Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg
Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe März 2026

Woran wir arbeiten | Was wir fördern | Unsere Partner | Natur erleben | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

Was im praktischen Naturschutz anliegt, erfahren Sie nun wieder regelmäßig in unserem Newsletter. Unser erster Hinweis: Wir haben den Brandenburger Naturschutzpreis ausgeschrieben!

Eine interessante Lektüre wünscht

Ihr Team der Stiftung

Brandenburger Naturschutzpreis 2026
Bis zum 30. April können Sie Bewerbungen und Vorschläge einreichen

Sagen Sie es gern weiter: Wir zeichnen Naturschutzprojekte aus! Foto: Oktavio Franz

Wir suchen Menschen, die sich besonders für die Natur, Kulturlandschaft und biologische Vielfalt Brandenburgs engagieren. Es können sich Einzelpersonen, Verbände, Vereine oder Unternehmen sowie Schulklassen, Kindergruppen oder Arbeitsgemeinschaften bewerben oder vorgeschlagen werden. Der Preis richtet sich dabei auch an Menschen, die nicht in Brandenburg leben, sich aber in besonderem Maße um den Schutz von Natur und Landschaft zwischen Elbe und Oder verdient gemacht haben.

Auf unserer Website finden Sie die Bewerbungsunterlagen. Dort erläutern wir die Auswahlkriterien und stellen auch die Preisträger*innen der vergangenen Jahre vor. Wir sind gespannt auf Ihre Einsendung!

Woran wir arbeiten
Projekte und Maßnahmen für Arten und Lebensräume

Wir schaffen und erhalten in Brandenburg wertvolle Lebensräume für geschützte Tier- und Pflanzenarten. Immer mit an Bord: unsere zahlreichen Partner*innen, die uns vor Ort unterstützen oder Ideen für sinnvolle Projekte haben. Drei aktuelle Beispiele:

Altes Schwimmbad wird amphibienfit

Die Ufer sind freigemäht, Bäume gefällt und die Ufermauern abgetragen. Als nächstes wird der Gewässerschlamm ausgebaggert. Foto: André Freiwald

Eine Naturschutzmaßnahme im Rahmen unseres mehrjährigen Projekts FROG: Gemeinsam mit dem Gewässerunterhaltungsverband (GUV) “Kremitz-Neugraben” und in enger Abstimmung mit der Stadt Schönewalde im Landkreis Elbe-Elster verwandeln wir das komplett verfallene, alte Schwimmbad in Schönewalde in eine Heimstätte für bedrohte Amphibien. Die Ufer wurden freigemäht, Bäume gefällt und die Ufermauern abgetragen. Anschließend wurde der Gewässerschlamm ausgebaggert. …mehr lesen

Natürliche Dynamik für Fließgewässer

Von den Maßnahmen profitiert auch der Eisvogel, der nun wieder besser Nahrung findet. Foto: Gabi Franz

Bauarbeiten im Rahmen von LIFE Bachmuschel: Wir haben die Gewässerstruktur der Kümmernitz bei Helle (Gemeinde Groß Pankow) sowie des Cederbachs bei Viesecke (Gemeinde Bad Wilsnack) verbessert. Der Einbau von Kies und Totholz stellt dort die natürliche Dynamik der Gewässer im Landkreis Prignitz wieder her: Davon profitieren zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Umgesetzt hat die Bauarbeiten der Wasser- und Bodenverband Prignitz. Auch im Vorfeld haben wir auf Teamarbeit gesetzt. Der Landesanglerverband Brandenburg hat rund 400 Fische, darunter Bachschmerle, Elritzen und Meerforellen aus dem Baubereich umgesetzt, nach Abschluss der Baumaßnahmen können sie nun wieder in den Gewässerabschnitt zurückkehren. …mehr lesen

Mehr Licht für die Binnendüne Hohenferchesar

Ein Harvester schafft Licht am Waldboden und stellt die über die Jahre zugewachsene Binnendüne im "Weißen Fenn" bei Hohenferchesar frei. Foto: Alexander Waschetzko

Aktuell entfernen wir auf unseren Flächen in einem Waldstück der Gemarkung Hohenferchesar im Landkreis Potsdam-Mittelmark Gehölze. Mit der Maßnahme wird eine über die Jahre zugewachsene Binnendüne freigestellt, so dass wieder Sonnenlicht und Wärme auf den Boden gelangen. Die typischen Sandtrockenrasen-Pflanzen können sich dann wieder ausbreiten, Hauptaugenmerk liegt auf den wertvollen Silbergrasrasen, Flechten- und Moosteppichen. Einige sogenannte Charakterbäume – wild und krumm gewachsene, alte Kiefern – bleiben auf der Fläche stehen. …mehr lesen

