Unser Projekt des Monats Oktober 2015

Anschluss von zwei Altarmen an die Hauptspree

Der Wasser- und Bodenverband "Nördlicher Spreewald" reaktiviert durch den Anschluss von zwei Altarmen an die Hauptspree bei Schlepzig deren ökologische Funktionen im Flusssystem. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit dem NABU Kreisverband "Spreewald".

Projektdaten und Ansprechpartner

Projekt: Anschluss der Altarme 2 und 3 an die Spree nördlich von Schlepzig
Landkreis: Dahme-Spreewald
Projektträger: Wasser- und Bodenverband „Nördlicher Spreewald“
Förderung NaturSchutzFonds: 24.125 Euro
Finanziert aus: Ersatzzahlungen
Gesamtprojektkosten:  24.125 Euro
Durchführungszeitraum: 2015
Kontakt: Herr Weingardt (035474/366390)

Altarm vor den Sanierungsmaßnahmen
... und danach. (Fotos: C.Schneider)
Viele Jungfische halten sich bevorzugt in strömungsarmen Altarmen von Fließgewässern auf. (Foto: M. Merkel, Tauchrevier Deutschland)

Anbindung an die Hauptspree

In der Vergangenheit wurde die Spree umfangreichen wasserbaulichen Maßnahmen unterzogen: Sie wurde begradigt und ihr Flussbett verengt. Dies hat dazu beigetragen, dass die Seitenarme heute verlandet und fast vollständig von der Hauptspree isoliert sind. Die ökologischen Funktionen der Altarme zum Beispiel als Jungfischhabitat gingen mit der Isolation verloren.

Mit dem Projekt will der Wasser- und Bodenverband "Nördlicher Spreewald" den ökologischen Zustand der Altarmgewässer und die Lebensraumvielfalt am Spreeabschnitt verbessern. Dazu werden beide Altarme einseitig an die Hauptspree angebunden und umgebende Gehölze aufgelichtet. Die wieder angeschlossenen Altarme behalten den Charakter eines Stillgewässers - jedoch mit regelmäßigem Frischwasserzufluss - und können so als Laich- und Rückzugshabitat für die aquatische Fauna der Spree zurückgewonnen werden.

Die Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustandes von Spree-Altarmen ist eines der Schutzziele des Biosphärenreservats "Spreewald". Unterstützt wird das Projekt vom NABU Kreisverband "Spreewald", der die betroffenen Flächen zur Verfügung stellt.

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg hat bereits an anderer Stelle den Wiederanschluss von Spree-Altarmen gefördert. So zum Beispiel an der Krummen Spree den Altarme 11 südlich der Ortslage Werder. Weitere Informationen dazu unter: Förderprojekt des Monats 2012.

Ebenfalls war der Anschluss von Altarmen Bestandteil des Naturschutzgroßprojektes „Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald“, das durch den damaligen Zweckverband Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald durchgeführt wurde. Informationen dazu finden Sie unter: http://www.gewässerrandstreifenprojekt-spreewald.de/.

Der Landschaftspflegverein plant, in den nächsten Jahren weitere geeignete Flächen in der Region auf diese Weise „umzubauen“. Damit soll der zunehmenden Zerstörung der Kulturlandschaft durch großflächige Monokulturen Einhalt geboten werden. Insbesondere an den Ortsrändern und touristisch interessanten Bereichen soll damit die Landschaft aufgewertet und ein zusätzliches Angebot geschaffen werden.

(Text mit Verein für Landschaftspflege in der Potsdamer Kulturlandschaft)