Der aktuelle JahresberichtNaturschutz lokal, regional und landesweit

Neben umfangreichen eigenen Projekten zum Beispiel zur Renaturierung von europaweit bedeutenden Lebensräumen wie Sandlandschaften oder Auen- und Moorwäldern haben wir im vergangenen Jahr landesweit 36 Naturschutzprojekte Dritter gefördert und dafür insgesamt mehr als 5,2 Millionen Euro bereitgestellt. Mit diesen Geldern konnten in ganz Brandenburg Naturschutzvorhaben mit einem Gesamtumfang rund 16,8 Millionen Euro begonnen, weitergeführt oder fertiggestellt werden. 

Die Gelder ermöglichten unter anderem Vorhaben des Arten- und Biotopschutzes, Hecken- und Baumpflanzungen sowie Maßnahmen, um Gewässer zu renaturieren und den Wasserrückhalt in der Landschaft zu verbessern. Die finanziellen Mittel entstammen den Ersatzzahlungen der Eingriffsregelung, aber auch Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale sowie Geldauflagen.

"Mit ihrer Arbeit fördert die Stiftung nicht nur die biologische Vielfalt Brandenburgs. Von den Investitionen in den Naturschutz profitieren auch Landwirtschaftsbetriebe, die bei der Nutzung schwieriger Flächen unterstützt werden oder regionale Unternehmen, die Dienstleistungen für Projekte erbringen",

sagt Brandenburgs Umwelt-Staatssekretärin und Vorsitzende unseres Stiftungsrats Carolin Schilde. Die Gesamtbilanz des vergangenen Arbeitsjahres haben wir in unserem Jahresbericht 2018 zusammengefasst.

Beispiele aus der Projektförderung

Eine nahe kreisrunde Wasserfläche ist zu sehen. Das Ufer ist ohne Bewuchs.
Projekt: Der verlandete Dorfteich in Hessenhagen wurde wiederhergestellt.
Projekt: Pflanzungen in der Stadt Trebbin
Projekt: Errichtung von Fledermaus- und Reptilienquartieren in der Bergbaufolgelandschaft bei Pritzen

Im Landkreis Uckermark im Ort Hessenhagen konnte mit Hilfe von Stiftungsgeldern der verlandete Dorfteich als Lebensraum für Amphibien wiederhergestellt werden. Der Teich war ursprünglich ein natürliches Gewässer. In der Vergangenheit verlandete der Feldsoll immer mehr, drohte schließlich vollständig auszutrocknen und zuzuwachsen. Um die natürliche Form mit seichter Uferböschung und Flachwasserzonen wieder herauszubilden, wurden mehrere tausend Kubikmeter Schlamm abgetragen. Mit etwas Glück ist schon im nächsten Jahr der Chor der Rotbauchunken wieder zu hören.

In Trebbin (Teltow-Fläming) und seinen Ortsteilen säumen nun 43 neue Linden die Straßen und Wege. Die Stadt Trebbin unternimmt seit Jahren erhebliche Anstrengungen, um den Baumbestand zu erhalten, zu pflegen und zu schützen. Daher hat die Stadtverwaltung die Planungsleistungen für diese Pflanzung selbst erbracht. Die Pflanzung, Fertigstellungs- und Entwicklungspflege für die neuen Linden hat die Stiftung gefördert. Die langfristige Unterhaltung der Bäume übernimmt wiederum die Stadt.

In einem weiteren Förderprojekt hat der NABU-Regionalverband Calau ein Winterquartier für Fledermäuse und Reptilien geschaffen. Dieses entstand auf der kargen Bergbaufolge-landschaft bei Pritzen (Oberspreewald-Lausitz). Zentraler Bestandteil ist eine zehn Meter lange Betonröhre mit Fugen und Hohlblocksteinen. Hier finden Fledermäuse während ihres Winterschlafs Halt und sichere Verstecke. Die Röhre umgibt ein Gemisch aus Bruch- und Feldsteinen, Holzstubben und Schotter.

Beispiele für Stiftungsprojekte

LIFE Feuchtwälder: Einbau von Kies
LIFE Sandrasen: Planzung

Für unsere beiden größten Naturschutzprojekte nutzen wir europäische Fördermittel, um die Artenfülle spezieller, gefährdeter Lebensräume zu sichern, für die Brandenburg eine besondere Verantwortung innerhalb Deutschlands und Europas trägt.

Im Projekt LIFE Feuchtwälder haben wir zum Beispiel in die Panke und in den Laasker Bach zwischen Putlitz und Groß Pankow (Landkreis Prignitz) an neun Stellen insgesamt 241 Tonnen Kies einbringen lassen. Ziel war es, die Gewässersohle zu stabilisieren und mehr Strukturen in den Gewässern zu schaffen. Der Kies dient gleichzeitig als Laichbett für Fischarten wie Lachs oder Meerforelle und auch die Kleine Bachmuschel und ihre Wirtsfische wie etwa die Elritze profitieren von der Maßnahme.

Unser Team von LIFE Sandrasen hat in den Wustrickwiesen bei Groß Köris (Landkreis Dahme-Spreewald) den ursprünglichen Landschaftscharakter mit großen offenen Wiesen und Weiden sowie lichten Wäldern wiederhergestellt. Bereits 2016 wurden hier Kiefernforste aufgelichtet. Nun wurde der Oberboden abgetragen, offene Sandflächen geschaffen und selten gewordene Pflanzenarten wie die Astlose Graslilie und der Berg-Haarstrang wieder angesiedelt. Ende Juni 2019 haben wir dieses EU LIFE-Projekt "Sandrasen im Dahme-Seengebiet" abgeschlossen. Wanderwegweiser, GPS-Tracks oder Informationstafeln führen in der Bugker Sahara, ins Sutschketal bei Bestensee sowie auf die Binnendüne Waltersberge in Storkow und machen Brandenburgs faszinierenden Sandlandschaften weiterhin erlebbar.

Ein Blick zurück

Werfen Sie einen Blick in die Naturschutz-Geschichte der Stiftung. Auch die älteren Jahresberichte stehen als pdf-Dateien und direkt zum Blättern zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner

Marc Thiele | Leitung Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0331) 971 64 820
E-Mail schreiben

Jahresbericht 2018

Ein Klick auf das Bild öffnet den Jahresbericht.

Lesen Sie mehr über unsere Arbeit im aktuellen Jahresbericht.