Was wir fördern
Projektförderung für alle, die Natur schützen wollen

Unsere Projektförderung steht allen offen, die Natur schützen wollen: Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen, Landwirtschaftsbetrieben, Kirchengemeinden oder Privatpersonen. Neu ist unser Aktionsprogramm “Wasserhaushalt PLUS”: Vor allem Gewässerunterhaltungsverbände können die Fördergelder direkt für Projekte zur Gewässerentwicklung und für den Wasserrückhalt einsetzen und zum Beispiel marode Stauanlagen instand setzen, Totholz und andere Strukturelemente für mehr Dynamik im Gewässer einbauen oder Verrohrungen entfernen und gewässerbegleitende Pflanzungen realisieren. Die Fördermittel sollen auch größere Projekte von Wasser- und Bodenverbänden, Landkreisen, Städten und Gemeinden möglich machen, die sonst oft an den fehlenden Mitteln für die Eigenanteile scheitern. Eines der ersten Projekte ist dieses: 

Renaturierung des Milower Sees im Landkreis Uckermark

Umweltministerin Hanka Mittelstädt (2. v.l.) und die stellv. Geschäftsführerin des NaturSchutzFonds Janine Ruffer (links) überreichen Fördermittel an den Bürgermeister der Gemeinde Uckerland Matthias Schilling und die Vorsitzende der Gemeindevertretung Ilsa-Marie von Holtzendorff. Foto: Marc Thiele

Über die Jahre ist der Milower See zunehmend verschlammt und verlandet, dabei bietet er eigentlich Lebensraum für zahlreiche Arten im und am Wasser und ist zum Beispiel für Zug- und Standvögel äußerst attraktiv. Auch Teichfledermäuse haben sich in der Nachbarschaft niedergelassen und haben hier ihr Jagdrevier. Die Fördermittel für das umfangreiche Projekt der Gemeinde Ucklerland stammen aus dem Aktionsprogramm “Wasserhaushalt PLUS”, es ist eines der ersten Projekte aus diesem Programm. …mehr lesen

Zahlreiche Einzelmaßnahmen an Gewässern 2. Ordnung im Landkreis Oder-Spree

Blick auf einen naturnahen Abschnitt der Müggelspree. Foto: WLV "Untere Spree"

Auch dieses Förderprojekt verbessert den Landschaftswasserhaushalt: Seit Jahrzehnten geht das Grundwasser auf der Lebuser Platte und in der Müggelspreeniederung zurück. Gründe dafür sind die klimatischen Bedingungen, aber auch die generelle Entwässerung der Landschaft. Hier setzt der Wasser- und Landschaftspflegeverband (WLV) "Untere Spree” an und realisiert im Rahmen seiner Gewässerunterhaltung mit unserer Förderung zahlreiche Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Wasserrückhalt: Marode Stauanlagen werden Instand gesetzt, Uferbefestigungen teilweise entfernt, Stützschwellen eingebaut, Totholz und andere Strukturelemente eingebracht, Sand- und Geschiebefänge eingerichtet und betrieben. …mehr lesen

Ein weiterer Förderschwerpunkt: Gehölze

Ein weiterer Förderschwerpunkt lässt sich unter dem Begriff “Gehölze” fassen. Dazu zählen auch Streuobstwiesen: Als Teil der Kulturlandschaft gehören sie mit zu den artenreichsten Biotopen in West- und Mitteleuropa. Vor allem mit fortschreitendem Alter bieten sie vielen Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Nahrungs- und Fortpflanzungshabitate. Gleichzeitig bereichert die Streuobstwiese das Orts- und Landschaftsbild, zum Beispiel hier: 

Streuobstwiese und Hecke bei Maasdorf im Landkreis Elbe-Elster

Bei Maasdorf nahe Bad Liebenwerda wurden Obstbäume und Hecken gepflanzt. Auf ehemals intensiv genutzten Ackerflächen südöstlich von Maasdorf leistet eine Familie aus privater Initiative einen Beitrag zur Struktur- und Artenvielfalt im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft: Seit Herbst 2021 und 2022 wächst dort eine Streuobstwiese mit 44 Obstbäumen verschiedener Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Kirschsorten, auch zwei Heckenstreifen entwickeln sich positiv. Zusammen mit der Untersaat einer artenreichen Blühwiese entstanden über die Jahre vielfältige Lebensraumstrukturen. …mehr lesen

