Naturschutzfonds Brandenburg
 

Naturschutz in Brandenburg

Newsletter der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg | Ausgabe 06/2020

Schwerpunkt | Projektförderung | Stiftungsflächen | Stiftungsprojekte | Naturwacht |
Naturschutz in Zahlen | Zu guter Letzt

Liebe Leserinnen und Leser,

als Mittler zwischen Mensch und Natur sind die Ranger der Naturwacht Brandenburg jeden Tag im Einsatz. Ob Führungen für Besuchergruppen und Schulklassen, ob Junior-Ranger-Camps oder die Beratung von lokalen Landwirten und Anwohnern – die Naturwächter vermitteln ihren wertvollen Wissensschatz über Arten und Lebensräume direkt in der Natur. Unser Schwerpunktthema in diesem Newsletter.

Außerdem stellen wir wieder Beispiele der Projektförderung vor, diesmal aus den Landkreisen Prignitz und Barnim. Lesen Sie außerdem, was alte Eichen mit seltenen Käferarten zu tun haben, wie viele Pflanzen unser Projekt LIFE Trockenrasen im Herbst 2020 in den Boden gebracht hat und was unser Geschenktipp zu Weihnachten über den Barnim erzählt.

Bleiben Sie gesund und senden Sie uns wie immer gern eine Rückmeldung an newsletter@naturschutzfonds.de.

Wir wünschen Ihnen eine schöne und friedliche Weihnachtszeit. Bis zum nächsten Newsletter im neuen Jahr,

Alles Gute
Ihr Team der Stiftung

Schwerpunkt

Die Naturwacht – Mittler zwischen Mensch und Natur

Es gibt nicht viele Menschen, die sich in den 15 Brandenburger Naturlandschaften ähnlich gut auskennen wie die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg. Sie informieren, überwachen, schützen und streben in ihrer Mittlerrolle ein gutes Miteinander von Mensch und Natur in den Großschutzgebieten an. Und das nun schon seit 30 Jahren.

Auf einen Blick: Die Naturwacht Brandenburg als Mittler zwischen Mensch und Natur. Grafik: Jenne Baule-Prinz

Ranger erfassen in den Großschutzgebieten regelmäßig naturkundliche Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, setzen Naturschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg. Dadurch verfügen die Ranger über hervorragende Gebietskenntnisse, was ihre Touren für Besucher und Einheimische zu besonderen Erlebnissen macht.

Auch die Umweltbildung der Naturwacht profitiert deutlich davon und konnte sich stetig weiterentwickeln. Heute lernen Kita- und Schulgruppen mit Rangern in den Großschutzgebieten nach den Grundsätzen der "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Die Naturwächter beraten in ihrer Mittlerrolle zwischen Mensch und Natur auch Landwirte und Waldbesitzende, um wirtschaftliche Nutzung und Artenschutz besser in Einklang zu bringen und nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten zu etablieren.

Das Berufsbild moderner Ranger, die professionelle Umweltbildung, Öffentlichkeitsarbeit und das Monitoring aus einer Hand anbieten, ist vergleichsweise jung und musste in Deutschland erst entwickelt werden. Die Naturwacht Brandenburg arbeitet seit nunmehr 30 Jahren aktiv daran mit. Die Herausforderungen im Arten- und Naturschutz sind in dieser Zeit nicht kleiner geworden und die Anforderungen an den Rangerberuf entsprechend gestiegen. Umso erfreulicher ist die Etablierung eines eigenen Studienschwerpunktes für das Berufsbild Ranger an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Mittlerweile arbeiten immer mehr dieser Absolventinnen und Absolventen in den etablierten Naturwachtgruppen in Brandenburg und auch in anderen deutschen Großschutzgebieten. Im 30. Jahr ihres Bestehens ist der Generationswechsel bei der Naturwacht in vollem Gange.

Mehr über die Arbeit der Naturwacht Brandenburg erfahren Sie hier.

Projektförderung

Aktuelle Beispielprojekte

Im Landkreis Prignitz, im Hinterland des Elbdeichs bei Rühstädt, haben wir die Revitalisierung eines Altarms gefördert. Die besonnten, sich schnell erwärmenden Flachwasserbereiche bieten für Amphibien, Vögel, Libellen und zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten vielfältige Lebensräume. Außerdem konnten in einem weiteren Projekt zwei Otterbermen gebaut werden, so dass Fischotter und andere Tiere eine Brücke nun gefahrlos unterqueren können. 

Hoch ging es hinaus mit unserem Förderprojekt im Landkreis Barnim. Hier wurde der 50 Meter hohe Glockenturm der neogotischen Kirche in Golzow artenschutzgerecht saniert. Spezielle Dohlenkästen sowie Kästen für weitere Vogelarten und für Fledermäuse bieten nun neue Nistmöglichkeiten am Turm.

Einen Projektantrag kann jede natürliche oder juristische Person - Privatperson, Landkreis oder Kommune, Verband oder Verein - bei uns stellen. Auf unserer Webseite finden Sie weitere Infos. Auch die Beispielprojekte der vergangenen Jahre haben wir dort zusammengestellt.

