75 Projekte für den Naturschutz in BrandenburgLandesstiftung zieht Jahresbilanz

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat im Jahr 2020 landesweit insgesamt 5,3 Millionen Euro für den Naturschutz bereitgestellt. Damit konnten 75 Projekte mit einem Gesamtumfang von rund 10,8 Millionen Euro ermöglicht und umgesetzt werden.

Mehr als drei Millionen Euro wurden dabei für die Förderung von 56 Projekten verschiedener Projektträger ausgereicht. Gleichzeitig konnte die Landesstiftung zahlreiche eigene Vorhaben initiieren und fortführen: Beispiele sind die Wiederherstellung von europaweit bedeutsamen Trockenrasen, Auen- und Moorwäldern sowie die Verbesserung der Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft oder entlang von Fließgewässern. Der Jahresbericht 2020 gibt dazu einen detaillierten Überblick.

Silvia Bender, Brandenburgs Umweltstaatssekretärin und Vorsitzende des Stiftungsrats sagt: „Insbesondere für die ländlichen Regionen Brandenburgs ist die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg eine wertvolle und verlässliche Partnerin. Gemeinsam mit Landkreisen, Ämtern und Gemeinden, Verbänden und Vereinen sowie Landnutzern und Privatpersonen wird hier die biologische Vielfalt Brandenburgs bewahrt und Natur als Ort der Erholung entwickelt. Die Projekte der Stiftung kommen sowohl der Natur als auch den Menschen vor Ort zu Gute.“ Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sei es der Landesstiftung gelungen, die Förderung für die zahlreichen Projektträger im Land zuverlässig zu gestalten sowie eine Vielzahl eigener Maßnahmen umzusetzen, so Bender.

Förderprojekte

„In den vergangenen Jahren lagen 70 Prozent unserer geförderten Projekte außerhalb von Schutzgebieten, in der Normallandschaft sozusagen. Also dort, wo Pflanzen, Tiere und deren Lebensräume am häufigsten auf unsere Hilfe angewiesen sind“, berichtet Stiftungs-Geschäftsführer Holger Rößling und bedankt sich für das Engagement und Vertrauen der Projektträger.

In zwölf Landkreisen hat die Stiftung im vergangenen Jahr große und kleine Naturschutzmaßnahmen finanziell unterstützt. Die meisten Projekte wurden im Landkreis Uckermark (14 Projekte) sowie im Landkreis Spree-Neiße (zehn Projekte) gefördert. Aktivster Projektträger war der Gewässerverband Spree-Neiße. Acht Förderanträge des Verbandes wurden im vergangenen Jahr bewilligt, wie zum Beispiel zur Sicherung der Wasserhaltung im Weschkenteich und Theresienteich bei Trebendorf oder für die Wiederbelebung der Teiche in Wadelsdorf unweit von Spremberg.

Daneben kam die finanzielle Unterstützung des NaturSchutzFonds ganz unterschiedlichen Projektträgern zu Gute. So hat in der Gemeinde Nordwestuckermark die Bauernhof Weggun GbR Hecken und Obsthochstämmen gepflanzt. Die Obstbäume, Wildobstgehölze und fruchtragenden Sträucher bieten innerhalb der landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen Rückzugs-, Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Kleinsäuger, Vögel und Insekten. Ein Artenschutzprojekt für Dohlen, Turmfalken und Fledermäuse hat die Evangelische Kirchengemeinde am Kirchturm der Dorfkirche in Golzow (Landkreis Barnim) verwirklicht. Die Stadt Bernau konnte 1.000 Bäume im Stadtgebiet und in Ortsteilen pflanzen. Die Stiftung unterstützte mit diesem Pflanzprojekt eine Kommune, in der Ersatzzahlungen aus Windenergieanlagen vereinnahmt wurden.

Neben den Ersatzzahlungen konnte der NaturSchutzFonds 2020 auch wieder die Gelder aus Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale und Zinsen des Stiftungskapitals für Naturschutzprojekte einsetzen.