Streuobstwiese in Retzow im Landkreis Uckermark

Auch in Retzow bei Lychen entsteht auf einer rund drei Hektar großen Grünlandfläche eine neue Streuobstwiese, die das Ortsbild bereichert. Wo bisher Grünland war, sollen Apfel-, Kirsch- und Pflaumenbäume blühen – Lebensraum und Nahrungsquelle für unzählige Insekten, Vögel und andere Tiere. insgesamt 80 Obsthochstämme werden gepflanzt. …mehr lesen

Diese konkreten Naturschutzprojekte wurden mit den Ersatzzahlungen ermöglicht. Sie haben selbst eine Projektidee? Informieren Sie sich, ob Ihr Projekt förderfähig ist. …mehr lesen 

Unsere Partner
Wir finden gemeinsame Lösungen

In einer Interviewreihe stellen wir einige unserer wichtigen Partner*innen vor, stellvertretend für viele andere. Lernen Sie Menschen kennen, die sich erfolgreich für den Wasserrückhalt im Land einsetzen, sich mit Sachverstand und Leidenschaft gegen das Aussterben einzelner Arten stemmen, von ihren Weidetieren und deren Beitrag für den Naturschutz berichten… Den Anfang macht Frank Schröder:

Als Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes “Prignitz” ist Frank Schröder Herr über etliche Kilometer Fließgewässer und rund 700 Stauanlagen. Bei seiner Arbeit hat er die Belange Landwirtschaft und des Naturschutzes im Blick.

Natur erleben
Brandenburgs vielfältige Naturschönheiten

Erleben Sie die kleinen und großen Wunder der Brandenburger Natur – bei einer unserer RangerTouren, auf eigene Faust und sogar virtuell.

Lebensraum Bach in den "Wilden Welten"

Die "Wilden Welten" lassen sich mit VR-Brille, aber auch am PC, mit dem Tablet oder dem Smartphone entdecken.

In unserer Virtual-Reality-Anwendung “Expedition Wilde Welten” können Kinder digital die Natur erkunden: Nach Wald, Wiese, Heide, Fluss und Moor wartet nun der Lebensraum Bach auf Entdeckung! Dieser Lebensraum ist im Rahmen unseres LIFE-Projekts “Bachmuschel” hinzugekommen: Viel Wissen rund um die vorkommenden Arten ist da garantiert. …mehr lesen

Brandenburger Konzertfrühling beginnt wieder

Wir laden Sie ein zum Konzert der Singvögel und Amphibien: Auf den Exkursionen zu Brandenburgs schönsten Naturschauplätzen stellen die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht die quirligen Sänger und Rufer genauer vor. Das Angebot reicht von morgendlichen Vogelstimmenwanderungen über ausgedehnte Radtouren bis hin zum abendlichen Konzert von Moorfrosch, Rotbauchunke und Co. Für die Teilnahme empfehlen sich bequeme und der Witterung entsprechende Kleidung sowie festes Schuhwerk. Auch Fernglas oder Spektiv sind wertvolle Begleiter. …mehr lesen 

Zu guter Letzt
Wir schauen über den Tellerrand

Was bedeutet für Sie Wildnis?

In einer Masterarbeit an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde wird derzeit untersucht, wie Menschen Wildnis wahrnehmen – und welche Wünsche, Interessen und Motive sie mit dem Erleben von Wildnis in Deutschland verbinden. Aktuell läuft dazu noch eine wissenschaftliche Online-Umfrage, die Teilnahme dauert 10 bis 15 Minuten. Die Ergebnisse sollen wertvolle Informationen für Naturschutz und Tourismus liefern, um zum Beispiel bei der Entwicklung von Maßnahmen oder Angeboten zu helfen. Hier können Sie teilnehmen.

Zertifikatslehrgang „Natur- und Landschaftsführende"

Für den Naturpark Hoher Fläming, den Naturpark Nuthe-Nieplitz und das Wildnisgebiet Jüterbog wird im Herbst der bundesweit anerkannte Lehrgang zur/zum „Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin bzw. -führer“ angeboten. Die Bewerbungsfrist endet am 2. April 2026. Informationen finden Sie zum Beispiel auf der Website der NNL in Brandenburg.