Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg

Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 04/2020

Schwerpunkt | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | Naturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

Wir haben Bilanz gezogen und vor Kurzem unseren Jahresbericht 2019 veröffentlicht. Wir arbeiten transparent und vertrauensvoll mit unseren Partnern auf allen Ebenen - und haben so den Schwerpunkt dieses Newsletters auf unseren Jahresbericht und den Mitteleinsatz gelegt. 

Außerdem in dieser Ausgabe zu finden: Beispiele unserer Projektförderung aus den Landkreisen Spree-Neiße und Märkisch-Oderland, die Bedeutung von Biotopbäumen, ein Moorsteg im Landkreis Stechlin-Ruppiner Land, das Lernen mit den Rangern, die erfolgreichen Gespräche unseres Projekts zur Umweltsensibilisierung und ein digitales Umweltfestival.

Bleiben Sie gesund und senden Sie uns wie immer gern eine Rückmeldung an newsletter[a]naturschutzfonds.de.

Alles Gute
Ihr Team der Stiftung

Schwerpunkt

Unsere Jahresbilanz 2019

Wir ziehen Jahresbilanz - Mehr als 2,7 Millionen Euro haben wir für den Naturschutz in Brandenburg 2019 bereitgestellt. Damit konnten wir zum Beispiel in 13 Landkreisen verschiedene große und kleine Naturschutzmaßnahmen fördern. Darunter waren neun Pflanzprojekte und acht Artenschutzprojekte. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Maßnahmen für den Landschaftswasserhaushalt und an Gewässern. 15 Projekte waren es in diesem Bereich.

Der Einsatz der Stiftungsmittel bildet für Landkreise und Kommunen, Naturschutzorganisationen oder private Akteure häufig den nötigen Eigenanteil, um Fördermittel der EU, des Bundes oder des Landes für ihre Vorhaben erhalten zu können. Die Möglichkeiten für den Naturschutz werden also vervielfacht: 2019 konnten so Vorhaben mit einem Gesamtumfang von rund 6,1 Millionen Euro realisiert werden.

Wir unterstützen besonders Projekte in Gemeinden, in denen Ersatzzahlungen in Zusammenhang mit der Errichtung von Windkraftanlagen anfallen - das wurde 2017 in einem Beschluss des Stiftungsrats festgelegt. 2019 lag knapp die Hälfte unserer Förderprojekte in solchen Kommunen.

Auf einen Blick: Der Einsatz der Mittel in den Jahren 1995 bis 2019. Grafik: Jenne Baule-Prinz

Neben der Förderung dieser insgesamt 36 Naturschutzmaßnahmen Dritter konnten wir Flächen dauerhaft für den Naturschutz sichern und eigene Projekte zur Renaturierung von europaweit bedeutenden Lebensräumen umsetzen. Seit Bestehen der Stiftung haben wir für unsere eigenen investiven Projekte Drittmittel in Höhe von insgesamt 20,9 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landes-Richtlinien eingeworben. Mit zwei großen EU-LIFE-Projekten sichern wir aktuell die Artenfülle spezieller, gefährdeter Lebensräume, für die Brandenburg eine besondere Verantwortung trägt:

  • In LIFE Feuchtwälder hat das Projektteam im vergangenen Jahr 15 Gräben in der Dahme-Niederung südlich von Prieros (Landkreis Dahme-Spreewald) verschlossen. Diese Maßnahmen stärken den Wasserrückhalt in der Region und die artenreichen Auenwälder und Flussauen trocknen seltener in den Sommermonaten aus.
  • In LIFE Trockenrasen kümmert sich das Projektteam in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz um Sandrasen und Steppen-Trockenrasen mit ihren vielfach gefährdeten oder sogar vom Aussterben bedrohten Wildpflanzenarten.

Übrigens haben wir 2019 zum zweiten Mal die Ergebnisse unserer Erfolgskontrolle in einem umfangreichen Bericht dokumentiert. Ziel der Kontrollen ist es, die Wirksamkeit von Naturschutzmaßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls deren Umsetzung zu optimieren.

Der Jahresbericht 2019 steht hier zum Download bereit (pdf-Datei, 8,6 MB). Schreiben Sie uns gern eine E-Mail an info[a]naturschutzfonds.de, wenn Sie ein gedrucktes Exemplar bevorzugen.

Projektförderung

Aktuelle Förderbeispiele

Die Stiftung fördert Projekte im Land Brandenburg, die darauf zielen, naturnahe Lebensräume wiederherzustellen und Lebensräume bedrohter Arten zu schützen. Hier stellen wir Ihnen zwei aktuelle Beispiele vor:

Jede natürliche oder juristische Person - Landkreis oder Kommune, Privatperson, Verband, oder Verein - kann bei uns einen Projektantrag stellen. Auf unserer Webseite finden Sie weitere Infos. Auch die Beispielprojekte der vergangenen Jahre haben wir dort zusammengestellt.

Stiftungsflächen

Bäume für die Vielfalt

Auf unseren Waldflächen, die nach unseren Leitlinien zur Flächenbewirtschaftung weiterhin forstwirtschaftlich genutzt werden, markieren wir geeignete Biotopbäume und erhalten sie dauerhaft. Denn im Werden, Wachsen und Vergehen eines Baumes entstehen vielfältige, wertvolle Lebensräume.

