Unser Preisträger 2021: Schäfer Knut KucznikBrückenbauer zwischen Naturschutz und Landwirtschaft

Bereits seit 1997 bewirtschaftet Knut Kucznik mit seinen Schafen artenreiche Trockenrasen und Niedermoore im Raum Altlandsberg. Knut Kucznik denkt Bewirtschaftung und Naturschutz zusammen. Sein besonderer Verdienst besteht darin, dass er Beweidungskonzepte ausdrücklich zum Schutz von Lebensräumen und Arten entwickelt. Die von ihm bewirtschafteten Flächen zählen heute zu den wertvollsten in Brandenburg.

Bewirtschaftung schützt seltene Arten und Lebensräume

Um darüber hinaus auch besonders feuchte und nasse Moorflächen pflegen zu können, setzt er neben Schafen auch Wasserbüffel für die Biotoppflege von feuchten Moorwiesen ein. 2012 zunächst mit vier Tieren im Projekt LIFE Kalkmoore gestartet, grasen inzwischen mehr als 50 der exotischen Wiederkäuer auf den wertvollen Moorflächen rund um Altlandsberg.

So sorgen die Wasserbüffel im Naturschutzgebiet "Langes Elsenfließ und Wegendorfer Mühlenfließ" für mehr Blütenvielfalt: Sie lichten die geschlossenen Bestände von Schilf und Großseggen auf und geben den typischen Blühpflanzen der Moorwiesen wie dem Großen Wiesenknopf, der Prachtnelke oder dem Sumpfstorchschnabel Licht und Raum.

Zudem ist er ein Brückenbauer zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Mit seinem Einsatz für den Herdenschutz beweist er seit vielen Jahren, dass ein gutes Nebeneinander von Tierhaltung und Wolf möglich ist.

Aus der Jury-Begründung

Die Jury wurde vor allem von seinem beispielhaften und langjährigen Engagement für neue Wege der Landschaftspflege in Moorgebieten und damit verbunden für die Sicherung stark gefährdeter Arten im nördlichen Teil Brandenburgs überzeugt.

Bereits seit 1997 hat Herr Kucznik durch eine Beweidung mit Schafen Landschaftspflege auf Trockenrasen betrieben. Um auch sehr feuchte und nasse Niedermoorflächen pflegen zu können, startet der Preisträger 2012 einen Versuch mit Wasserbüffeln – erfolgreich, wie man mittlerweile weiß. Mit viel Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit begann er Wasserbüffel für den Naturschutz zu züchten. Die Beweidung nasser Moorflächen mit Vorkommen von umfangreichen Beständen des Großen Wiesenknopfes und drei stark bedrohten FFH-Schmetterlingsarten, des Hellen und Dunklen Wiesenknopfbläulings sowie des Feuerfalters, ist bisher deutschlandweit einmalig und aus Sicht der Jury richtungsweisend.

Die Populationsentwicklung wird seit 2010 jährlich erfasst und seitens des LfU im Rahmen der Überwachung der FFH-Schmetterlingsarten für Brandenburg dokumentiert. Zudem liefert sein Projekt wichtige Impulse für eine nachhaltige Tierzucht und -haltung: Die Wasserbüffel werden in der Region geschlachtet, regional vermarktet oder auch zum Aufbau weiterer Wasserbüffelherden für die Landschaftspflege verkauft.

Als herausragend schätzt die Jury zudem seinen Einsatz für die Akzeptanzsteigerung des Wolfes in Brandenburg ein. Mit seinem Herdenschutzprogramm liefert er einen entscheidenden Beitrag, um die Rahmenbedingungen für die Schafhaltung zu verbessern und die Landschaftspflege durch Schafe weiterhin sicherzustellen. Damit hat er deutschlandweit eine Vorreiterrolle eingenommen und sensibilisiert die Menschen zusätzlich für die Herausforderungen der historischen Form der Landschaftspflege.

Mit hohen persönlichen Engagement und den erreichten Leistungen hat der Preisträger eine Vorbildfunktion für viele an einem modernen Naturschutz interessierte Menschen und Akteursgruppen in ländlichen Regionen.

Mit seiner Arbeit liefert Knut Kucznik außerdem wichtige Impulse für eine nachhaltige Tierzucht und Tierhaltung. Die Wasserbüffel werden in der Region geschlachtet, regional vermarktet oder zum Aufbau weiterer Wasserbüffelherden für die Landschaftspflege in Brandenburg und deutschlandweit verkauft.