Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg

Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 01/2021

Schwerpunkt | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | UmweltbildungNaturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist das weltweit größte Netz von Schutzgebieten und dient der langfristigen Sicherung der biologischen Vielfalt: Natura 2000. In Brandenburg gibt es rund 600 Natura-2000-Gebiete. Gängige Begriffe dafür sind auch FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete) und Vogelschutzgebiete (Special Protected Areas = SPA-Gebiete). In weit mehr als der Hälfte dieser Gebiete ist die Stiftung aktiv. Unser Schwerpunktthema in diesem Newsletter: Natura 2000 in Brandenburg.

Ans Herz legen möchten wir Ihnen außerdem zwei Dinge: Unsere neue Rubrik Umweltbildung und die Ausschreibung des Brandenburger Naturschutzpreises

Bleiben Sie weiter gesund und senden Sie uns wie immer gern eine Rückmeldung an newsletter@naturschutzfonds.de.

Bis zum nächsten Newsletter im April,

Ihr Team der Stiftung

Schwerpunkt

Natura 2000 in Brandenburg

Natura 2000 – Hinter diesem Begriff steht ein europaweites Netz von gut 27.000 Schutzgebieten. Global gesehen ist es das größte zum Schutz der biologischen Vielfalt. In Brandenburg sind rund 600 Natura-2000-Gebiete (FFH- und Vogelschutzgebiete) ausgewiesen. Sie umfassen gut ein Viertel der Landesfläche. In rund 60 Prozent dieser Gebiete ist die Stiftung aktiv: in der Planung, im Monitoring und in der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen.

Für jedes Natura-2000-Gebiet regelt ein sogenannter Managementplan die Bewirtschaftung der Flächen sowie den Schutz der dort vorkommenden seltenen Arten und Lebensräume. Zwischen Elbe und Oder stehen 39 Lebensraumtypen (LRT) im Mittelpunkt der Anstrengungen, elf davon sind prioritär. Da diese Lebensräume wie Moor-Birkenwälder oder trockene, kalkreiche Sandrasen europaweit extrem selten sind, hierzulande aber noch schwerpunktmäßig vorkommen, trägt Brandenburg für sie eine besondere Verantwortung.

Im Rahmen von Natura 2000 erfahren zudem 44 Tier- und Pflanzenarten besonderen Schutz. Darunter finden sich mit der Europäischen Sumpfschildkröte oder der Smaragdeidechse extrem bedrohte Tiere.

Diese Infografik erläutert die Schritte der Managementplanung Managementplanung für Natura 2000.

Managementpläne für FFH-Gebiete werden in enger Abstimmung mit Landwirten, Förstern, Großschutzgebietsverwaltungen, den Naturschutzbehörden, mit Anwohnerinnen und Anwohnern und vielen anderen formuliert. Es werden Anregungen aufgenommen und fachliche Zielkonflikte benannt, erst dann wird ein Managementplan veröffentlicht.

Aktuell schreiben wir die Managementpläne für neun Gebiete, für weitere neun Gebiete koordinieren wir derzeit die Beauftragung von Fachplanungsbüros, die die Erstellung der Managementpläne übernehmen. Eine Übersicht der Gebiete finden Sie unter natura2000-brandenburg.de. Dabei können wir auf langjährige Erfahrung bauen: In den vergangenen zehn Jahren hat unser Projektteam "Natura 2000 – Managementplanung" bereits für über 200 Natura-2000-Gebiete die Erstellung der Managementpläne koordiniert. Die Pläne sind auf den Webseiten des Landesamts für Umwelt Brandenburg zu finden.

Von der Planung zur Umsetzung

Parallel werden aus den Managementplänen Naturschutzmaßnahmen angeschoben. Auch hier kommt uns die oft langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort zu Gute. Wer bereit ist, Naturschutzmaßnahmen auf seinem Land zuzulassen oder umzusetzen, kann hierfür finanzielle Förderung erhalten. Dazu berät unser Projektteam die Menschen in mehr als 100 Natura-2000-Gebieten.

Für Natura 2000 praktisch in Erscheinung tritt die Stiftung besonders auch in ihren EU-LIFE-Projekten LIFE Feuchtwälder und LIFE Trockenrasen sowie durch Maßnahmen auf stiftungseigenen Flächen.

Projektförderung

Corona: Was ändert sich für die Projektförderung?

Die weiterhin bestehenden Corona-Einschränkungen haben auch Auswirkungen auf unsere Projektförderung. So wird sich die Bearbeitung der Förderanträge, Zahlungsanträge, Verwendungsnachweise und der Anfragen voraussichtlich leider verlängern. Im Spagat zwischen Gesundheitsschutz und Gewährleistung der Funktionsfähigkeit bleiben wir aber weiter zuverlässig per Telefon und E- Mail erreichbar.

Bitte setzen Sie sich mit uns frühzeitig in Verbindung, wenn Fragen offen sind und es zum Beispiel um Verpflichtungen für bestehende Förderungen geht, wie die Einhaltung von Bindefristen oder die Einreichung von Dokumenten. Wenn Sie wissen möchten, ob die Umsetzung von geförderten Vorhaben ausgesetzt werden kann, sprechen Sie uns bitte frühzeitig an! Alle Informationen rund um eine mögliche Förderung Ihres Naturschutzprojektes finden Sie auf unserer Webseite.

