Schulhof mit SchwalbengezwitscherStiftung NaturSchutzFonds Brandenburg unterstützt Artenschutzmaßnahme der Gemeinde Groß Kreutz (Havel)

Jeserig – Die Gemeinde Groß Kreutz hat gemeinsam mit der Schülerarbeitsgruppe "Expedition in die Natur" der Grundschule Jeserig die Errichtung eines Schwalbenturmes auf dem Schulgelände initiiert. Dank Fördermitteln der Landesnaturschutzstiftung steht der Turm inzwischen und hatte in diesem Sommer bereits die ersten Gäste.

Schwalben haben sich als sogenannte Kulturfolger an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Ihre Nester finden sich in Ställen, an Hauswänden und in Gebäudenischen. Die Lebensbedingungen für die fliegenden Sommerboten verschlechtern sich allerdings zunehmend. So verschwinden in Siedlungen und Städten immer mehr Schwalbennester durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Weil Wege, Grundstücke oder Dorfplätze immer öfter versiegelt werden, finden die Vögel immer seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau.

Auch an der Jeseriger Grundschule sind seit Jahren Mehlschwalben Untermieter und haben regelmäßig ihre Nester zum Beispiel in den Ecken der Fenster des Schulgebäu-des gebaut. "Neben der Möglichkeit für die Kinder, Schwalbenzucht und Nachwuchs in der wachsenden Kolonie aus nächster Nähe zu beobachten, brachte dies jedoch Unannehmlichkeiten mit sich. So ließen sich einige Fenster nicht mehr öffnen, die Fassade und die Scheiben wurden stark verschmutzt", berichtet Jörg Schafföner, Fachbereichsleiter für Bauen, Ordnung und Sicherheit der Gemeinde Groß Kreutz.

Um der wachsenden Kolonie alternative Brut- und Nistplätze anzubieten, hat die Gemeinde mit Unterstützung der Schülerarbeitsgruppe "Expedition in die Natur" für die ortstreuen Vögel einen Schwalbenturm auf dem Schulgelände errichten lassen. "Der Standort wurde so ausgewählt, dass die Kinder die Tiere weiterhin beobachten können", führt Jörg Schafföner aus.

Das Fundament für das Schwalbenquartier hat der Bauhof der Gemeinde errichtet. Für den sechs Meter hohen Turm, der 48 Kunstnester trägt, kamen von der Stiftung Natur-SchutzFonds Brandenburg 8.500 Euro Fördermittel aus Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale.

Nachdem die Tiere anfangs ihr neues Zuhause nicht so recht annehmen wollten, haben die Kinder aus der Schul-AG im späten Frühjahr einen Einsatz gestartet und die Nester mit weißer Farbe bekleckert. Die Farbe sollte Kotflecken imitieren und so den Eindruck erwecken, dass sich bereits Vögel für die Nester interessiert haben. Darüber hinaus platzierte der Bauhof eine Lehmpfütze in der Nähe, um den Schwalben am neuen Zuhause Baumaterial für ihre Nester anzubieten. Ende Juni war aus dem Schwalbenturm schließlich ein reges Zwitschern zu hören, das die Schülerinnen und Schüler auch im kommenden Jahr pünktlich zum Sommerbeginn begleiten wird. Denn aktuell sind die Schwalben auf ihrer langen Reise in die Winterquartiere.

Für Rückfragen

Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg
Marc Thiele
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0331 / 971 64 820
E-Mail schreiben

Gemeinde Groß Kreutz (Havel)
Jörg Schafföner
Fachbereich 2 Ordnung / Bauen / Sicherheit
Tel.: 033207/ 351 19
E-Mail schreiben

Diese Fotos sind ausschließlich für redaktionelle Zwecke frei und mit Angabe des Copyrights kostenlos verwendbar. Zum Speichern in Originalgröße bitte anklicken.