Stiftungsflächen

Großes Krabbeln in der Schorfheide

Im Rahmen des Nationalen Naturerbes (NNE) ist uns ein 254 Hektar großes Waldgebiet in der Schorfheide bei Groß Schönbeck/ Joachimstal übertragen worden. Auf diesen NNE-Flächen wurden im Sommer dieses Jahres die Vitalität von bis zu 450 Jahre alten Eichen und das Vorkommen xylobionter Käferarten untersucht. Die Käfer nutzen die Alteichen als Brutbäume und ernähren sich von deren Saft und Holz. Das Ergebnis: Seltene Käferarten wie Eremit, Heldbock und Hirschkäfer sind an mehreren Fundorten weiterhin in den alten Wäldern vertreten. Hier lesen Sie mehr über unsere Stiftungsfläche sowie die Erfolgskontrolle im Gebiet.

Stiftungsprojekte

3. Bericht zur Erfolgskontrolle veröffentlicht

Mit der Erfolgskontrolle überprüfen wir die Wirksamkeit unserer umgesetzten Naturschutzmaßnahmen. Jetzt wurde der dritte jährliche Bericht veröffentlicht. Für acht Projektgebiete sind Ziele, Methoden und Ergebnisse der Naturschutzmaßnahmen systematisch dargestellt. Am Ende jeden Kapitels werden die Erfolge und auch Misserfolge zusammenfassend bewertet und mit der Ausarbeitung zusätzlicher Maßnahmen verknüpft.

Dass die Erfolgskontrolle Früchte trägt, zeigt folgendes Beispiel: Die Brutinsel für Fluss-Seeschwalben auf dem Pritzerber See wurde sehr gut angenommen, bereits im zweiten Jahr zogen vier Brutpaare insgesamt 38 Jungtiere groß. Nun ist das Ausbringen einer zweiten künstlichen Nisthilfe geplant.

Den Bericht sowie alle Informationen zur Erfolgskontrolle finden Sie auf dieser Seite.

Naturwacht

Freiwillige der Naturwacht

Mit dem Freiwilligenprojekt, das seit 2003 gemeinsam mit dem Verband EUROPARC Deutschland entwickelt wird, mobilisiert die Naturwacht Bürgerengagement für die Großschutzgebiete. Aktuell sind rund 270 freiwillige Helferinnen und Helfer bei der Naturwacht Brandenburg registriert. 

Freiwillige erweitern durch ihre Arbeitsleistungen die Möglichkeiten der Naturwacht und sorgen als Multiplikatoren in den Regionen der Großschutzgebiete für ein besseres Verständnis der Naturschutzarbeit. Ohne sie wäre die Umsetzung zahlreicher Projekte in der jetzigen Form nicht möglich. Dafür sagen wir Danke!

Hier finden Sie mehr Informationen zu Aufgaben und Einsätzen der Naturwacht-Freiwilligen.

Naturschutz in Zahlen

Blühende Aussichten für trockene Vielfalt

Wie können die europaweit wertvollen Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt werden? Damit beschäftigen wir uns seit 2019 in unserem EU-Projekt „LIFE Trockenrasen“.

Ein Projektziel ist es, Jungpflanzen von bis zu 30 typischen und seltenen Pflanzenarten zu vermehren und in den Schutzgebieten auszubringen. Dafür wurden seit 2019 die Samen verschiedener gefährdeter Trockenrasenarten wie der Grauen Skabiose, des Ohrlöffel-Leimkrauts und der Sand-Silberscharte auf den Flächen Brandenburgs gesammelt. Die Samen wurden anschießend im Botanischen Garten der Universität Potsdam ausgesät und herangezogen. Jetzt im Herbst haben die Projektmitarbeiterinnen und –mitarbeiter insgesamt 8.000 Jungpflanzen von 17 gefährdeten Pflanzenarten in 14 Natura-2000-Gebieten in den Landkreisen Prignitz, Havelland und Potsdam-Mittelmark in den Boden gebracht. Bis zum nächsten Sommer werden die Jungpflanzen hoffentlich gut anwachsen und die Trockenrasen in den nächsten Jahren in buntblühende, insektenreiche Blumenteppiche verwandeln.

Hier können Sie mehr zu den Pflanzungen lesen und hier über unser Projekt

Zu guter Letzt

Kurz vor knapp: Ein Geschenktipp

Den Naturpark Barnim neu zu entdecken, dazu lädt das neu erschienene Buch „Naturpark Barnim – von Berlin bis zur Schorfheide“ aus der Reihe „Landschaften in Deutschland“ ein. Das fast 500 Seiten umfassende Buch bietet ein spannendes Rundumpaket: Neben allgemeinen Infos zur Natur, Historie, Wirtschaft und Politik, geben 100 Beispiele einen erstaunlich tiefen Blick in die Barnimer Landeskunde. Dazu laden 21 Exkursionen ein, selbst auf Erkundung zu gehen. Über QR-Codes sind mehr als 70 Onlinebeiträge und die Exkursionsrouten verlinkt. Ein schönes Weihnachtsgeschenk für jeden Barnimer Naturfreund.

Die Reihe "Landschaften in Deutschland" wird vom Leibniz-Instituts für Länderkunde betreut und ist im Buchhandel erhältlich. Das geht auch bei vielen kleinen Buchhändlern online...!