Auf unserer Stiftungsfläche im Gebiet "Teichlandschaft Buchwäldchen Muckwar" konnten wir nun dank einer Spende Eichen als Biotopbäume ausweisen: Sie sind als Lebensraum und Nahrungsquelle gesichert. Lesen Sie hier mehr über diese besonderen Bäume und unsere Stiftungsfläche.

Stiftungsprojekte

Eröffnung des Moorstegs am Dagowseebruch

Unsere Stiftungsratsvorsitzende, Umweltstaatssekretärin Silvia Bender, weihte Ende August offiziell den neuen Moorsteg am Dagowseebruch im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land ein. Der etwa 20 Meter lange Steg ist aus einer langlebigen und wartungsarmen Stahl-Robinienholz-Konstruktion gefertigt und auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl bequem zu benutzen. Die eingriffsarme Bauweise - neun Stahlrohre geben dem Bauwerk ganz ohne Beton den gewünschten Halt - hat sich bei vergleichbaren Vorhaben schon bewährt. Ausgeführt wurden die Arbeiten von regionalen Betrieben.

Vom Moorsteg aus kann man den Dagowseebruch im FFH-Gebiet "Stechlin" unmittelbar erleben. Entstanden aus dem ehemaligen kleinen Dagowsee wächst hier inzwischen selten gewordener Moorwald – ein Lebensraum, der besondere Arten wie die Moosbeere und den fleischfressenden Sonnentau beheimatet. Das barrierefreie Naturerlebnis soll das Verständnis für Lebensraum und Schutzmaßnahmen fördern.

Der Moorsteg wurde im Rahmen des EU-LIFE-Projekts "Feuchtwälder" gebaut, das sich dem Schutz der Auen- und Moorwälder Brandenburgs widmet.

Naturwacht

Lernen mit den Rangern

Es ist eine gelungene Zusammenarbeit zwischen schulischem und außerschulischem Lernen: das Programm ErlebnisVielfalt. Aktuell ist das Lernen mit Rangern stark nachgefragt. Allein im Juni und Juli haben Brandenburgs Naturwächter 80 Veranstaltungen für 1097 Kita- und Grundschulkinder im Rahmen dieses Bildungsprogramms durchgeführt. Davon 21 mit Kitagruppen, 32 mit Grundschülern und 27 mit freien Feriengruppen. 

Unter ihrer fachkundigen Anleitung erforschen die Kinder Tiere und Pflanzen unterschiedlicher Lebensräume. Grundlage sind die Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE. Wie das in der Praxis aussehen kann, stellen wir Ihnen hier vor.

Naturschutz in Zahlen

Überzeugungsarbeit für Naturschutz

Wie können die Schutz-und Bewirtschaftungsmaßnahmen aus bereits fertiggestellten Managementplänen umgesetzt werden? Das ist seit August 2018 verstärkt unser Thema im Natura 2000-Projekt Umweltsensibilisierung.

Die Umsetzung konkreter Naturschutzmaßnahmen vorzubereiten, ist eine vielfältige Arbeit: Wir initiieren und koordinieren, erklären und vermitteln, wir dokumentieren. Bisher haben wir mit Anwohnern und Landnutzern über die Arten und Lebensräume in 60 FFH-Gebieten diskutiert. In den 424 Gesprächen standen dabei über 207 konkrete Maßnahmen im Fokus: Blühstreifen zum Beispiel, hier sind die ersten bereits angelegt. Im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sind weitere alte, höhlenreiche "Methusalem"-Bäume als wertvoller Lebensraum gesichert und auch die Bewirtschaftung einiger Landwirtschaftsflächen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft konnte so angepasst werden, dass der Lebenszyklus des Wiesenknopf-Ameisenbläulings - ein sehr seltener Schmetterling - nicht mehr unterbrochen wird. Oft ist Überzeugungsarbeit zu leisten, aber Naturschutz und Naturnutzung lassen sich durchaus unter einen Hut bringen. Wir begleiten diesen Prozess mit unserer Erfahrung und unseren Kontakten - und berichten weiter. Hier im Newsletter und auf unserer Projekt-Webseite

Zu guter Letzt

Digital statt Brandenburger Tor

Aktuelle Chancen und Hürden des Klimaschutzes stehen im Fokus des digitalen Umweltfestivals Berlin: Was benötigen wir tatsächlich für ein "gutes Leben"? Welche Ideen bringen auf kommunaler Ebene notwendige Veränderungen auf den Weg? Wie schaffen wir es, unser eigenes Handeln zu hinterfragen, vielleicht sogar zu ändern? Da das Umweltfest im Frühsommer leider ausfallen musste, verlegten die Organisatoren der Grünen Liga die Veranstaltung einfach ins Netz: Nun bietet die digitale Bühne uns Ausstellern wie allen Interessierten Raum sich zu vernetzen, zu entdecken, zu hinterfragen und klimafreundliche Zukunftsvisionen zu entwickeln: www.umweltfestival.de