Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg

Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 03/2020

Schwerpunkt | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | Naturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

nach und nach werden die Corona-Einschränkungen gelockert und wir freuen uns, dass die Ranger der Naturwacht ihre Touren in den Großschutzgebieten wieder aufnehmen können. Gleichzeitig merken wir aber auch: Freizeit in der Natur kann die Natur belasten. Geht das nicht auch anders? Wir finden ja - und haben den Schwerpunkt dieses Mal auf das Thema Naturschutz und (Wasser)Tourismus gelegt. 

Außerdem in dieser Ausgabe zu finden: Die aktuellen best practice Beispiele unserer Projektförderung, eine gelungene Kooperation am Rhin, eine Erfolgsgeschichte für den Artenschutz, Drittmittel für den Naturschutz und das Projekt Fairpachten.

Geben Sie weiter gut auf sich acht und senden Sie uns wie immer gern eine Rückmeldung an newsletter@naturschutzfonds.de.

Alles Gute
Ihr Team der Stiftung

Schwerpunkt

Wassertourismus und Naturschutz

Viele Menschen suchen Erholung in der nahen Umgebung, planen Urlaub und Ausflüge in Deutschland. Im Bereich der Havel sind zum Beispiel ungewöhnlich viele Menschen auf dem Wasser: Neben den Haus- und Bungalowbooten sind hier Kanus, Ruderboote und Stand-Up-Paddler unterwegs. Mit dieser steigenden Nutzung bleiben aber auch die Störungen der Natur nicht aus. Ein Beispiel: Die Trauerseeschwalbe brütet unter anderem auf Seerosenteppichen, die wir uns gern etwas näher ansehen würden. Doch schon bei einer Annäherung von unter 50 Metern flüchtet sie und verlässt ihr Nest. Dadurch können die Eier auskühlen und die Brut verloren gehen. An manchen Uferabschnitten bilden sich auch die Schilfgürtel immer weiter zurück. Ein Grund dafür ist der Wellenschlag (zu) schnell fahrender Boote. Dass auch Bereiche befahren werden, die zum Schutz seltener, sensibler Arten gesperrt sind, verschärft das Problem für viele Vogelarten, Amphibien und Insekten weiter. 

Der Abschnitt der Havel von Pritzerbe bis Potsdam ist in Teilen im europäischen Schutzgebiets-Netz Natura 2000 geschützt. Im Rahmen der Natura 2000-Managementplanung entstand die Idee, regionale Akteure aus Tourismus und Naturschutz zusammenzubringen, um die gefährdeten Arten und Lebensräume entlang des Gewässers zu schützen.

Auf einen Blick: Die Infografik fasst die Hinweise zusammen. Grafik: Jenne Baule-Prinz

Im Dialog und in Abstimmung mit Behörden, dem Landesfischereiverband, Boot- und Floßverleihern und ehrenamtlichen Naturschützern haben wir über diese Infografik hinaus Inofmaterial zusammengestellt.

  • Eine Infotafel stellt einen Abschnitt der Natur an der Havel dar und informiert über die wichtigsten Verhaltensregeln. Die Druckvorlage stellen wir gern zur Verfügung.
  • Ein Wasserwanderfaltblatt enthält eine aktuelle Karte des Gewässerabschnitts zwischen Pritzerbe im Westen und Potsdam im Osten. Neben den gesperrten Bereichen sind darin auch die wichtigsten Wasserschifffahrtszeichen aufgeführt.
  • Ein Einleger im A4 Format kann in die Bordbücher eingelegt werden. 
  • Größere Hausbootverleiher haben die Möglichkeit, die Informationen zum Naturschutz ergänzend in ihre digitalen Karten aufzunehmen. 

Das gesamte Material steht kostenlos zur Verfügung und kann gern bei uns bestellt werden.

Projektförderung

Aktuelle Förderbeispiele

Die Stiftung fördert Projekte im Land Brandenburg, die darauf zielen, naturnahe Lebensräume wiederherzustellen und Lebensräume bedrohter Arten zu schützen. Hier stellen wir Ihnen zwei aktuelle Beispiele vor: Im Landkreis Spree-Neiße konnte der Wasserstand im Grubenteich bei Klein Kölzig gesichert werden. Im Landkreis Dahme-Spreewald wachsen neue Eichen, Wild- und Kulturobst, nachdem in der Gemeinde Steinreich 277 Bäume gepflanzt wurden.

