Jungpflanzen der Grauen Skabiose, 634 des Haar-Pfriemengrases und 491 der Wiesen-Küchenschelle ausgepflanzt. Die Samen hierfür wurden im jeweiligen Gebiet gesammelt und vom Botanischen Garten der Universität Potsdam vorgezogen.

Die Anpflanzungen erfolgen vor allem in kurzrasiger Vegetation, so dass die jungen Pflanzen einen Startvorteil gegenüber der Konkurrenz haben. Weitere Maßnahmen im Rahmen unseres Projektes LIFE Trockenrasen stellen wir auf der Projektwebsite vor.

Zu guter Letzt – Mit dem Ranger im Westhavelland
Eine besondere Folge "Hallo Nachbarn" im rbb-Fernsehen

Der rbb hat für die Sendung "Hallo Nachbarn" unseren Ranger-Kollegen Dr. Thomas Klinner begleitet. Ein wirklich toller, halbstündiger Film von Wolfgang Albus und seinem Team mit spektakulären Naturaufnahmen aus dem Naturpark Westhavelland und überraschenden Einblicken ins Ranger-Leben. Zu finden in der ARD-Mediathek und ein Tipp für die gemütlichen Momente während trubeliger Weihnachtstage. Danach wollen Sie garantiert raus. Oder Ranger*in werden...