Preisträger 2022: Antje Drangusch und Helmut BrücherGroßer Einsatz für die Wiesenweihe in Südwest-Brandenburg

Der Naturschutzpreis 2022 rückt mit der Wiesenweihe eine Art in den Fokus, die Mitte der 1990er Jahre in Brandenburg verschwunden war. Ohne die vielen besonders engagierten Wiesenweihenschützerinnen und -schützer im Land wäre dieser seltene Greifvogel in Brandenburg bereits ausgestorben, denn als Bodenbrüter ist die Wiesenweihe im Besonderen auf den Nestschutz angewiesen.

Im Südwesten Brandenburgs machen sich Antje Drangusch und Helmut Brücher seit mehr als zehn Jahren um den Schutz dieser Vögel besonders verdient. Sie erhielten den Naturschutzpreis 2022 für ihr Engagement – auch exemplarisch für alle Wiesenweihenschützerinnen und -schützer in Brandenburg, die sich so leidenschaftlich dieser äußerst zeitintensiven Aufgabe verschreiben.

Die größte Bedrohung für die deutschlandweit stark gefährdete Wiesenweihe ist der Verlust wichtiger Bruthabitate wie Moore und Heideflächen. Die eleganten Vögel nisten inzwischen notgedrungen fast ausschließlich in Getreidefeldern, die in der Regel noch vor dem Ausfliegen der Jungtiere abgeerntet werden. Es gilt also, die Nester der Vögel zuvor aufzuspüren und zu schützen.

Sobald die Wiesenweihe ab Ende April aus ihrem Winterquartier in der Sahelzone zurückkehrt, beginnt daher für die Weihenschützerinnen und -schützer wie Antje Drangusch und Helmut Brücher die Arbeit. Ausgerüstet mit Fernglas und Spektiv fahren sie ein etwa 60 mal 15 Kilometer großes Gebiet zwischen Jüterbog (Teltow-Fläming) und Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) ab. Allein im vergangenen Jahr legten die beiden so 17.000 Kilometer auf der Suche nach Gelegen zurück. Dabei halten sie vor allem nach Wiesenweihenpaaren Ausschau, denn die beeindruckenden Balzflüge finden über dem Nistplatz statt. Die Zeit ist dabei knapp, denn während der Brutzeit sind die Vögel sehr heimlich.

Zusammenarbeit mit Landwirt*innen

Insbesondere die gute Zusammenarbeit mit den Landwirt*innen ist entscheidend: Um die Brut während der Erntezeit nicht zu gefährden, wird in Absprache rund um die entdeckten Nester eine Fläche von 50 x 50 Metern markiert und bei der Ernte ausgespart. Ein zusätzlich aufgestellter Zaun schützt das Gelege und die Jungvögel zum Beispiel vor Füchsen, Hauskatzen oder Wildschweinen. Als Ausgleich zahlt das Land Brandenburg den Landwirten eine Restflächenprämie.

Während ihrer Arbeit sammeln Antje Drangusch und Helmut Brücher umfangreiche Informationen über das Brutverhalten und das Nahrungsspektrum der Wiesenweihe sowie zu Gefährdungsursachen. Die wissenschaftliche Auswertung ihrer Beobachtungen sichern die Artenschützer durch die Kooperation mit der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg und der Universität Potsdam. Vieles ist aber noch immer nicht nachvollziehbar: So sind die Wiesenweihen beispielsweise 2022 unerwartet spät zurückgekehrt, was den Konflikt zwischen Brut- und Erntezeit noch einmal verschärft hat. „Hier zeigt sich, wie sehr die Vögel auf Unterstützung angewiesen sind. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Klar ist aber auch, dass der Wiesenweihen-Schutz in Brandenburg nur durch das Engagement vieler erfolgreich ist“, so Antje Drangusch.

Weiterführende Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten sind unter www.wiesenweihen-brandenburg.de zu finden.

Ihr Kontakt

Carolin Trübe
Öffentlichkeitsarbeit
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