Renaturierter „Fuchspfuhl“ bei TremmenHeimstätte für seltene und bedrohte Amphibien geschaffen

Tremmen (16.04.2020) – Mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg in Höhe von mehr als 71.000 Euro konnte der NABU Regionalverband Osthavelland e.V. im vergangenen Jahr den verlandeten Fuchspfuhl bei Tremmen renaturieren. Aktuell führt das Gewässer wieder Wasser und kann so zur Heimstätte für seltene und bedrohte Amphibien werden.

Der Fuchspfuhl nördlich von Ketzin ist Teil einer durch die letzte Eiszeit geschaffenen Rinne, in der sich zahlreiche Kleingewässer aufreihen. Ein Mosaik aus Wasser, Röhrichten, Sümpfen und Erlenbrüchen beheimatet Erdkröte, Kreuz- und Knoblauchkröte, Moorfrosch oder Kammmolch – allesamt brandenburgweit bedrohte Amphibienarten.

„Es ist ein Problem, das alle Kleingewässer in dem Gebiet betrifft. Der ehemals 1,5 Hektar große Fuchspfuhl ist über die Jahrzehnte immer mehr zugewachsen. Die Amphibien fanden zwischen dem Schilf und abgestorbenen Pflanzenteilen kaum noch freie Wasserfläche. Diese ist aber für die Laichablage und die Entwicklung der Kaulquappen notwendig“, erklärt Fred Meister vom NABU Regionalverband Osthavelland.

Eine Entschlammung des Kleingewässers konnte Abhilfe schaffen. „Der gesamte Fuchspfuhl war nicht zu schaffen. Wir haben uns daher für den Bereich in einer Geländesenke entschieden und dort einen halben Hektar renaturieren lassen. Die aktuell gut erkennbare freie Wasserfläche belegt, dass es fachlich auf alle Fälle die richtige Entscheidung war“, erklärt der Amphibien-Experte vom NABU. Innerhalb weniger Wochen nach dem Ende der Arbeiten hat sich der Fuchspfuhl durch Niederschläge mit Wasser gefüllt und bietet nun neue Laichplätze für Frösche, Kröten und Molche. Fred Meister ergänzt: „Das Kleingewässer ist voll besonnt und ohne Beschattung. Das ist für die meisten Amphibien ideal, weil das warme Wasser die Entwicklung der Kaulquappen fördert.“

Wie schnell die bedrohten Wasser-Land-Bewohner den Fuchspfuhl zurückerobern, wird sich nun zeigen. Fred Meister sagt: „Man kann nicht gleich erwarten, dass so ein neues Kleingewässer sofort angenommen wird. Floristisch muss sich ja auch erst wieder etwas entwickeln. Wir werden die Tage mal hinfahren und nachsehen.“ Kreuzkröte und die besonders seltene Wechselkröte könnten seiner Meinung nach jedoch die ersten sein, die sich vor Ort einstellen.

In Jahren mit hohen Winterniederschlägen wird der Fuchspfuhl einen erheblichen Anteil am Erhalt seltener und gefährdeter Amphibienarten im Ketziner Umland leisten, so der Experte abschließend.

Die Fördermittel der Stiftung für das Projekt stammen aus den Ersatzzahlungen. Mit diesen werden Beeinträchtigungen durch Eingriffe in Natur und Landschaft wie zum Beispiel durch Bauvorhaben ausgeglichen.

Ansprechpartner:
NABU Regionalverband Osthavelland e.V.
Zur Döberitzer Heide 7
14641 Wustermark OT Elstal
Tel.: 033232/ 36139
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