Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg

Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 03/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

der Zustand vieler EU-weit geschützter Lebensräume und Arten ist in Deutschland weiterhin kritisch. Zu diesem Schluss kommt der Bericht zur Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, der FFH-Bericht, den Deutschland an die Europäische Kommission übermittelt hat. Wir müssen also handeln!

Die FFH-Gebiete sind eine tragende Säule für Natura 2000. Dieses europaweite Schutzgebietsnetz - es ist das weltweit größte - dient dem Erhalt von Lebensräumen und Arten. Natura 2000 ist deshalb Schwerpunkt dieser Ausgabe unseres Newsletters. Aktuelle Beispiele aus der Projektförderung, dem Flächenmanagement oder der Naturwacht zeigen: Nur wenn wir gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern an einem Strang ziehen, können wir unsere Naturschätze langfristig erhalten.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre, viele Anregungen und freuen uns wie immer auf Ihre Rückmeldung an newsletter@naturschutzfonds.de.

Ihr Team der Stiftung

Rubriken

Schwerpunkt | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | Naturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Schwerpunkt

Natura 2000 in Brandenburg

In Brandenburg liegen 622 Natura 2000-Gebiete. Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ist in rund 60 Prozent dieser Gebiete aktiv:  

  • Wir koordinieren derzeit die Erstellung von Managementplänen für 74 der Natura 2000-Gebiete.
  • Gemeinsam mit Landeigentümern, Landnutzern, Anwohnern und Behördenvertretern vor Ort setzen wir diese Pläne um.
  • Wir fördern brandenburgweit Naturschutzprojekte Dritter in Natura 2000-Gebieten.
  • Die Ranger der Naturwacht liefern im Rahmen des Monitorings wichtige Daten, sind Ansprechpartner vor Ort, pflegen Lebensräume und Arten, die in der Natura 2000-Richtlinie geschützt werden und vermitteln umfangreiches Wissen.

Die Erstellung der Managementpläne wird bis 2020 abgeschlossen sein. Dann liegt der Fokus noch stärker auf der Umsetzung.

Natura 2000 in Europa und in Brandenburg.


Die Stiftung übernimmt bei dieser Umsetzung eine wichtige Rolle. Ob Beweidung und Waldumbau auf Stiftungsflächen, Pflanzungen oder die Renaturierung von Fließgewässern: Durch die vielfältige Arbeit im Zusammenhang mit Natura 2000 knüpfen wir kontinuierlich Kontakte zu den Akteuren vor Ort. Auch das Projekt "Gemeinsam für Natura 2000 in Brandenburg" ist dafür ein Beispiel. Es zielt auf 112 Natura 2000-Gebiete: Gemeinsam mit den regionalen Akteuren erarbeiten wir möglichst genaue Konzepte für die Nutzung verschiedener Flächen und setzen sie gemeinsam um. Das Projekt-Team informiert zudem über verschiedene Fördermöglichkeiten.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Natura 2000 in Brandenburg.

Projektförderung

Aktuelle Förderbeispiele

Wir fördern Projekte im Land Brandenburg: Im Landkreis Spree-Neiße zum Beispiel die Errichtung eines Schwalbenhauses, eines Storchenhorstes und die Pflanzung einer Gehölzgruppe in Hornow und im Landkreis Oberhavel die Pflanzung einer dreireihigen Hecke, eines Waldsaums und einer Obstbaumreihe zwischen Menz und Dollgow.

Landkreis oder Kommune, Privatperson, Verband, oder Verein - jede natürliche oder juristische Person kann einen Projektantrag stellen. Hier finden Sie Förderhinweise und das aktuelle Formular zur Beantragung von Fördermitteln (pdf-Datei).

Stiftungsflächen

Landebahnen und ein reiches Büfett

Im Landkreis Prignitz - direkt angrenzend an das Europäische Storchendorf Rühstädt - unterstützen wir gemeinsam mit einem lokalen Landwirt verschiedene Arten der Agrarlandschaft: Lerchenfenster schaffen sichere Landebahnen und Brutmöglichkeiten, ein Blühstreifen bietet Nahrung, Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

Stiftungsprojekte

Kies und Totholz für mehr Leben im Rhin

Um die natürliche Dynamik im Kleinen Rhin südlich von Rheinsberg wiederherzustellen, lassen wir aktuell zwischen der Köpernitzer Mühle und der Straßenbrücke über die B122 Totholz und Kies in den Rhin einbauen. Die Bauarbeiten im Rahmen des EU LIFE-Projekts Feuchtwälder werden im Dezember abgeschlossen sein. Ein Landschaftsbau-Betrieb aus dem uckermärkischen Fürstenwerder führt die Arbeiten aus. 

Naturwacht

Naturwacht dankt ehrenamtlichen Helfern

Das Freiwilligenprogramm der Naturwacht Brandenburg mobilisiert seit Jahren bürgerschaftliches Engagement. Derzeit unterstützen 287 ehrenamtliche Naturschützer die 93 hauptamtlichen Ranger in den 15 Nationalen Naturlandschaften des Landes. Für mehr als 10.000 geleistete Arbeitsstunden im Jahr bedankten sich die Naturwächter bei ihren Helfern mit einer Einladung nach Schlepzig im Biosphärenreservat Spreewald.

Naturschutz in Zahlen

2.400 Heldbock-Eichen

Käfer-Experten haben im Baruther Urstromtal zwischen Luckenwalde, Jüterbog und Baruth einen bislang verborgen Natur-Schatz entdeckt: das deutschlandweit größte bekannte Vorkommen des hierzulande vom Aussterben bedrohten Heldbocks. An rund 2.400 Eichen konnte die streng geschützte Art nachgewiesen werden - mit detektivischem Spürsinn. 

Zu guter Letzt

Ein Buchtipp aus der Redaktion

Einen "Weckruf in Grafiken" nennt Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber das Klimabuch von Esther Gonstalla. Neben aufrüttelnden Zahlen zeigen die 50 Infografiken sehr anschaulich die globalen Zusammenhänge, Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels. Aber auch Lösungsansätze für jeden Einzelnen und Mutmacher wie die "Great Green Wall" in Afrika oder die per Gesetz ab 2025 autofreien Innenstädte Norwegens machen dieses Buch so lesenswert.

Esther Gonstalla, Das Klimabuch, oekom verlag München, 24 Euro, ISBN: 978-3-96238-124-0