Jede natürliche oder juristische Person - Landkreis oder Kommune, Privatperson, Verband, oder Verein - kann bei uns einen Projektantrag stellen. Auf unserer Webseite finden Sie weitere Infos. Auch die Best-Practice-Beispiele der vergangenen Jahre haben wir dort zusammengestellt.

Stiftungsflächen

Erfolg für den Artenschutz

Leserinnen und Leser der ersten Stunde erinnern sich: Auf dem Pritzerber See im Naturpark Westhavelland gibt es ein Brutfloß für Flussseeschwalben. Wie erfolgreich diese Maßnahme ist, zeigt nun eine Zählung im Rahmen unserer Erfolgskontrolle: In diesem Frühjahr konnten die Ranger der Naturwacht mindestens 17 Brutpaare der seltenen Flussseeschwalbe, bereits 19 Jungtiere sowie weitere 17 Eier auf dem Floß zählen. Eine Erfolgsgeschichte für den Artenschutz.

Stiftungsprojekte

Paddel-Pause am Rhin

Der Rheinsberger Rhin durchfließt das gleichnamige Naturschutzgebiet im Landkreis Ostprignitz-Ruppin und ist bei Paddlern sehr beliebt. An vier verschiedenen Punkten entlang des Rhins haben wir nun Informationstafeln für Wasserwanderer aufgestellt, denn eine Paddel-Pause ist nur an den ausgewiesenen Rastplätzen möglich. So sollen Tiere und Pflanzen im Gebiet mehr Schutz und Ruhe vor den Besuchern bekommen. Für die Paddler ist nun einfach zu erkennen, wo das Aussteigen unterwegs erlaubt ist.

Die Idee der Infotafeln hatten übrigens die Kanuverleiher am Rhin. Realisiert wurden die Tafeln in einer Zusammenarbeit zwischen Verleihern, Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, Naturwacht und unserem LIFE Feuchtwälder-Projekt.

Naturwacht

Besucheransturm in Brandenburgs Großschutzgebieten

Die Brandenburger Großschutzgebiete erleben einen Besucheransturm und - wie Sie wissen - bieten auch die Ranger der Naturwacht wieder Touren an. In Zeiten der Corona-Pandemie ist es natürlich verständlich, dass es außergewöhnlich viele Menschen in die Natur zieht. Ähnlich wie auf der Havel führt dieser Ansturm allerdings mitunter auch zu Problemen: Wege werden verlassen, es wird illegal gezeltet und Müll in der Natur entsorgt. Lesen Sie hier, welche Erfahrungen die Ranger der Naturwacht zurzeit machen und worauf zu achten ist.

Naturschutz in Zahlen

Drittmittel für den Naturschutz

Insgesamt haben wir für unsere eigenen investiven Projekte bis Ende 2019 Drittmittel in Höhe von 20,9 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landes-Richtlinien eingeworben.

Mit unserer Arbeit holen wir also auch europäische Fördermittel für den Naturschutz nach Brandenburg. Unsere EU-LIFE-Projekte liefern dafür besonders gute Beispiele: Allein durch das mittlerweile beendete Projekt LIFE Sandrasen sowie die aktuellen Projekte LIFE Feuchtwälder und LIFE Trockenrasen fließen rund 10,3 Millionen Euro EU-Mittel in die Mark, so in die Landkreise Prignitz oder Dahme-Spreewald.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich diese Zahlen im Wortsinne mit Leben füllen, schreiben Sie uns bitte an info@naturschutzfonds.de. Wir senden Ihnen gern unseren aktuellen Jahresbericht nach Erscheinen zu. Dem Einsatz der Projektmittel der Stiftung und ihrer Vervielfachung widmen wir dort einen Schwerpunkt.

Zu guter Letzt

Fairpachten – individuelle Beratung für mehr Natur

In den Pachtverträgen, die wir mit den Bewirtschaftern unserer Stiftungsflächen abschließen, finden wir gemeinsam Wege, die Flächen so zu pflegen und zu nutzen, dass sie vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind. Ein ganz ähnliches Ziel verfolgt das Projekt "Fairpachten" der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Es ist ein kostenloses Beratungsangebot für alle, die landwirtschaftliche Flächen verpachten und sich dabei mehr Natur wünschen. Informationen zu ökologischen Mindeststandards, dauerhaften Grünstreifen, Lerchenfenstern oder Kiebitzinseln sind nur einige Beispiele. Mehr Info hier: www.fairpachten.org.