Stiftungseigene Projekte

Die Stiftung NaturSchutzFonds hat auch 2020 wieder vielfältige Naturschutzmaßnahmen zur naturschutzgerechten Entwicklung ihrer Flächen verwirklicht. Dazu gehören Heckenpflanzungen und die Anlage neuer Kleingewässer in der Agrarlandschaft unweit von Fergitz in der Uckermark, der Waldumbau in Stiftungswäldern bei Muckwar im Landkreis Oberspreewald-Lausitz oder Initialpflanzungen typischer Gehölze in der Oderaue Reitwein in Märkisch-Oderland.

Zudem halfen EU-Fördermittel, europäisches Naturerbe zu sichern: In den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz kümmert sich das Projektteam von „LIFE Trockenrasen“ um kalkreiche Sand-Trockenrasen und Steppen-Trockenrasen. Einen Schwerpunkt bildet der Erhalt von Vorkommen gefährdeter oder sogar vom Aussterben bedrohter Wildpflanzenarten wie der Wiesen-Küchenschelle oder der Grauen Skabiose. Im vergangenen Jahr konnten mit Unterstützung des Botanischen Gartens der Universität Potsdam die ersten 8.000 Jungpflanzen bedrohter Pflanzenarten in Natura2000-Gebieten ausgepflanzt werden.

„LIFE Feuchtwälder“ widmet sich den EU-weit besonders geschützten Auen- und Moorwäldern im Land. Ein Schwerpunkt der Naturschutzmaßnahmen lag 2020 im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. So wurden am Rheinsberger Rhin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Strukturelemente eingebaut, um die Auen- und Gewässerentwicklung natürlicher zu gestalten. Auf einer ehemals mit Fichten bestandenen Fläche wurden in der Flussaue Eichen, Ulmen und Hainbuchen gepflanzt und ein 2,2 Kilometer langer Abschnitt des Kleinen Rhins bei Köpernitz revitalisiert.

Ein wichtiges finanzielles Fundament für die Stiftungsarbeit sind die Ersatzzahlungen. „Diese Zahlungen werden von den Verursachern von Eingriffen geleistet, wenn die entstehenden Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft nicht vermieden oder durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert werden können. Die Stiftung verwaltet die Ersatzzahlung treuhänderisch und sorgt dafür, dass die Gelder wieder in den Landkreisen und Naturräumen eingesetzt werden, in denen die Eingriffe verursacht wurden“, erklärt Holger Rößling.

Seit ihrer Errichtung im Jahr 1995 hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg mehr als 950 Projekte mit einem finanziellen Umfang von rund 159 Millionen Euro gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Unternehmen oder Privatpersonen realisiert oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.

Naturwacht Brandenburg

In der vergangenen Woche hatte die Naturwacht Brandenburg, die seit 1997 zur Landesstiftung gehört, ihre Jahresbilanz vorgestellt. Dabei verwies die Naturwacht-Leiterin Britta Schmidt unter anderem auf den pandemiebedingten Besucheranstieg in Brandenburgs Nationalen Naturlandschaften, auf den die Ranger mit verstärkten Gebietskontrollen und Informationen für die Gäste reagierten. Tipps zum richtigen Verhalten in Schutzgebieten finden sich unter www.rangertouren-brandenburg.de. Einen Überblick über die Aktivitäten der Stiftung und ihrer Naturwacht im Jahr 2020 gibt der Jahresbericht, der auf Nachfrage gern zugesendet wird und auf der Webseite abgerufen werden kann.

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Mehr als 950 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Betrieben oder Privatpersonen realisiert oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.

Die Ranger der Naturwacht sind in den fünfzehn brandenburgischen Großschutzgebieten auf mehr als 30 Prozent der Landesfläche aktiv. Als Mittler zwischen Mensch und Natur haben sie alle die gemeinsame Aufgabe, Naturschätze zu bewahren und sich für eine intakte Umwelt einzusetzen.

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Hier finden Sie unseren Jahresbericht 2020.

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Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Marc Thiele
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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