Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg

Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 04/2019

Schwerpunkt | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht | Naturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

Fledermäuse haben kaum natürliche Feinde und trotzdem gehören sie in Europa zu den am stärksten bedrohten Arten. Lesen Sie, wie wir uns im Umweltsensibilisierungs-Projekt für die zierlichen Flugakrobaten einsetzen oder welche Projekte wir im Fledermausschutz fördern konnten. Außerdem stellen wir Ihnen ein Staubauwerk vor und die Pflanzung eines langen Gehölzsaums. Diese Beispiele kommen aus den Landkreisen Barnim, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Prignitz. Bei der Naturwacht wird es schließlich international und zu guter Letzt empfehlen wir Ihnen ein klimafreundliches Weihnachtsgeschenk.

Wir wünschen Ihnen eine schöne, entspannte Weihnachtszeit. Bis zum nächsten Newsletter im neuen Jahr,

Ihr Team der Stiftung

Schwerpunkt

Gemeinsame Anstrengungen für den Fledermausschutz

Das persönliche Gespräch mit Land- und Waldbesitzern steht im Fokus unseres Projekts zur Umweltsensibilisierung. Bis Ende 2022 sind vier Kolleginnen und Kollegen aus unserer Potsdamer Geschäftsstelle und 15 Ranger der Naturwacht im Land unterwegs, um mit Partnern vor Ort die Lebensbedingungen gefährdeter Arten zu verbessern und gemeinsam Ideen für Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Noch steht das Projekt am Anfang. Doch es zeigt sich bereits, dass sich Nutzungsansprüche und Naturschutzziele vielfach gut in Einklang bringen lassen.

Fledermäuse spielen dabei in 31 von insgesamt 112 FFH-Projektgebieten eine besondere Rolle. Hier geht es vor allem um den Schutz und die Förderung der Fledermausquartiere in Alt- und Totholzbeständen, aber auch um den Erhalt von geeigneten Jagdhabitaten. Das Projektteam berät und unterstützt ganz konkret vor Ort: Können  zum Beispiel alte Höhlenbäume, die wegen ihrer Totholzanteile für die Holzverarbeitung ohnehin weniger geeignet sind, für den Artenschutz erhalten bleiben? Können Fledermauskästen als Ersatzquartiere angebracht werden?

Diese Infografik können Sie gern herunterladen und für Ihre Arbeit verwenden (Quelle: Naturschutzfonds Brandenburg)

Das Team vermittelt zudem Kontakte möglicher Partner und informiert über Fördermöglichkeiten, wie die Förderrichtlinie des Landes zum Vertragsnaturschutz im Wald. Sie ist seit August 2019 in Kraft und finanziert den Erhalt von Alt- und Biotopbäumen oder von Totholz, das Anlegen oder die Pflege eines Krautsaumes, die Entnahme gebietsfremder Gehölze oder einen dauerhaften Nutzungsverzicht. Genaueres finden Sie auf der Webseite des Landesbetriebs Forst Brandenburg. Alle Gebiete, in denen wir aktiv werden können, und Kontakte finden Sie auf der Internetseite des Projektes. Sprechen Sie uns an mit Ihren Ideen oder Vorschlägen!

Auch eigene Projekte setzen wir für den Fledermausschutz um: In den Naturparken Barnim, Stechlin-Ruppiner Land und Nuthe-Nieplitz wählen wir in Abstimmung mit Waldeigentümern Bäume mit vielen Höhlen, Rissen und Spalten aus, die nicht gefällt werden und so Fledermäusen Unterschlupf bieten. Einige andere Bäume, die dort eigentlich nicht natürlich vorkommen, ringeln wir. Dadurch sterben sie ab und Fledermäuse oder andere Arten finden im Totholz wichtige Tages- und Winterquartiere. Gleichzeitig informieren wir auf Veranstaltungen über Fledermausarten und ihren Schutz.

Projektförderung

Aktuelle Förderbeispiele

Die Stiftung fördert Projekte im Land Brandenburg, unter anderem Bauwerke zum Wandern, Nisten und Brüten wie Amphibienleiteinrichtungen, Storchenhorste oder Quartiere für Fledermäuse. Im Landkreis Barnim wurde im Stadtwald von Biesenthal eine leerstehende Halle zum Überwinterungsquartier und im Landkreis Dahme-Spreewald ein altes Wasserwerk zum Fledermausquartier. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz entstand bei Pritzen ein Fledermaus- und Reptilienquartier in der Bergbaufolgelandschaft.

Landkreis oder Kommune, Privatperson, Verband, oder Verein - jede natürliche oder juristische Person kann einen Projektantrag stellen. Hier finden Sie Förderhinweise und das aktuelle Formular zur Beantragung von Fördermitteln (pdf-Datei).

Stiftungsflächen

Ein Stau für die Artenvielfalt

In der Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar im Landkreis Oberspreewald-Lausitz setzen wir uns für die ökologische Teichwirtschaft ein: Ein neues Ablass- und Staubauwerk ermöglicht die Regulierung des Wasserspiegels. Gleichzeitig schafft die fischereiliche Nutzung günstige Bedingungen für bedrohte Tierarten wie die Rotbauchunke.

Stiftungsprojekte

Struktur und Schutz für die Karthane

Auf unseren Flächen im Landkreis Prignitz, südwestlich von Bad Wilsnack, schützen wir die Karthane und gestalten gleichzeitig Landschaft und Lebensraum vielfältiger. Dafür haben wir Ende 2018 einen etwa zwei Kilometer langen Gehölzsaum gepflanzt. Mit Erfolg: Die Zahl der Brutvögel hat bereits 2019 zugenommen.

Naturwacht

Naturwacht beim World Ranger Congress in Nepal

550 Teilnehmer aus 67 Ländern reisten vom 12. bis 16. November nach Nepal zum 9. World-Ranger-Congress. Der Einladung der International Ranger Federation (IRF) sind auch einige Brandenburger Ranger gern gefolgt. Der Kongress dient seit 1995 alle drei Jahre dem Austausch und der Vernetzung. 2019 fand das Treffen erstmals in Asien statt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chitwan Nationalpark in Sauhara.

Naturschutz in Zahlen

Mehr als 350 Fledermausquartiere

Die Ranger unserer Naturwacht überprüfen jährlich mehr als 350 Winter- und Sommerquartiere für Fledermäuse. Dies ist Teil eines umfassenden Monitorings, durch das sie Entwicklungen bei gefährdeten Tier- und Pflanzenarten erkennen und passende Schutzmaßnahmen ableiten können.

Zu guter Letzt

Regionaler Klimaschutz

Autofahrten, Flugreisen, Haushalt - Jeder wird etwas finden, was in diesem Jahr unvermeidbar war. Gleichzeitig sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker ins Bewusstsein gerückt: Wir wollen Emissionen vermeiden, sie in vielen Bereichen wenigstens verringern und vielleicht auch kompensieren. Die Wiedervernässungsprojekte von MoorFutures sind eine Möglichkeit, letzteres zu tun. In Brandenburg, vor unserer Haustür.

Infos zu den MoorFutures - zum Projekt und zu den Zertifikaten - sind hier zu finden. Wie wäre es mit einem klimafreundlichen Weihnachtsgeschenk für Familie, Freunde und Kollegen?