Stiftungsflächen

Stabiler Wasserstand im Wrietzensee

Bereits ein Probestau des NABU Regionalverbands Templin e.V. hatte dazu beigetragen, dass in den letzten, extrem trockenen Jahren der Wasserstand des Wrietzensees im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin viel weniger stark abgesunken ist als in anderen Seen. Mit dem Verschluss eines künstlichen Abflussgrabens am nordöstlichen Ufer können wir nun den Wasserstand des Sees langfristig stabilisieren, ohne die Nutzung angrenzender Flächen zu beeinträchtigen.

Der Wrietzensee im Landkreis Uckermark ist seit 2013 als Nationales Naturerbe im Eigentum unserer Stiftung. Zuletzt konnten wir bereits über die Verbesserung des ökologischen Zustands des Gewässers berichten.

Stiftungsprojekte

Geplant: Renaturierung von Feldsöllen

Auch die Kleingewässer in der Börnicker Feldflur im Landkreis Barnim sind Teil des EU-weiten Natura-2000-Netzes. Die vier Sölle gehören zu unseren Stiftungsflächen und haben eine besondere Bedeutung als Lebensraum für Rotbauchunke und Kammmolch, beides sehr seltene und gefährdete Amphibienarten. Allerdings sind die Kleingewässer stark verlandet, die Uferbereiche stark verbuscht und teils mit Gehölzen bestanden, was zu ihrer Verschattung führt.

Wir wollen hier eine ausreichende Wasserversorgung gewährleisten und flache, besonnte Ufer sowie Randbereiche mit niedriger Vegetation schaffen. Dies alles fördert die Entwicklung der Amphibien und ihrer Larven. Lesen Sie hier mehr zu den Planungen.

Naturwacht

Ranger-ErlebnisTouren 2021: Neues Online-Portal für Infos und Anmeldung

Ab dem Frühjahr laden die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht wieder zu geführten Touren durch die schönsten Ecken der 15 Brandenburger Naturlandschaften ein. Besondere Highlights bilden im Veranstaltungsjahr die Ranger-ErlebnisTouren. Viele Jahre fanden diese besonders ausgedehnten und erlebnisreichen Exkursionen in Form eines gedruckten Jahresprogramms großen Absatz auf Messen sowie in Kultureinrichtungen. Diese Verteilwege stehen jedoch derzeit nicht zur Verfügung. Auch das aktuelle Pandemie-Geschehen zwingt ggf. zu kurzfristigen Änderungen des Programms.

Die Ranger stellen ihre Tour-Highlights nun gemeinsam mit vielen Natur- und Landschaftsführern online vor. Die gemeinsame Seite www.rangertouren-brandenburg.de ist eine Kooperation mit dem Landesumweltamt sowie der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH.

Das neue Online-Angebot soll auch dazu dienen, den für den Frühling erwarteten Besucheransturm auf die Brandenburger Großschutzgebiete sinnvoll zu lenken und auch über richtiges Verhalten in diesen besonders schönen, aber auch sensiblen Bereichen aufzuklären.

Naturschutz in Zahlen

Artenreicher Blühstreifen

Die Agrarlandschaft ist vom Rückgang der Artenvielfalt besonders betroffen. Gemeinsam mit den Pächtern unserer Flächen entwickeln wir daher individuelle Konzepte, um landwirtschaftliche Flächen naturschutzfachlich aufzuwerten. Im Landkreis Prignitz zum Beispiel dienen Lerchenfenster und Blühstreifen nun dem Artenschutz.

In Sommer 2020 stand der 20 Meter breite und ca. 350 Meter lange Blühstreifen in voller Blüte: 23 an den Standort angepasste Pflanzenarten aus regiozertifizierter Saatgutmischung sind bereits im ersten Jahr nach der Anlage des Blühstreifens ausgetrieben. Darunter auch vier Arten, die auf der brandenburgischen Vorwarnliste geführt sind – Wiesen-Flockenblume, Skabiosen-Flockenblume, Wiesen-Pippau und Fettwiesen-Margarite. Unser Kartierer zählte zudem 16 Tagfalter und neun Heuschreckenarten. Mit der Zwitscherschrecke konnte dabei eine in Brandenburg als gefährdet eingestufte Art gefunden werden. Hier lesen Sie mehr über diesen Blühstreifen.

Umweltbildung

Wilde Welten: Ideen und Arbeitsblätter für den Unterricht

Mit unserem interaktiven Lernangebot "Wilde Welten" bringen wir ein Stück Natur ins (Grundschul-)Klassenzimmer und Homeschooling: 50 heimische Tier- und Pflanzenarten verstecken sich in Wald, Wiese oder Moor und warten darauf, von den Schülerinnen und Schülern entdeckt zu werden: online und im Mitmachheft. Nun steht auch eine kostenfreie Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer bereit: Sie enthält Tipps für den Unterricht inklusive Kopiervorlagen und Anregungen für Unterricht und Naturerleben.

Die Wilden Welten sind online frei verfügbar. Das genannte Begleitmaterial kann heruntergeladen werden, wird auf Nachfrage aber auch kostenfrei als Klassensatz verschickt. Unser Bildungsangebot orientiert sich an den didaktischen Ansätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE. Die Materialien schlagen hier die Brücke zwischen virtuellem Erleben und Erlebnissen in der echten Natur. www.wilde-welten.de

Zu guter Letzt

Naturschutzpreis 2021: Bis zum 30. April bewerben!

Wir suchen auch in diesem Jahr Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich besonders für Natur und Kulturlandschaft sowie für die biologische Vielfalt unseres Landes engagieren. Bis zum 30. April 2021 können Vorschläge oder Bewerbungen für den Brandenburger Naturschutzpreis in unserer Geschäftsstelle eingereicht werden.

Bewerbungsformular, Auswahlkriterien und weitere Informationen sind hier zu finden.